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Mittwoch, 29. Dezember 2021

Zwischen zwei Feuern (The Indian Fighter) ....Alternativtitel: Als Vergeltung sieben Kugeln


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Andre de Toth

Zwischen zwei Feuern...

Oregon, kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Immer wieder kommt es trotz ausgehandeltem Friedensvertrag zu Problemen mit den Indianern. Die Konflikte werden vor allem durch die gierigen Goldsucher geschürt, die in den Jagdgründen der Sioux nach dem wertvollen Gold suchen. Immer wieder versuchen sie mit Whisky die Indianer zu bestechen, das Versteck in den Bergen zu verraten. Als der versierte Scout und Indianerjäger Johnny Hawks (Kirk Douglas) den Stamm besucht, wird er vom Grauen Wolf (Harry Landers), dem Bruder seines Freundes Häuptling Rote Wolke (Eduard Franz) nicht sehr freundlich begrüsst. Man mag in diesen Tagen die Bleichgesichter nicht. Hawsk bittet seinen Freund darum, dass ein Treck mit Siedlern das Indianergebiet überqueren darf, ohne dass es zum Kampf kommt. Ausserdem will er Rote Wolke mit dem Chef des Forts, Captain Trask (Walter Abel)I zusammenbringen. Der Empfang der zuerst frostig war, wird zunehmend harmonischer und Rote Wolke lädt Hawks ein, dass er im Lager der Indianer übernachten darf. Dort trifft Hawks auch auf die hübsche Indianerin Onathi (Elsa Martinelli), in die er sich sofort verliebt. In der Nacht kommt es zu einem Zwischenfall. Die beiden Siedler Wes Todd (Walther Matthau) und Chivington (Lon Chaney jr.) erschießen einen Indianer, als der ihnen verweigert Auskunft zu geben, wo der Goldschatz ist.  Der fiese Chivington kann fliehen, doch Todd wird gefangen genommen. Er soll sterben. Hawks setzt sich für ihn ein und kämpft um das Leben des Siedlers. Er gewinnt den Kampf gegen den Grauen Wolf und darf mit Todd zusammen das Dorf verlassen. Ein bedauerlicher Fehler, wie sich später herausstellen soll.
Zwar kommt es zum großen friedlichen Treffen mit den Indianern im Fort und auch zur Gewähr, dass der Treck das Land durchqueren darf. Doch Chivington und Todd sind immer noch scharf auf das Gold...

Mit dem 1956 inszenierten Indianerwestern "Als Vergeltung sieben Kugeln" (Alternativtitel: Zwischen zwei Feuern/ Originaltitel: The Indian Fighter) ist Andre de Toth ein toller, farbenprächtiger Klassiker gelungen, der den Zuschauer fesseln und fasznieren kann. Die Bilder sind alle großartig, die Macher legten sehr viel Wert auf die optische Gestaltung. Am Ende steht eine berühmte Schlußszene des indianischen Angriffs aufs Fort. Alles wirkt auch heute noch sehr spektakulär und spannend durchdacht.
Als Farmersfrau spielt auch Diana Douglas mit, Kirks erste Frau und Mutter von Michael Douglas. Die Witwe könnte sich natürlich auch einen mutigen Johnny Hawks als Mann an ihrer Seite vorstellen, doch Kirk Douglas spielt einen Wanderer, der nirgends so richtig heimisch sein kann. Seine Heimat ist das weite Land, er vergleicht die wunderbare Natur mit einer Frau. Und auf die ist er natürlich eifersüchtig. Johnny Hawks ist ein Typ, der der Eroberung des Wilden Westens nichts abgewinnen kann. So versteht sich "Als Vergeltung sieben Kugeln" auch als großartige Hymne auf die unbändige Natur. Der Film bemüht sich aber gleichzeitig um eine ehrlich und realistische Schilderung der Indianer. Interessanterweise kommt die Erotik nicht zu kurz, was in den Western der 50er Jahre meistens eher versteckt abgehandelt wurde. Hier in Andre de Toths Film wäscht sich Elsa Martinlli nackt in eimem Weiher und der Zuschauer ist amüsiert über die voyeuristische Neigung von Kirk Douglas.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Sonntag, 12. Dezember 2021

El Perdido (The Last Sunset)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Aldrich

Das hübsche Mädchen im gelben Kleid...

