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Samstag, 8. Januar 2022

Der Marshall (True Grit)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry Hathaway

Das Mädchen Mattie Ross...

Als Kinolegende John Wayne am 7. April 1970 im Dorothy Chandler Pavillon in Los Angeles den Oscar als bester Hauptdarsteller für "Der Marshall" entgegennahm, wurde nicht nur seine Leistung als alter Haudegen in Henry Hathaways Edelwestern gewürdigt, sondern auch für seine gesamte, beinahe 45 Jahre lange, Karriere in Hollywood. Weltberühmt wurde er aber erst durch John Fords "Ringo" und dann wurde er zu dem erfolgreichsten Westernstar der Filmgeschichte. Unvergessen seine Darstellungen in "Red River" , in "Fort Apache", in "Der Mann, der Liberty Valance erschop", in "Rio Bravo" und vor allem in "Der schwarze Falke". Als Wayne den Preis entgegennahm, meint er nur "wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich schon vorher diese Augenklappe angezogen". Der Film basiert auf dem Roman "Mutige Mattie" von Charles Portis und zeigt Wayne als einäugigen, eisenharten alten Trunkenbold Reuben J. Cogburn, den alle nur Rooster (Gockel) Cockburn nennen. Dieser Marshall fackelt nicht lange und hat bereits in seiner 4 Jährigen Eigenschaft als US-Marshall 23 Männer aus Notwehr oder auf der Flucht erschossen. Die einzigen Freunde, die er hat, sind der Chinese Chen Lee (H.W. Gim) und die rote Katze General Sterling Price (rote Katze General Sterling Price). Während er auf ständiger Jagd nach Verbrechern ist, ereignet sich in Fort Smith, Arkansas ein feiger Mord an dem Farmer und Geschäftsmann Frank Ross (John Pickard). Der Mörder ist sein Bekannter Tom Chaney (Jeff Corey) - nunmehr auf der Flucht und vermutlich hat sich der Verbrecher der Ned Pepper (Robert Duvall) Bande (u.a. Dennis Hopper, Jeremy Slate) angeschlossen. Franks Tochter Mattie (Kim Darby), ein aufgewecktes, um nicht zu sagen vorlautes Mädchen im Alter von 14 Jahren, schwört Rache und will den Mörder hängen sehen. Mattie, die ihrem Vater auch schon die Buchhaltung gemacht hat, verlässt ihr Elternhaus in Dardanelle in Yell County und trifft dann in Fort Smith diesen Marshall Cockburn, der sich für 100 Dollar bereiterklärt den Halunken zu fassen. Wobei er lieber allein auf Verbrecherjagd gehen würde...aber Mattie lässt sich nicht abschütteln und auch der Texas Ranger La Boeuf (Glen Campbell) schließt sich an, da Chaney auch in Texas sein Unwesen trieb und einen Senator samt Hund erschossen hat. Das ungleiche Trio bricht nun auf. Unterwegs gibts immer wieder Stress, ganz tolle Bilderkompositionen von Kameramann Lucien Ballard, der am Ende auch noch in den schönsten Herbstfarben ein furioses Finale aufbereitet. Rooster allein gegen die Übermacht von den vier übrig gebliebenen Banditen. Attacke....

In Hollywood sah man diesen Western als den letzten großen Coup der drei fetten alten Männer. Producer Hal B. Wallis, Regisseur Henry Hathaway und Westernstar John Wayne. Tatsächlich kann man "Der Marshall" als einen der letzten großen Klassischen Hollywood-Western ansehen. Nach "Die 4 Söhne der Katie Elder" und "Nevada Smith" war dies ein weiterer Riesenerfolg für Hathaway., der es hier noch einmal richtig krachen ließ. Der Film braucht zwar ein bisschen um in die Gänge zu kommen. Das Geplänkel der kleinen Nervtröte Mattie mit Rooster, mit dem Texasranger oder mit einem Geschäftsmann hätte daher vielleicht etwas kurzer ausfallen dürfen, aber ab dem zeitpunkt als das Trio an der kleinen Hütte vor imposanter Kulisse ankommen, packt der farbenprächtige Film sofort. Auch Waynes Spiel sich selbst nicht so wichtig zu nehmen - er fällt auch mal vor lauter Trunkenheit unbeholfen aus dem Pferd und gibt dann an, dass das Pferd gestrauchelt wäre - ist putzig und regt zum Schmunzeln an. Er hat natürlich die besten Szenen als gebrochener Held, der in "Der Marshall" aber nicht melancholisch wehmütig wird, sondern alles mit einem guten Humor auf die leichte Schulter nimmt. Darauf einen Whisky.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Sonntag, 12. Dezember 2021

Nevada Smith (Nevada Smith)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry Hathaway

Der junge Rächer Max Sand...

