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Montag, 29. November 2021

Die Unbesiegten (Unconquered)


Regie: Cecil B. DeMille

Abbys Schicksal...

Cecil B. DeMilles Pionierepos "Die Unbesiegten" war mit 5,3 Millionen Dollar Einnahmen für damalige Verhältnisse ein sehr guter Kassenerfolg, doch der Film kostete auch sehr viel. Allein die Szene von der Belagerung des Fort Pitt verschlang 300.000 Dollar und wurde mehrere Monate lang vorbereitet. Am Ende beliefen sich die Ausgaben auf fast 4 Millionen Dollar.
DeMilles Film ist natürlich genauso wie seine 30er Jahre Westernklassiker "Held der Prärie" und "Union Pacific" ein großes Spektakel, aber das war nun mal sein Markenzeichen. Ausserdem war "Die Unbesiegten" als Starfilm angelegt. Der Regisseur musste also die beiden Filmgrößen Gary Cooper und Paulette Goddard möglichst effektiv in Szene setzen.
Mit Paulette Goddard hatte deMille bereits durch "Piraten im karibischen Meer" Erfahrungen, ebenso mit Gary Cooper, der schon in "Die scharlachroten Reiter" die Hauptrolle hatte.
Erzählt wird von den gewaltsamen Kämpfen zwischen amerikanischen Kilonisten und den Ureinwohnern an der Westgrenze Mitte des 18. Jahrhundert während der Zeit von Pontiacs Rebellion und den Kämpfen um Fort Pitt.
Die Macher ließen sich durch Neil H. Swansons Roman "The Judas Tree" inspirieren, der auch teilweise auf Tatsachen beruht durch ein historisches Dokument, geschrieben von der Familie Holden von Virginia. Darin wird erwähnt, dass die Großmutter Sklavin war und aus England kam. Als 17jähriges Mädchen wurde sie in ihrem Heimatland unschuldig zu Tode verurteilt. Sie hatte aber die Wahl der Todesstrafe zu entgehen als Sklavin für die Kolonien. Für diese Alternative entschied sich die junge Abby, die von der attraktiven Paulette Goddard gespielt wird.
Bereits auf dem Schiff wetteifern zwei Männer darum die Frau als Besitz zu bekommen. Der eine ist Captain Christopher Holden (Gary Cooper),  sein Konkurrent heißt Martin Garth (Howard de Silva), der bereits mit der Indianerin (Katherine deMille) verheiratet ist. Holden gewinnt und schenkt dem Mädchen die Freiheit. Doch die hält nicht lange an, denn Garth ist ein Gauner, der es schafft den Sklavenhändler zu bestechen. Er will die junge Frau unbedingt besitzen und gibt sie zuerst in die Obhut seines Handlangers (Mike Mazurki). Währenddessen unterstützt er die Indianer unter der Führung von Senecca Häuptling Chief Guyasuta (Boris Karloff) mit illegal gelieferten Feuerwaffen. 18 Stämme schließen sich zusammen um gegen den weißen Eindringling zu siegen. Da braucht es natürlich einen Gary Cooper und eine Paulette Goddard um dies erfolgreich zu verhindern...

Der Film beschwört unterhaltsam den Pioniergeist der Einwanderer und deren siegreicher Kampf gegen wilde Rothäute. Die sind natürlich in einem Western von 1947 wild, brutal und böse. DeMille war aber ein Regisseur mit einer markanten eigenen Handschrift - sie durchzieht seine vielen Stummfilme wie auch die erfolgreiche Fortsetzung in der Tonfilmära. Er hat mit "Die 10 Gebote" die Bibel einem Kino Millionenpublikum näher gebracht oder setzte erfolgreich auf die Faszination der Zirkuswelt in seinem Oscar-Erfolg "Die größte Geschichte der Welt". Auch in Sachen Spezialeffekte ließ sich die Paramount nicht lumpen - es gab den verdienten Oscar. Die Regielegende selbst bekam 1950 einen Ehrenoscar zugesprochen, drei Jahre später wurde er auch mit dem Irving G. Thalberg Memorial Award ausgezeichnet.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Samstag, 27. November 2021

Verfolgt (Pursued)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Raoul Walsh

Film Noir des Westens...