Regisseur Robert Aldrich ließ kein gutes Haar an seinem 1961 gedrehten Film "El Perdido" (Original: The Last Sunset). Er gab zum einen die Schuld Kirk Douglas, der nicht nur der Hauptdarsteller war, sondern den Film auch mitproduzierte - und in dieser Eigenschaft mischte er sich oft in die Regie ein und soll den Film im Schnitt völlig zerstört haben. Auch mit Drehbuchautor Dalton Trumbo war Aldrich äusserst unzufrieden. Er warf ihm mangelnde Motivation vor. Trumbo, der berühmte amerikanische Drehbuchautor, gehörte in den späten 40er Jahren zur Gruppe der sogenannten Hollywood Ten - unter Berufung auf den fünften Zusatzartikel der US-Verfassung weigerten sie sich vor dem Komitee für unamerikanische Umtriebe auszusagen. Als Konsequenz gabs Geld- oder Haftstrafen und Berufsverbot. Daher verbrachte er nicht nur einige Monate im Knast, sondern wurde auf eine schwarze Liste gesetzt. Trumbo musste jahrelang unter Pseudonym arbeiten. Er bekam zwar zwei Oscars für die besten Storys in "Ein Herz und eine Krone" und "Roter Staub" - aber sein Name wurde nie genannt. Erst Jahre später wurde seine Urheberschaft auch offiziell anerkannt. Durch den Einfluß des linksliberalten Superstar Kirk Douglas bekam er unter eigenem Namen Anfang der 60er Jahre wieder Arbeit. Auch Otto Preminger hatte Trumbo versprochen, ihn offiziell als Drehbuchautor für den Film "Exodus" zu nennen. Aldrich hatte das Gefühl Trumbo würde "El Perdito" vernachlässigen und sich viel mehr auf den Preminger Film zu konzentrieren.
Dennoch geht Aldrich mit seinem Film viel zu hart ins Gericht. Aldrich, der aus seiner Kritik am Hollywoodsystem nie einen Hehl machte, überzeugte durch unübliche kritisch-direkte Themen und brisante gesellschaftliche Fragen. Und so gestaltet ist auch dieser ungewöhnliche Western, dessen einzige Schwachstelle m.E. die Gesangseinlagen von Kirk Douglas mit einem mexikanischen Gesangstrio ist. Ansonsten ist das ein klasse Western, der reichlich unterbewertet in seinem Genre ist und als griechische Tragödie angelegt ist. Trumbos Drehbuch bietet schon einiges: Zum Beispiel eine Liebesgeschichte zwischen Vater und Tochter.
Das Grundgerüst der Geschichte ist allerdings in der Westernsparte weit verbreitet und beliebt. Ein Gesetzesmann und ein Bandit sind gemeinsam unterwegs. In dieser hindernisreichen Reise gibts viele Gefahren in der Gestalt von Banditen, Indianern, Naturkatastrophen und vor allem durch die zwei mitfahrenden Frauen.
Seit längerer Zeit wird der Herumtreiber, Revolverheld und Frauenheld Brendan O´Malley (Kirk Douglas) von einem gewissen Dana Stribling (Rock Hudson) verfolgt. Aus gutem Grund: Nicht nur dass er steckbrieflich gesucht wird, Stribling hat auch eine persönliche Rechnung mit O´Malley offen. Denn dieser hat Striblings Schwager ermordet und er gibt ihm auch die Schuld für den Selbstmord seiner Schwester. Doch inzwischen hat O´Malley mexikanischen Boden erreicht. Also offiziell ist der Haftbefehl dort ungültig. Dennoch gibt Stribling die Suche nicht auf. Er taucht auf der Ranch des alten und verbitterten Alkoholikers John Brekkenridge (Joseph Cotten) auf. Dieser hat eine große Rinderherde, die er über die Grenze nach Texas treiben lassen will. Er will dort mit seiner jüngeren Frau Belle (Dorothy Malone) und der 16jährigen Tochter Missy (Carol Lynley) eine neue Existenz aufbauen. Für den Treck kommt daher O´Malley wie gerufen. Und dieser ist nicht nur rein zufällig dort aufgetaucht. Denn Mrs. Brekkenridge war als junges Mädchen seine Geliebte. Bald taucht auch Stribling auf, der viel vom Viehtreck versteht und sich auch von dem Rancher engagieren lässt. So beginnt eine gefahrvolle Reise, wo die Reisenden alle ihre eigenen Absichten verfolgen. Am Ende soll ein Duell der beiden Kontrahenten stehen, denn O´Malley hat zwar versprochen mit nach Texas zu kommen. Aber von Stribling gefangen nehmen lassen wird er sich auf keinen Fall....