1966 entstand mit "Nevada Smith" einer der letzten klassischen Western, der aber gleichzeitig aber schon als einer der ersten Spätwestern gilt. Regisseur Henry Hathaway inszenierte seine Rachegeschichte dabei stellenweise wie ein Epos. Die starken Bilder von Lucien Ballard, der auf etwa 46 verschiedene Standorte im Inyo National Forest in der Sierra Nevada und dem Owens Valley in Südkalifornien zurückgreifen. Hathaway war nicht nur ein Westernroutinier, er schuf mit "Garten des Bösen" (1954), "Schieß zurück, Cowboy" (1958), "Das war der wilde Westen" (1961), "Die 4 Söhne der Katie Elder" (1965) oder "Der Marshall" (1968) echte Klassiker.
Die Hauptrolle ging an den damaligen Kassenstar Steve McQueen, der auf den ersten Blick mit seinen 35 Jahren fast schon ein bisschen zu alt für die Rolle des jugenlichen Rächers Nevada Smith war, aber dann doch durch seine Ausstrahlung und Coolness so perfekt passt, dass dieses Manko keine Rolle mehr spielt. Die Figur selbst stammt aus dem Roman "Die Unersättlichen" von Harold Robbins, dort taucht die Figur Nevada Smith auf. In der Roman-Verfilmung des Robbins Bestsellers durch Edward Dmytryk wird Nevada Smith von Alan Ladd verkörpert.
Ein Trio von Outlows - Bill Bowdre (Arthur Kennedy), Jesse Coe (Martin Landau) und Tom Fitch (Karl Malden) tötet in brutaler Weise den weißen Vater und die indianische Mutter von Max Sand (Steve McQueen). Der junge Mann findet seine Eltern regelrecht massakriert vor und schwört Rache. Diese Aufgabe wird für ihn zum einzig sinnvollen Lebensinhalt, doch er muss auf dieser Suche nach den Mördern in vielen Dingen zuerst noch wachsen. Er kann weder schießen, auch das Schreiben und Lesen hat er nie gelernt. Er reagiert teilweise auch sehr unbesonnen und beinahe passiert ihm der Fehler unschuldige Männer mit den Mördern zu verwechseln. Er lernt auf seiner Reise der Rache den Wanderbüchsenmacher Jonas Cord. Sr (Brian Keith) kennen, der Max durchfüttert und ihm auch den Umgang mit dem Revolver lehrt.
Mit Hilfe des Saloongirls Neesa (Janet Margolin), einer Kiowafrau wie seine Mutter, kann er den ersten der Männer ausfindig machen. Für die Rache an dem zweiten Mann nimmt er es auf sich ins Gefängnis zu gehen, wo sich dieser Bowdre befindet. Gemeinsam mit einem Boot, dass das Cajun Mädchen Pilar (Suzanne Pleshette) für Max zur Flucht besorgt hat, soll auch der zweite Teil der Rache vollzogen werden. Mittlerweile wird aber Max auch selbst gesucht. Sein Steckbrief gelangt in die Hände von Fitch, der nun besonders auf der Hut ist vor diesem Rächer, der all die Jahre nie seine Mission ausser Acht ließ. Die Begegnung mit einem Padre (Raf Vallone) bringt ihn aber auch nicht davon ab weiter nach Fitch zu suchen...

