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Samstag, 8. Januar 2022

Engel der Gejagten (Rancho Notorious)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Fritz Lang

Die verrufene Ranch...

Fritz Lang hat in den USA drei Western gedreht. Nach "Rache für Jesse James" und "Überfall der Ogalalla", die er in den frühen 40er Jahren drehte, dauerte es mehr als 10 Jahre bis zum dritten Genrebeitrag, der durch die Hauptrolle von Marlene Dietrich deutlich aus dem Rahmen der üblichen Wild-West Storys fiel. Zuerst sollte der Film - angelehnt an das populäre Roulette Spiel in den amerikanischen Saloons - "Chuck-a-Luck" heißen, doch Howard Hughes, der Chef der RKO, entschied sich am Ende für die verrufene Ranch: Rancho Notorious, in Deutschland erhielt der 1952 entstandene Western den Titel "Engel der Gejagten". Für die Diva und Weltstar Marlene Dietrich war es auch nicht der erste Western, denn bereits 1939 arbeitete sie in "Destry rides again" (Der große Bluff) in einem Westernsaloon als Hure. Und auch 13 Jahre später ist sie immer noch die Frau, die die Männer nach ihrer Pfeife tanzen lässt. Eine Szene bleibt besonders in Erinnerung: Eine Art Pferderennen im Saloon ausgetragen, bei dem die Männer die Gäule sein müsen und die Frauen auf ihnen ins Ziel reiten müssen. Das Siegergespann bekommt einen Preis. Und Fritz Lang fand vor allem das Motiv interessant ein Pärchen zu zeigen, die sich gefunden haben und die in die Jahre gekommen sind. Ihren Lebensunterhalt verdienen die Barsängerin (Marlene Dietrich) und der Revolverheld an ihrer Seite (Mel Ferrer) damit, dass sie Outlaws Schutz vor dem Zugriff durch die Gesetzeshüter auf ihrer Ranch bieten. Natürlich nur gegen gute Bezahlung. 10 % von der Beute kassiert die Chefin.
Doch bevor der Zuschauer die verrufene Ranch zu Gesicht bekommt, geschieht ein grausames Verbrechen in einer Kleinstadt. Zwei Banditen rauben einen Krämerladen aus und vergewaltigen und ermorden Beth Forbes (Gloria Henry), das Mädchen, das im Laden arbeitet und mit dem Cowboy Vern Haskell (Arthur Kennedy) verlobt ist. Die Täter flüchten, Verns Verlobungsgeschenk - eine wertvolle Brosche - haben sie als Trophäe mitgenommen.
Der Cowboy nimmt die Verfolgung auf und sinnt auf Rache. Unterwegs entdeckt er einen der beiden Männer, der vom anderen niedergeschossen wurde. Seine letzten Worte sind "Chuck-a-luck", was Vern schließlich auf die Spur des Glücksspiels und damit auch auf die Ranch der Prostituierten Cora Kean führt. Er freundet sich voher mit Frenchy Fairmonts (Mel Ferrer) an, der im Knast sitzt, weil er für seine Cora ein Parfüm klauen wollte. Ausserdem lässt er sich in der gleichen Zelle einsperren und durch Zufall können die beiden Männer schnell entkommen. Der Weg führt natürlich auf die Ranch und zu Cora, die bald auch eine gewisse Sympathie für den jungen Vern empfindet...