So steht am Ende dann wieder ein unausweichliches Duell von zwei grundverschiedenen Männern. Rock Hudson spielt den sensiblen Typen, der einem verwaisten Kalb wieder auf die Beine hilft. Kirk Douglas dagegen spielt einen innnerlich zerissenen Mann, der nur schwer seine Aggressionen im Zaun halten kann. Besonders wird dies in einer Szene sichtbar als er vor lauter Wut einen Hund würgt, um seinen Frust abzureagieren. Er hat aber vor ein neues Leben mit seiner damals angebeten Geliebten zu beginnen und geht mit Brekkenridge sogar eine Wette ein, dass er am Ende des Trecks nicht nur ein Fünfel der Herde will, sondern auch dessen Ehefrau bekommt. Mit schallendem  Gelächter geht der Rancher sogar auf diese ungewöhnliche Wette ein. Doch die Reise offenbart o´Malley die brutale Tatsache, dass auch Stribling eine Auge auf Belle geworfen hat...als die heranwachsende Tochter im gelben Kleid der Mutter erscheint, dass O´Malley von früher kennt und ihre Liebe gesteht, gibt er diesen Avancen begeistert nach. Doch die Tragödie offenbart sich erst im Schlußteil des Films. Ohne Perspektive geht O´Malley ins Duell. Und auch sein Kontrahent hat eine andere Seite des Verfolgten kenenngelernt und meint am Ende "Man kann keinen länger hassen, wenn man ihn erst näher kennt". Für beide Hollywoodstars bietet der Aldrich Film eine gute Rolle - am meisten beeindruckt jedoch die junge Carol Lynley, die man später noch in den beiden Preminger Filmen "Der Kardinal" und "Bunny Lake ist verschwunden" sah und hier als 16jährige Missy eine ganz starke Frauenfigur - trotz des jugendlichen Alters - verkörpert.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Mit stahlharter Faust (Man without a star)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie. King Vidor

Wandering Banjo Man...

Der US-Regisseur King Vidor hat bereits in der Stummfilmzeit Klassiker wie "Die große Parade" oder "Ein Mensch in der Masse gedreht". Er konnte seine Erfolge auch in der Tonfilmzeit fortsetzen, hatte in den 30er Jahren Erfolge mit "Die Zitadelle" oder "Stella Dallas" und schuf mit "Duell in der Sonne" in den 40er Jahren einen der kassenträchtigsten Western überhaupt. In den letzten Jahren seiner aktiven Laufbahn widmete er sich dem Monumentalfilm zu und konnte mit Werken wie "Krieg und Frieden" oder "Salomon und die Königin von Saba" das Publikum ebenfalls überzeugen.
Einer seiner interessantesten Filme ist vielleicht sogar der Western "Mit stahlharter Faust" - viele Kritiker meinten, dass es kaum einen anderen Western gäbe, in dem die Existenzfrage so brutal dargestellt wird wie in "Man without a star" - so der Originaltitel, der besser zum Thema des Films passt. Denn dieser Dempsey Rae verfügt über keinen Leitstern in seinem Leben. Es fehlt ihm immer noch an Orientierung und sowandert er durch den Wilden Westen, hält es nirgends lange aus. Immer wieder bleibt er für kurze Zeit an einem Ort, verdient sich als Cowboy ein bisschen Geld und zeiht dann wieder weiter. Er hat sich vorgenommen das Leben eher leicht zu nehmen. Er ist auch ein sehr guter Banjospieler. Er hat aber nicht mal ein Pferd, nur noch ein Sattel erinnert ihn ans Reiten. In der Anfangsszene braust eine Lokomotive heran und wird im Bild immer größer – der Zug dahinter transportiert Vieh und auch die Hauptfigur Dempsey Rae ist als blinder Passagier - wie andere Herumtreiber auch - an Bord. Zu diesen nicht zahlenden Passagieren zählt auch der Junge Jeff Timson (William Campbell), der von einen Bahnbediensteten aufgespürt, geschlagen und vom Zug vertrieben wird. Es ist Dempsey der dem jungen Mann hilft wieder in den fahrenden Zug zu kommen. In der Nacht werden die beiden Zeuge wie ein Bremer von einem weiteren Herumtreiner (Jack Elam) ermordet wird. Man verdächtigt Jeff und will ihn verhaften, doch Dempseys Aussage bewirkt, dass der Youngster seinen Hals aus der Schlinge ziehen kann. Fortan bleiben die Beiden zusammen und Dempsey macht seinen jüngeren Partner fit für das raue Leben im Wilden Westen. Gemeinsam werden sie als Cowboys auf der Triangle Ranch engagiert. Es ist eine riesige Ranch mit einem Bestand von 10.000 Rindern. Einige Nachbarn verfolgen mit Sorge die expandierenden Pläne der Ranchbesitzerin Reed Bowman (Jeanne Crain), sie überlegen ob sie ihr Land einzäunen müssen, damit sie das Gras darauf als Winterfutter mähen können um ihre Tiere durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Doch Reed Bowman hat skrupellose Pläne. Sie will ihren Viehbestand auf bis zu 30.000 Rinder ausbauen. Dies wäre der Untergang für alle kleineren Rancher in der Umgebung. Als Reed auch noch fiese Revolverhelden (u.a. Richard Boone) anheuert muss Dempsey seine Loyalität zu seiner attraktiven Chefin prüfen...