 Das Finale erweist sich nicht nur als letztes Mosaik im Racheplan, sondern auch als bittere Bestandsaufnahme und Reifeprüfung für den zielgerichteten Max, der plötzlich erkennen muss, dass auch er sich durch seine Ausrichtung als Rächer verändert hat. Durch die Rachegeschichte rückte "Nevada Smith" in seiner Zeit auch sehr nahe an den in seinem Einfluß immer stärker werdenden Italo-Western. Vor allem ist "Nevada Smith" aber auch einer der ganz großen Arbeiten des Lucien Ballard, der zwar nur einmal für den Oscar nominiert wurde, aber unvergessen bleibt für seine grandiosen Kameraarbeit in den beiden Peckinpah Meisterwerken "Sacramento" und "Wild Bunch" wurde. Auch hier hat für "Nevada Smith" hat er imposante Bilderkompositionen geschaffen, die dem Film eine epische Kraft verleihen. Leider ist dieser Western filmgeschichtlich etwas unterbewertet, denn auch die Musik von Alfred Newman steuerte viel dafür bei, dass ein Klassiker geboren wurde. Die Geschichte selbst ist auch immer ein bisschen Odyssee, zuzuschreiben von dem großen Willen des Protagonisten, aber auch von dessen Unvernunft alles andere diesem Ziel unterzuordnen. Der Mann nimmt daher ganz viel destruktive Strömung in Kauf. Wenn er im Schlußbild wegreitet, dann prägt zum ersten Mal Bitterkeit sein Gesicht. Der Film endet dort, wo Nevada Smith, wie der junge Max sich irgendwann im Film selbst umbenannte, seine neue Bestimmung suchen muss

Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Die 4 Söhne der Katie Elder (The Sons of Katie Elder)


Regie: Henry Hathaway

Lebt denn die alte Frau Elder noch ?

Das Bild von einem Schaukelstuhl, der sich wie von Geisterhand von alleine bewegt, kennt man eher aus dem Horrorfilmbereich. In Henry Hathaways Edelwestern "Die vier Söhne von Katie Elder" aus dem Jahr 1965 beherrscht dieses Bild aber auch zweimal die Szene. Es ist dieser Schaukelstuhl der verstorbenen Katie Elder aus Clearwater, Texas. Im Grunde ist auch sie die Hauptfigur des Films, auch wenn sie nicht mal in einer Rückblende zu sehen ist. Aber ihr gütiger Geist ist allgegenwärtig. Eine äusserst beliebte Frau in diesem kleinen Ort. Ihr Mann starb ein halbes Jahr vor ihr, doch nun zu ihrer anstehenden Beerdigung konnten auch die vier Söhne ausfindig gemacht werden. John (John Wayne), der Älteste ist ein berüchtigter und gefürchteter Revolverheld. Auf Matt (Dean Martin), dem Zweitältesten könnten auch ein paar Steckbriefe passen. Beide zog es früh in die Fremde. Auch Matt (Earl Holliman) folgte ihnen nach. Er blieb zwar auf dem bürgerlichen Weg, doch sein Eisenwarenhandel war ein Flop. Nur der Jüngste Bud (Michael Anderson jr.) besucht schon seit längerer Zeit als erster der Elders ein College. Die Mutter machte dies möglich. Aber auch Bud würde liebend gerne seinen missratenden Brüdern nacheifern. Sheriff Bill Wilson (Paul Fix) hat die Befürchtung, dass mit dem Auftauchen der Elder Brüder Ärger vorprogrammiert ist und kontrolliert mit seinem beflissenen Deputy Ben Latta (Jeremy Slate) den Zug, der an diesem Tag am Bahnhof anhält. Es steigt allerdings nur ein gefährlich wirkenden Fremder (George Kennedy) aus. Auch drei Brüder warten, aber John scheint nicht zu kommen. Als die Beerdigung stattfindet, steht dieser versteckt hinter einem Felsen. Wegen seinem schlechten Ruf hat er entschieden der Beerdigung nur heimlich beizuwohnen. Später trifft er sich mit seinen Brüdern und von Sheriff Bill erfahren sie, dass der Vater sechs Monate zuvor getötet wurde. Am Abend vor seinem Tod soll er zudem die Elder Farm bei einem Glücksspiel an den mächtigen Morgan Hastings (James Gregory) verloren haben. Die Elders ahnen, dass an der Geschichte etwas faul sein muss. Dies sieht zwar auch der Sheriff so, aber er hat keine Beweise gegen Hastings in der Hand, der diverse Zeugen benennen konnte, die seine Geschichte bestätigen. Die hübsche Mary Gordon (Martha Hyer) kümmert sich ein bisschen um das Wohl der Brüder. Als die Elders Hastings einen Besuch abstatten, ist nur dessen unsicherer Sohn Dave (Dennis Hopper) anwesend, der aber durch sein eigenartiges Verhalten den Verdacht der Elders noch verstärkt. Hastings hat auch einen Auftragskiller angeheuert und bezichtigt die Brüder bald des Mordes...