Raoul Walsh wurde eine Regielegende aufgrund seines handwerklichen Könnens in den Sparten des Gangster- und Westernfilms. Er schuf Vorläufer undKlassiker des Film Noirs wie "Die wilden Zwanziger", "Entscheidung in der Sierra" oder "Sprung in den Tod". Seine Western wie "Sein letztes Kommando", "Herr der Silberminen" oder "Vogelfrei" zählen zu den wichtigsten Filmen des Genres. 1947 kreuzte er beide Genres in "Verfolgt" (Original: Pursued) und schuf sogar einen seiner besten Filme überhaupt.
Das lag vor allem an der klasse Besetzung mit Robert Mitchum als Aussenseiter Jeb Rand. Die damals frischgebackene Oscar-Gewinnerin Teresa Wright spielt die weibliche Hauptrolle und die als Miss Danvers in "Rebecca" berühmt gewordene Judith Anderson die tragende Nebenrolle und Schlüsselfigur der Geschichte.
Der Film spielt bereits am Ende des Wilden Westens, der bald ganz verschwunden sein wird. Aber immer noch zählt das Recht des Stärkeren. Der 11jährige Jeb Rand (Ernest Severn) erlebt etwas sehr schreckliches. In der Zukunft wird er sich nicht mehr ganz an das traumatische Erlebnis erinnern können, er weiß nur, dass er Angst hat und er sieht Cowboystiefel mit Sporen in seinen Alpträumen und wird von diesen immer wieder verfolgt. Es war die Nacht als sein Vater zu Tode kam. Die Nachbarin Mrs. Callum (Judith Anderson) holte ihn aus seinem dunklen Versteck in diesem Haus heraus und nahm ihn mit auf ihre Ranch. So wuchs er gemeinsam mit Mrs. Callums Kinder Adam (Charles Bates) und Thor (Peggy Miller) auf. Zwischen den beiden Jungs kam es aber immer wieder zum Streit, da der kleine Adam sehr eifersüchtig war.
Als Erwachsene kümmert sich Adam (John Rodney) um die Ranch, während Jeb (Robert Mitchum) nicht so interessiert daran ist. Er liebt aber Thor (Teresa Wright) und die erwidert seine Gefühle. Als der spanisch-amerikanische Krieg ausbricht, muß einer der Jungs zur Armee. Eine Münze wird geworfen und Jeb zieht in den Krieg. Er kehrt als Kriegsheld zurück. Nun wird Adams Eifersucht wieder wach und aufgestachelt von einem Grand Callum (Dean Jagger), der sich als Verwandter der Familie zu erkennen gibt, lauert Adam Jeb auf und schießt von einem Hinterhalt auf ihn. Jeb wehrt sich und trifft seinen "Bruder" tödlich. Damit wird er zur Hassfigur von Mutter Callum und von Thor....

Die Geschichte der Familienfehde Callum und Rand wird etwas vernachlässigt, man erfährt nicht ganz soviel. Dafür werden aber die Geheimnisse und Neurosen der Figuren sehr gut herausgearbeitet und die Geschichte steht unter den starken Emotionen - besonders Thor schwankt hin und her zwischen Liebe und Haß. Erst am Ende kann sie sich für eine Seite entscheiden. Vielleicht zu spät ? Das Showdown findet in der verfallenen Ranch der Rands statt - damit ist auch ein Platz gewählt, wo sich Jeb endlich wieder an das schreckliche Ereignis von damals erinnern kann. Und nicht weit von ihm steht auch schon sein größter Feind...bereit ihn zu töten, wie er es schon vor vielen Jahren wollte, aber damals daran gehindert wurde.

Bewertung: 9,5  von 10 Punkten.