Ein Film auch über das Wechseln der Seiten und ein Film über das Ende des Wilden Westens. Denn die Rancherin Reed Bowman - gespielt von Jeanne Crain, die gegen ihr Image besetzt wurde - hat vor ein paar Jahre große Herden zu züchten, in kurzer Zeit viel Kasse machen und dann verschwinden. Sie pfeift auf die Rücksicht gegenüber Anderen. Eine Vertreterin des ungezügelten Kapitalismus. Parallelen solcher Ambitionen zur heutigen Systemkrise sind augenfällig. Auf dem Höhepunkt des Films muss das Land durch Stacheldraht reguliert wreden, damit es von den ausbeuterischen Absichten der Großunternehmer geschützt bleibt. Kirk Douglas gelingt mit Stärke und Humor eine tolle Westernfigur abzuliefern. Das Spiel mit dem jungen William Campbell gestaltet sich anfangs als heiteres Buddy-Movie Motiv, wird aber auf dem Höhepunkt noch richtig dramatisch, denn die berechnende Frau treibt einen Keil in die Freundschaft. Der Stacheldraht hat eine unterschiedliche Bedeutungen. Einmal widerspricht es dem Ideal von Freiheit, wie Dempsey sie sich erträumt. Der Draht nützt aber im Laufe der Handlung den reichen Besitzern nützt. So wird der Held der Geschichte unfreiwillig Gesinnungsgenosse und Helfeshelfer der reichen Viehbaronin. Somit ist "Mit stahlharter Faust" auch ein Film über den notwendigen Verrat von eigenen Idealen, damit er seine anderen Ideale in Punkto Freundschaft und Loyalität noch erfüllen kann. Am Ende ist klar, dass er mit diesem Widerspruch nur die eine Möglichkeit hat: Er muss weiterziehen. Drehbuchautor war Borden Chase (Red River, Winchester 73, Über den Todespass, Der weiße Teufel von Arkansas). In weiteren Nebenrollen sind Claire Trevor und Jay C. Flippen zu sehen. 

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Der Weg nach Westen (The Way West)


Regie: Andrew V. McLaglen

Der Treck nach Oregon...

1967 inszenierte Andrew V. McLaglen mit dem Siedlerepos "Der Weg nach Westen" sicherlich einer seiner besten Filme. Vor allem die realistische Schilderung dieses Trecks von Missouri bis nach Oregon ist überzeugend realistisch. Dazu kommt die Verschönerung der Geschichte durch den Bilderbogen, den der Kameramann William S. Clothier einmal mehr präsentiert.
Erzählt wird die beschwerliche Reise eines Siedlertrecks von Missouri ins entfernte Oregon, der von Senator William J. Tadlock (Kirk Douglas) geleitet wird. Der Mann, der seine Frau verloren hat und nur noch seinen kleinen Sohn (Stefan Arngrim) hat, will in Oregon mit den Mitreisenden eine neue Zukunft aufbauen. Dazu hat er vor eine Stadt zu bauen, der Bauplan steht schon fest. Aber die Reise ist auch gefährlich, deshalb engagiert er den versierten Dick Summers (Robert Mitchum), der als der beste Führer durch das noch unentdeckte Land gilt. Auch Farmer Lije Evans (Richard Widmark) kann seine Frau Becky (Lola Albright) überreden die Zelte abzubrechen und eine neue Herausforderung anzunehmen. Sohn Brownie (Michael McGreevey) ist aber sofort Feuer und Flamme und hat sich gleich in die etwa gleichaltrige und frühreife Mercy McBee (Sally Fields) verguckt, die mit ihren Eltern (Harry Carey jr, Connie Sawyer) reist. Auch das junge frischvermählte Ehepaar Johnny (Michael Witney) und Amanda Mack (Katherine Justice) sind unter den vielen Reisenden. Summers hat ein Problem mit seinem Augenlicht und ist dem Alkohol nicht abgeneigt, dies führt immer wieder zu Differenzen mit den selbstherrlichen Senator. Bald gibt es ein erstes Treffen mit den Indianern. Summers kann gerade noch rechtzeitig einschreiten als der junge Brownie von den Rothäuten getötet werden soll. Die Indianer reiten mit zum Treck, der etwas entfernt lagert. In dieser Nacht meint es das Schicksal nicht gut mit den Siedlern. Johnny, von seiner Frau ständig abgewiesen, trifft sich im Wals mit Mercy - die beiden lieben sich und während die anderen Siedlern mit den Indianer feiern, fällt ein Schuß. Johnny ist der Schütze, der dachte, dass ein wildes Tier sich anschleicht, stattdessen war es der kleine Sohn des Häuptlings, der tot unter dem Tierfell liegt. Die Siedler verheimlichen das Unglück und versuchen so schnell wie möglich weiterzufahren und vor den Indianern zu flüchten. Doch die Indianer lassen nicht locker...