"Die vier Söhne der Katie Elder" ist einer der populärsten Western von John Wayne. Der Film ist perfekt auf den Star zugeschnitten. Im Grunde muss John Wayne wie so oft nur John Wayne spielen. Eine schauspielerische Höchstleistung wie in "Der schwarze Falke", "Red River" oder "Der Mann, der Liberty Valance erschoß" muss Wayne nicht erbringen. Dennoch funktioniert der Film super, auch wenn er manchmal etwas übertrieben und albern wird, vor allem dann, wenn die vier Brüder miteinander kommunizieren. Dennoch tun diese humorigen Einlagen der Spannung keinen Abbruch. Aber Highlight ist natürlich John Wayne...und vor allem auch die tolle Kameraarbeit von Lucien Ballard, der nur einmal in seiner langen Filmkarriere eine Oscar-Nominierung erhalten hat. Das war 1964 für "Frauen, die nicht lieben dürfen".
Seine Filmographie ist aber reichhaltig an Klassikern: "Marocco" (1930), "Fünf Perlen" (1952), "Prinz Eisenherz" (1954) "Die weiße Feder" (1955), "Weint um die Verdammten" (1957), "Sacramento" (1962), "Nevada Smith" (1966), "Der Verwegene" (1968), "The Wild Bunch" (1969), "Der Marshall" (1969), "Abgerechnet wird zum Schluß" (1970) oder "Nevada Pass" (1976). Viele Western wurden durch seine edlen Bilder aufgewertet und so ist auch "Die vier Söhne der Katie Elder" für jeden Westernfan ein Augenschmaus. 2005 versuchte sich John Singleton an einem Remake - seine vier Brüder kehrten aber ins Ghetto zurück und nahmen Rache für ihre Mutter. Hauptdarsteller war Mark Wahlberg.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

 

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Das war der wilde Westen (How the West was won)


Regie: Henry Hathaway, John Ford und George Marshall

Die Eroberung des Weiten Landes...

In den USA war "Das war der Wilde Westen" der zweiterfolgreichste Kassenhit des Jahres 1963. Der Film kam auf ein phänomenales Einspielergebnis von 76 Millionen Dollar.
Produzent Bernard Smith stellte den aufwendigen Western Monunentalfilm für MGM und Cinerama her. Beide Produktionsfirmen entschieden, den Film im dreistreifigen Cinerama Format zu drehen. Da dieses 2.65_1 Cinerama Format nur für tiefgewölbte Leinwände vorgesehen war, zeigt die frühere 35mm Fernsehfassung sphärisch verzerrte Ränder und nur einen Bruchteil des eigentlichen Bildes. Die Stöße zwischen diesen drei Filmstreifen waren auch optisch deutlich erkennbar. Diese Fehler wurden nun in der DVD Veröffentlichung weitestgehend korrigiert.
Dennoch sieht man sofort, dass so ein Film die großen Kinoleinwände braucht. Um die riesige Länge dieses Kinobildes komplett zu zeigen, sind die schwarzen Balken unten und oben beinahe genauso groß wie das Bild selbst.
Mehrere Regisseure waren an dem Film beteiligt. Henry Hathaway drehte drei Episoden (Der Fluß, Der Planwagen, Die Desperados). John Ford war der Regisseur der Sequenz "Der Bürgerkrieg" und George Marshall war verantworlich für "Die Eisenbahn".
Neben den opulenten Bildkompositionen, die teilweise schon richtig begeistern können, hat auch die Musik eine tragende Rolle in dieser Saga der Pionierstage. So wurde der "Main Title" von Alfred Newman weltbekannt, auch der von Debbie Reynolds vorgetragene Song "A home in the meadows" (eine Abwandlung des alten Volksliedes "Greensleeves") trägt viel zu einer melancholischen bis sentimentalen Grundstimmung der Geschichte bei.
Bei der Oscarverleihung wurde der Film mit drei Trophäen (Bestes Originaldrehbuch, bester Schnitt und bester Ton) belohnt. In fünf weiteren Kategorien (Bester Film, Beste Kamera, Beste Ausstattung, Beste Kostüme, Beste Originalmusik) war er nominiert.
Für mich ist gleich die erste Sequenz "Am Fluß" die beste des ganzen Films. Sie zeigt die Immigranten auf dem beschwerlcichen Weg in den Wilden Westen. Eine dieser Familien sind die Prescotts. Vater Zebulon (Karl Malden) und Ehefrau Rebecca (Agnes Moorehead) werden eine Floßfahrt nicht mehr überleben, als sie in den falschen Flußarm abbiegen und in Stromschnellen geraten. Die beiden Töchter Eve (Carroll Baker) und Lilith (Debbie Reynolds) überleben. Eve heiratet den Waldläufer Linus (James Stewart) und wird Farmerin. Lilith findet als Barsängerin eine Anstellung und erbt eine kalifornische Goldmine. In "Der Planwagen" ist sie Teil eines Siedlertrecks, wird von zwei Männern (Gregory Peck, Robert Preston) umworben und muss viele Gefahren beim Überqueren des wilden Landes bestehen. Teil 3 ist dem Bürgerkrieg gewidmet. Ein vertrauliches Gespräch der Generale Grant (Harry Morgan) und Sherman (John Wayne) nach der Schlacht von Shilo wird von zwei Soldaten, die desertieren wollen - einer aus dem Norden /Richard Widmark), einer aus dem Süden (Russ Tamblyn) belauscht. Auch Zeb Rawlings (George Peppard), Sohn von Linus und Eve, will in den Krieg ziehen. Er gibt das Leben als Farmer auf. In Teil 4 wird er für die Eisenbahn arbeiten und erkennt immer mehr, dass die Indianer aus ihrem Land vertrieben werden. Doch ein Einsiedlerleben wie Jethro Stewart (Henry Fonda) wäre nichts für ihn. Deshalb heiratet er Julie (Carolyn Jones) und gemeinsam mit ihren Kindern treffen sie Tante Lilith wieder. Aber der Gangster Charlie Gant (Eli Wallach) hat noch eine Rechnung mit ihm offen...