"Engel der Gejagten" wurde im satten Technicolor gedreht, es ist aber auch ein Studiofilm der alten Garde und oftmals sind die Wildwestaufnahmen als Studiokulissen erkennbar. 
Marlene Dietrichs Rollentypus als starke Frau des Westens mit einer tragischen Vergangenheit hat ein paar Jahre später Nicholas Ray in seinem Klassiker "Johnny Guitar" mit der Figur von Joan Crawfords "Vienna" perfektioniert. Und er lässt dabei auch seine Heldin am Leben - dieses Glück hat Marlene bei Fritz Lang leider nicht. Denn sie wird tödlich verletzt, als sie sich schützend vor ihren alten Lover Frenchy stellt. Die Bande, die sich am Ende gegen ihre Wohltäter stellen, die ihnen Unterschlupf gaben, erinnert ein bisschen an die Mabuse Bande aus Fritz Langs Stummfilmen. Noch vor "Zwölf Uhr Mittags" gedreht, der einen Song "Do  not forsake me, oh my darling" als Leitmotiv anbot, nimmt das Lied "The Legend of Chuck-a-Luck" einen hohen Stellenwert in der Dramatugie des Films ein. Sänger des Songs war William Lee. Auch Marlene Dietrich durfte singen - "Gipysy" Davey" und "Get away, young man". Obwohl seine Stummfilme und seine Noirs bei den Cineasten viel höher geschätzt werden, schaffte es Lang alle drei Ausflüge in den Wilden Westen zu Klassikern zu machen.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Montag, 27. Dezember 2021

Meuterei am Schlangenfluß (Bend of the River)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Anthony Mann

An der Biegung des Flusses...

Anthony Manns erster Western mit James Stewart war der in düstere schwarz-weiß Bilder gekleidete "Winchester 73". Der Film wurde ein riesiger Erfolg und es folgten 4 weitere Universal Pictures Western dieses kreativen Gespanns. Schon der zweite Streich, der 1952 inszenierte "Meuterei am Schlangenfluß" erschien im prächtigsten Technicolor. Rückblickend gilt für alle diese Filme, dass die Bebilderung einfach perfekt ist und es nur wenige Western der 50er Jahre gibt, die die Kamera besser nutzten, um dem Zuschauer das weite, neue Land nahezubringen. Es gelang dem Regisseur vortrefflich die Wirklichkeit der abenteuerlichen und beschwerlichen Reisen und den starken Willen dieser Pioniere einzufangen und zu visualisieren. Man kann beinahe sogar den Scheiß und die Tränen spüren, die dieses Risiko der neuen Heimat in sich barg. Großartige Panoramaaufnahmen von Flüssen und Bergen (in Meuterei auf dem Schlangenfluß wurde am Columbia River und am Mount Hood gedreht) passen perfekt zu den angestrengten Bildmotiven der Siedler, die mit ihren Karren einen beschwerlichen Weg ans Ziel suchen. Dabei basiert Borden Chases Drehbuch auf zwei unterschiedliche Geschichten, die miteinander verbunden werden. Zum einen diese schwierige Reise einer Siedlerkaranwane und zum anderen die Geschiche zweier Männer, die sich treffen und die sich immer wieder gegenseitig das Leben retten. Dabei haben die beiden auch die gleiche dunkle Vergangenheit.
Der Waldläufer Glyn McLyntock (James Stewart) war in seinem früheren Leben ein gefürchteter Bandit, doch er hat sich verändert. So hat er jetzt die Aufgabe übernommen ein paar Siedlerfamilien, darunter Jeremy Baile (J. C. Flippen) mit seinen beiden Töchtern Laura (Julia Adams) und Marjie (Lori Nelson), nach Oregon zu führen. Während dieser Reise rettet McLyntock einem Mann (Arthur Kennedy) das Leben, der von einer Gruppe von Männern aufgehängt werden soll. Er soll ein Pferd gestohlen haben. McLyntock zieht diesem Emerson Cole in der letzten Sekunde den Hals aus der Schlinge und so schließt sich auch Emerson Cole dem kleinen Treck an. Sie meistern einen Indianerangriff und kommen glücklich in Portland an, wo die Reise in die neue Heimat bald weitergehen soll. #Von dem Händler Tom Hendricks (Howard Petrie) kaufen sie Saatgut, Obstbäume, Rinder, Pferde, Werkzeuge für einen guten und fairen Preis. Julie, die beim Indianerübefall verletzt wurde, setzt die Reise nicht fort und soll später - wenn die Waren von Hendricks zu dem neuen Land der Siedler geliefert werden sollen - nachkommen. Emerson Cole, der ebenso wie McLyntock eine Vergangenheit als Bandit hat, findet Gefallen am Stadtleben und bleibt in Portland. Marjie verguckt sich etwas in den jungen Revolverhelden und Spieler Trey Wilson (Rock Hudson). Doch Zeit für mehr als Flirt ist nicht drin, da die Siedler weitermüssen. Einen Teil des Weges können sie auf Captain Mellos (Chubby Johnson) Mississippi Dampfer absolvieren, dann gehts aber beschwerlicher weiter. Einige Monate später kommen aber Baile ernsthafte Zweifel ob die Ware tatsächlich geliefert wird. Versprochen war September, nun ist der Termin schon einen Monat überschritten und Schnee kündigt sich an. Ohne Lebensmittel sind die Siedler am Ende. McLyntock und der alte Baile machen den beschwerlichen Weg zurück nach Portland um nach dem Rechten zu sehen. Dort hat der Goldrausch den Ort und auch die Menschen völlig verändert...