Am Anfang wird der old School Western etwas behäbig und altmodisch, doch der Treck gewinnt zunehmend an Fahrt. Dabei ist es interessant, dass die drei Zugpferde gar nicht mal markante Rollen spielen, besonders Mitchum und Widmark bleiben insgesamt zwar solide, aber weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Lediglich Kirk Douglas als zwiespältiger Treckführer, der das Unternehmen so führt, dass noch eine Meuterei aufkommt, hat einige wirklich gute Szenen. Und davon bietet der Film auch sonst recht viel. Besonders die Sequenzen mit den Indianern sind äusserst spannend und sorgen auch für einen dramatischen Schlußpunkt und einen Gehängten. Die interessanteren Charaktere des Films sind eindeutig die jüngeren Treckmitglieder. Der unterversorgte Ehemann Johnny, aber auch der aufrechte Brownie, der im Laufe der Handlung vom Kind zum Erwachsenen wird. Die zweifache Oscarpreisträgerin Sally Field ist in ihrer ersten Rolle zu sehen.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

 

Dienstag, 30. November 2021

Zwei rechnen ab (Gunfight at the O.K. Corral)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: John Sturges

Die Schießerei am O.K. Corral...

"Zwei rechnen ab" aus dem Jahr 1957 ist sicherlich John Sturges zweitpopulärster Western nach "Die glorreichen Sieben". Der toll fotografierte Farbfilm in Technicolor und Vistavision (Kamera: Charles Lang) fängt bereits stimmungsvoll mit einem von Dimitri Tiomkin geschriebenen atmosphärisch perfekt passenden Filmsong "Gunfight at O.K.Corral" gesungen von Frankie Laine an. Mit dieser Eingangssequenz erinnert der Film auch an den großen Klassiker "High Noon" von Fred Zinnemann, der ebenfalls im Filmsong bereits die nachfolgende Story aufgrieift. Im Original heißt der Film auch "Gunfight at the O.K. Corral" und reiht sich somit ein in die vielen Western um die Legende Wyatt Earp und Doc Holliday. Aufgrund der Starbesetzung Burt Lancaster und Kirk Douglas wurde der Film zum großen Kassenhit und spielte damals 11 Millionen Dollar ein. Das legendäre Duelll ließ den Regisseur nicht los, denn 10 Jahre später drehte er mit "Die fünf Geächteten" einen weiteren Film zu diesem Thema, diesmal mit James Garner und Jason Robards. In einer der ersten Szenen lernt der Zuschauer die beiden Helden bereits kennen. Schauplatz ist die Texasstadt Fort Griffin. Dort lebt vorübergehend der Revolvermann und Glücksspieler Doc Holliday (Kirk Douglas), ein ehemaliger Zahnarzt mit seiner Geliebten Kate Fisher (Jo van Fleet). Hier taucht auch Ed Bailey (Lee van Cleef) auf, der der Mörder seines Bruders rächen will. Dabei erschoß Doc den Mann in Notwehr. Zur gleichen Zeit kommt auch der bekannte Marshall Wyatt Earp (Burt Lancaster) in die Stadt. Er denkt, dass Doc Holliday einige Informationen üer Ike Clanton (Lyle Bettger) und Johnny Ringo (John Ireland) geben könnte. Doch er ist beim ersten Treffen mit den exzentrischen Zahnarzt nicht erfolgreich, stattdessen gibt er dem aber den entscheidenden Hinweis für das erfolgreiche Duell mit Ed Bailey, das wenig später im Saloon der Stadt stattfindet. Die aufgebrachte Menge versucht Doc zu lynchen und wieder ist es Wyatt Earp, der den Mann vor dem Tod rettet. Sie werden sich wieder begegnen. Inzwischen ist Wyatt Marshall in Dodge City und verliebt sich in Laura Denbow (Rhonda Fleming) Eines Tages erreicht ihn aus Arizona der Hilferuf seiner Brüder James (Martin Milner), Virgil (John Hudson) und Morgan (de Forrest Kelley), die in einen Konflikt mit der rivalisierenden Clayton Bande geraten sind. Obwohl seine Frau ihn darum bittet den Konflikt zu vermeiden, geht Wyatt nach Tombstone, um seinen Brüdern beizustehenden. An seiner Seite steht sein Freund Doc Holliday. Der Streit der beiden Parteiene findet seinen blutigen Höhepunkt in der legendären Schießerei am O.K. Corral, bei dem die Claytons den Tod finden..