 Der Film ist zwar überlang (ca. 160 Minuten) - wird aber dennoch nie langweilig. Ein Grund dafür ist weniger die Story, sondern vor allem durch die grandiosen Bilder, die tatsächlich ein Feeling des Vergangenen entstehen lassen. Der Wilde Westen - so hat man das Gefühl - steht für diese 2 1/2 Stunden von den Toten auf und der Zuschauer wird gefüttert mit Westernromantik und mit dem Mythos der Eroberung einer unbezähmbaren Natur. Alles an "Das war der Wide Westen" ist überlebensgroß gezeichnet.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

 

Donnerstag, 25. November 2021

Garten des Bösen (Garden of Evil)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Regie: Henry Hathaway

Ballade von Opfer und Gewissen...

In den 40er Jahren drehte Henry Hathaway mit "Dark Corner", "Der Todeskuß" oder "Kennwort 777" einige Filme der schwarzen Serie die zu Klassikern wurde - in der Folgezeit gelang ihm aber vor allem im Westerngenre der große Erfolg. "Die 4 Söhne der Katie Elder", "Der Marshall", "Nevada Smith" oder "Das war der Wilde Western" heißen seine großen Klassiker. Aus den 50er Jahren stammt "Der Garten des Bösen" - vielleicht sein ungewöhnlichster Beitrag für das Genre. obwohl die Zutaten dieses Films klassisch und wohlbekannt daherkommen. Es ist aber vielleicht die ungewöhnliche Machart und eine hervorragende Kameraarbeit durch Milton R. Krasner und Jorge Stahl die den Film zu einem sehr besonderen Vertreter seiner Gattung machten.
Ausgangspunkt des Films ist eine kleine Kneipe in dem verlassenen mexikanischen Nest Puerto Miguel. In diesem Fischerdorf stranden die drei Abenteurer Hooker (Gary Cooper), Fiske (Richard Widmark) und Luke Daly (Cameron Mitchell) in einem reparaturbedürftigen Boot. Sie sitzen dort aber nicht lange fest, denn kurz nachdem die Glücksritter in der Kneipe ihre Zeit vertreiben, taucht auch schon eine Frau namens Leah (Susan Hayward) dort auf, die dringend männliche Hilfe braucht, weil ihr Mann in seiner Goldmine verschüttet wurde und schwer verletzt scheint. Zu dem Quartett, das durch feindliches Indianergebiet in den Bergen reiten muss, gesellt sich auch noch der Mexikaner Vincente (Victor Manuel Mendoza), der kurz zuvor noch die Barsängerin (Rita Moreno) angehimmelt hat. Leider liegt auch die Mine des verletzten John Fuller (Hugh Marlowe) auf dem heiligen Land der Indianer, das Gebiet wird von den Ureinwohnern "Garten des Bösen" genannt...
 