.als junger Bruder von Ike Clanton ist Dennis Hopper in einer seiner ersten Rollen zu sehen. Interessanterweise ist der Film trotz der Bekanntheit seiner Geschichte nie langweilig und kann immer wieder eine gute Spannung aufbauen. Dies gelingt vor allem durch die durchweg guten Darstellerleistungen, allerdings überstrahlt Kirk Douglas mit seiner Galavorstellung als Doc Holliday den Rest des gut aufgelegten Ensembles. Die Kameraarbeit begleitet diesen klassischen Western, der sich in jeder Sekunde auf seine gekonnte traditionelle Machart verlässt. Die Kamera schaut ruhig zu, wenn die Männer entschlossen zum Ort der Schießerei gehen. Alles ist perfekt durch choreografiert und der Showdown gestaltet sich dramatisch und ohne Gnade. Burt Lancaster als Wyatt zögert gar, den auf ihn zielenden Billy zu töten. Doch sein Freund erinnert ihn daran, dass im Duell das Zögern keinen Sinn macht. Um zu überleben braucht es diese Gnadenlosigkeit. Der Film erhielt - was für einen Western eher selten ist - zwei Oscarnominierungen für den besten Schnitt und den besten Ton.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Sonntag, 28. November 2021

Den Hals in der Schlinge (Along the great divide)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Raoul Walsh

Hängt den Mörder...

"Along the Great Divide" von Raoul Walsh wurde 1951 gedreht und war Krik Douglas erster Western überhaupt. In den deutschen Kinos lief er unter dem Titel "Den Hals in der Schlinge" und überzeugt vor allem durch die darin verwobene Liebesgeschichte zwischen dem regelorientierten Marshall und der resoluten Tochter des Farmes. Gespiel wird die Farmerstochter von Virginia Mayo. Gedreht wurde der Film nicht in den Studios von Hollywood, denn Regielegende Raoul Walsh war ein bekennender Fan von Aussenaufnahmen. Tatsächlich wurde "Den Hals in der Schlinge" in der Wüste gedreht - was man an vielen Einstellungen erkennen kann. Der Wind wirbelt in beinahe jeder Einstellung den Staub der Prärie auf und wenn die Pferde in der Distanz galloppieren, sind sie ständig in Wolken voller Staub eingehüllt. So entsteht ein großes Maß an Realismus bei diesem Ritt in die größere Stadt Santa Loma, wo es richtige Gerichtsverhandlungen gibt. Draußen im weiten Land herrscht aber immer noch das Gesetz der Stärkeren und Mächtigeren. Und auch die Lynchjustiz. Der alte Tim Keith (Walter Brennan) soll dem Viehzüchter Ned Roden (Morris Ankrum) Tiere gestohlen haben. Was aber noch viel schlimmer wiegt: Er wird beschuldigt den geliebten Sohn von Roden erschossen zu haben. Obwohl Tim Keith, den alle Pop nennen, seine Unschuld beteuert, steht er schon unterm Galgenbaum. Ned Roden und sein zweiter Sohn Dan (James Anderson) wollen den Mörder hängen. Bundesmarshall Len Merrcik (Kirk Douglas) und seine beiden Stellvertreter Lou Gray (Ray Teal) und Sam Weaver (Hugh Sanders) kommen aber gerade noch rechtzeitig und verhindern das Lynchen. Merrick ist fest entschlossen den Verdächtigen einem ordentlichen Gericht zuzuführen. Das wird nicht einfach werden, denn der Viehzüchter kündigt an, dass er diesen Ritt in die Stadt auf jeden Fall stören will. Der Mörder hat es nicht verdient, dass er einen fairen Prozess bekommt. Durch einen kurzen Zwischenstopp auf Pops Farm machen die Gesetzeshüter auch Bekanntschaft mit Pops Tochter Ann (Virginia Mayo), die unter allen Umständen ihrem Vater zur Flucht verhelfen möchte. Denn sie glaubt nicht, dass ein einfacher Farmer gegen einen mächtigen Viehbaron vor Gericht eine reele und faire Chance hat. Merrick aber schwört auf das Gesetz und alle Bitten der hübschen Frau den unschuldigen Vater freizulassen, damit er nach Mexiko flüchten kann, sind vergeblich. Nach vielen Strapazen und einigen Opfern erreicht Merrick mit seinem Gefangenen tatsächlich die Stadt. Doch im Prozess hat Pop tatsächlich keine Chance. Und inzwischen hat sich der sture Marshall auch noch in die temperamentvolle Anne verliebt...

Zum Glück findet der Marshall im letzten Moment noch den wahren Mörder von Rodens Sohn. Was dem Zuschauer aber schon lange vorher klar wurde. In stimmungsvollen Schwarz-weiß Bildern kann dieser kleine Western gut überzeugen und auch wenn er nicht zu den ganz großen Klassikern des Genres gerechnet wird. Für Westernfans ist der erste Western von Kirk Douglas ein gutes Vergnügen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Der letzte Zug von Gun Hill (Last Train from Gun Hill)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie; John Sturges

Rache....

 Der Film "Der letzte Zug von Gun Hill" ist ein richtig guter Edelwestern aus den ausgehenden 50s. Eine übliche Rachestory wird durch psychologische Momente erheblich aufgewertet - so jagt Kirk Douglas den Vergewaltiger und Mörder seiner indianischen Frau, die von Ziva Rodan gespielt wird.

Ihr gehört auch die erste Sequenz des Films. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn Petey (Lars Henderson) unterwegs zu ihren indiansichen Verwandten, doch die beiden jungen betrunkenen Cowboys Lee Smithers (Brian G. Hutton) und Rick Belden (Earl Holliman) haben schon Notiz von der "Squaw" genommen und nehmen ihre Verfolgung auf.  Die Mutter beauftragt ihren Jungen noch schnell wegzureiten - er soll Hilfe holen. In der Zwischenzeit aber wird sie vergewaltigt und anschließend ermordet, weil sie sich gewehrt hat. Der Junge kehrt mit dem Pferd der Mörder zum Vater (Kirk Douglas) zurück, der Marshall einer Kleinstadt ist.
Er kann seiner Frau nicht mehr helfen, sie liegt tot im Dickicht des Waldes.
Doch Morgan erkennt den Sattel sofort - es ist das Eigentum seines besten Freundes Craig Belden (Anthony Quinn), der inzwischen als schwerreicher Viehbaron in Gun Hill lebt und dort auch herrscht. Die beiden Freunde haben sich schon Jahre nicht mehr gesehen.
In der Annahme, dass dieser Sattel von seinem alten Freund gestohlen wurde, reist Morgan nach Gun Hill Vielleicht findet er dort einen neuen Anhaltspunkt, doch es wird ihm sehr schnell klar, dass einer Mörder Beldens verzogener Sohn Rick ist. Belden will seinen Sohn nicht verlieren, so werden die beiden ehemaligen Freunde zu harten Konkurrenten. Die Vorteile liegen eindeutig bei Belden, dem die ganze Stadt hilft. Immerhin beschließt Beldens Freundin (Carolyn Jones) Morgan zu helfen...

Anthony Quinn verkörpert als verzweifelter, aber dennoch zu allem entschlossenen Viehbaron, diesen schon an sich selbst zerbrochenen Macho. Der Sohn von Quinn ist der gesuchte Täter und es wird auch klar, dass der Vater nicht unschuldig an der Entwicklung seines missratenen Sprößlings war
Es ist den beiden Hauptdarstellern zu verdanken, dass diese Story blendend funktioniert und mit einem gewissen Tiefgang daher kommt. Es ist auch einer von Sturges Filmen, die völlig einfach konzipiert sind - und dennoch eine große Wirkung erzielen. So ist Sturges "Stadt in Angst" etwas ähnlich. Auch dort kommt ein Fremder in die Stadt mit der heiklen Mission einen Mörder zu finden und was er zuerst lernt ist die Ablehnung der Bürger dieser Stadt. Genau wie "Verrat in Fort Bravo", "Das Geheimnis der fünf Gräber", "Der Schatz der Gehängten", "Zwei rechnen ab" und "Die glorreichen Sieben" ist auch "Der letzte Zug von Gun Hill" ein echter Sturges-Meilenstein im Westerngenre. Tolle Kamera, superguter Schnitt, klasse Score - dazu dramatische Szenen bis zum Ende, dass auf dem Bahnhof von Gun Hill stattfindet.
 