Hathaway ist ein sehr düsterer Western gelungen, dessen Figuren allesamt mit Geheimnissen versehen sind und die sich nicht groß erklären - egal ob der schweigsame Mann oder der Kartenspieler oder das junge Großmaul. Der Film macht aber von Anfang an klar, dass zwischen diesen Figuren immer eine gewisse Beziehung besteht, sie sind abwechselnd Täter und Opfer und ihr Aufeinandertreffen legt etwas Elementares frei. Einer der Männer kann sich gänzlich von seiner ihm zugedachten Rolle lösen und darf sich mit großer Lust und Todessehnsucht für die Anderen opfern. Dies alles geschieht in opulenter Kulisse, vor engem labyrinthhaftem Gebirge oder vulkanischer Wüste. Die Landschaft ist wunderschön und ist ein Gegengewicht zu den Aktionen der Menschen, die sich jagen und töten."Garten des Bösen" gehört zweifelsohne zu den großen Westernklassikern der 50er Jahre

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 24. November 2021

Schieß zurück, Cowboy (The Hell Bent Kid)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry Hathaway

Angst zu Sterben, Angst zu töten ?

Der junge Cowboy Tod Lohman (Don Murray) ist ein guter Junge. Doch das Schicksal will es, dass er bei einer Tanzveranstaltung Streit mit einem von Rinderbaron Hunter Boyds (R.G. Armstrong) bekommt. Dabei kommt es zu einem tragischen Unfall und Boyds Sohn wird getötet. Alle Unschuldsbeteuerungen nützen Lohman nichts, denn der Patriarch will seinen Sohn rächen.
So verfolgt eine ganze Gruppe von Männern den jungen Mann. Am Fluß kann er durch eine List und durch seine guten Schießkünste die Angreifer abschütteln.
Schwer verletzt bleibt Otis Boyd (Ken Scott), der älteste Sohn liegen, weil er stürzt und von Pferden zertrampelt wird.
Der junge Pazifist Lohman entkommt. Aber sein Pferd lahmt und es ist nur eine Frage der Zeit, wann Hunter Boyd die Jagd aufnimmt.
Mit bei der Hetzjagd sind u.a. Boyds langjähriger Partner Carmody (John Larch) und Boyds jüngster Sohn Tom Boyd (Dennis Hopper).
Doch wieder hat Lohman Glück, denn er entgeht einem Hinterhalt und obwohl sein Pferd stirbt, schafft er es zu Fuß das Wüstengebiet zu durchqueren. In der Nähe des rettenden Flusses finden ihn der Rancher Amos Bradley (Chill Wills) und dessen älteste Tochter Juanite (Diane Varsi). Die beiden wissen, dass der junge Mann von dem mächtigen Rinderbaron verfolgt werden, helfen ihm aber trotzdem. Vor allem die etwas freche Juanita ist an dem jungen, etwas schüchternen Cowboy mehr als interessiert, der vor seinen Verfolgern flieht....

Henry Hathaways "Schieß zurück, Cowboy" aus dem Jahr 1958 ist ein sehr unterhaltsamer Western, der eigentlich wesentlich vielsichtiger ist als der deutsche Kinotitel vermuten lässt.
Dabei geht es um einen unschuldigen Pazifisten, der vor einem Lynchmob fliehen muss und sich auf dieser Flucht die Frage stellen muss, ob es nicht besser wäre die Position zu wechseln und sich der Konfrontation zu stellen. So gesehen ein elementares Motiv großer Westernfilme wie "High Noon", im Gegensatz zum Zinnemann Klassiker erfährt der junge Held bei Hathaway sehr viele Hilfsangebote durch die Menschen, die er auf seiner Flucht trifft.
Schön, dass sich Koch Media an diesen leider eher unbekannten Westernklassiker erinnert hat und ihn in einer sehr guten DVD Veröffentlichung (sowohl Ton und Bild) präsentiert.
Die jungen Darsteller Don Murray und Diane Varsi machen ihre Sache sehr gut und natürlich gefällt auch das Wiedersehen mit einem noch sehr jungen Dennis Hopper, der den charakterlich eher schwachen Sohn eines übergroßen Vaters sehr glaubwürdig darstellt

Bewertung: 8 von 10 Punkten.