Bewertung: 9 von 10 Punkten

Freitag, 26. November 2021

Der weite Himmel - Das Geheimnis der Indianerin (The Big Sky)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Howard Hawks

Von St. Louis nach Montana...

Der Trapper Jim Deakins (Kirk Douglas) beschliesst im Jahr 1932 seine Heimat Kentucky zu verlassen, da ihn die Ferne und das Abenteuer lockt. Auf dem Weg nach St. Louis lernt er zufällig den flüchtigen Boone Caudill (Dewey Martin) kennen, der ihm bei der ersten Begegnung gleich zwei Faustschläge verpasst. Dennoch setzen sie gemeinsam die Reise in die damals ca. 10.000 Einwohner große Stadt am Missouri fort und sind als sie dort ankommen Freunde geworden.
Boone ist heißblütig und streitsüchtig und er liebt Schlägereien. Beide suchen nach Boones Onkel Zeb Calloway (Arthur Hunnicut), der ihnen vielleicht eine Arbeit vermitteln könnte.
Zeb ist eine Art Waldläufer und er ist einer der wenigen, die dort das noch unerforschte Gebiet des Missouri bereits erkundet haben, immer auf der Hut vor den Crow oder Blackfoot Indianern, die den weissen Männern nicht unbedingt freundlich gesinnt sind.
Im Gefängnis treffen sie dann auch tatäschlich Onkel Zeb, der vorhat mit französischen Pelzjägern unter der Leitung von Captain Jourdonnais (Steven Geray) eine gefährliche und lange Bootsexpedition bis hoch in das Indianergebiet in den Bergen Montanas zu unternehmen. Die Fahrt auf dem Fluß ist 2000 Meilen weit, inmitten von Indianergebiet.
Auch die Missouri River Company ist eine Gefahr für die wagemutigen Männer, denn diese fürchtet die Konkurrenz.
Um unbeschadet das Indianergebiet durchqueren zu können, hat der Captain einen besonderen Trumpf in der Hand. Es handelt sich um die Häuptlingstochter Teal Eye (Elizabeth Threatt) der Blackfoot Indianer.
Bald verlieben sich die beiden Freunde Jim und Boone in das Indianermädchen. Als der Indianer Poordevil (Hank Worden) die Expedition entdeckt, müssen sie diesen ebenfalls behalten, damit sich nicht herumspricht, dass sie die Indianerin bei sich haben...


"The Big Sky" entstand 1952 in der Regie von Howard Hawks und der Western steht in Sachen Popularität etwas im Schatten von Hawks Meisterwerken des Genres wie "Red River", "Rio Bravo" oder "El Dorado". Dabei hat das Pionierepos einiges zu bieten, was den Westernfan begeistert: Tolle Landschaftsaufnahmen eines noch unentdeckten Landes, eine schöne Geschichte über Freundschaft und Liebe, Banditen, Indianer auf dem Kriegspfad und am Ende eine verantwortungsvolle, aber auch gefühlvolle Entscheidung.  Das Drehbuch basiert auf dem Roman "The Big Sky" von A. B. Guthrie jr. Der Film selbst wurde in Deutschland unter sehr vielen verschiedenen Namen vermarktet, er hiess bereits "Das Geheimnis der Indianerin" oder "Die Flußpiraten vom Missouri". 1971 strahlt die ARD den Film in einer längeren Fassung (122 Minuten) aus. Die Kinoversion war damals merklich gekürzt. Es existiert auch eine 134 Minuten Fassung, die auf der DVD von Kinowelt im Original mit deutschen Untertiteln enthalten ist. Allerdings ist die Bildqualität sehr schlecht. Auch die 122 Minuten Fassung ist nicht unbedingt ein Highlight, was das Bild betrifft. Wäre schön, wenn die Neuauflage, die im Herbst erscheint, eine wesentlich verbesserte Fassung bieten würde.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.