Und schließlich kommt es auch irgendwann zum unausweichlichen Konflikt zwischen den beiden ehemaligen Banditen, von denen einer das alte Leben hinter sich lassen will und der andere immer Bandit bleiben wird und auch will. Ein bisschen ist die Geschichte auch von dem großartigen "Red River" von Howard Hawks abgekupfert. Sehr offensichtlich bei der Machart wie der Indianerüberfall inszeniert wird und später bei der Meuterei auf den Bergen, wo die beiden Freunde dann zu erbitterten Feinden werden. Genau wie John Waynes Figur Tom Dunson schwort auch der überwältigte McLyntock Rache bis in den Tod. Und genau wie Tom Dunson überwindet auch der Held in "Meuterei am Schlangenfluß" alle physischen Strapazen und schafft das Unmögliche. Er holt mit seinem eisernen Willen die Banditen unter der Führung von Cole Emerson wieder ein. Dann natürlich kommt es zum Showdown. Dabei erweist sich auch Arthur Kennedy als sehr guter Filmbösewicht. Der junge Rock Hudson ist in einer wichtigen Nebenrolle zu sehen.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

 

Montag, 13. Dezember 2021

12 Uhr mittags (High Noon)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Fred Zinnemann

Der einsame Kämpfer....

Bereits das Intro in Fred Zinnemanns "High Noon" nimmt die Handlung vorweg: Zu den Klängen von "Do not forsake me oh my Darling" von Tex Ritter, der zu einem der berühmtesten Filmsongs aller Zeiten wurde, sieht der Zuschauer wie sich drei Männer in der Prärie treffen. Es sind Ben Miller (Sheb Wooley), Jack Colby (Lee van Cleef) und Jim Pierce (Robert J. Wilke), die dann gemeinsam weiterreiten. Der Ritt verrät, dass sie ein bestimmtes Ziel haben: Die aufstrebende Kleinstadt Hadleyville, wo gerade der verdienstvolle Sheriff Will Kane (Gary Cooper) in seiner Amtsstube die Quäkerin Amy Fowler (Grace Kelly) standesamtlich geheiratet hat. Ihm gilt dieser Song, in dem er bittet, dass seine große Liebe ihn nicht verlassen soll. Denn sein größter Feind schwor im Staatsgefängnis bittere und tödliche Rache und nun  muss er sich ihm stellen. Mit diesen 3 Reitern wird die Gefahr auch real. Als sie an diesem Sonntagmorgen, kurz vor 10 Uhr, die Stadt erreicht haben ziehen sie die überraschten und teilweise geschockten Blicke der Bewohner auf sich. Eine Frau begreuzigt sich als sie die drei reitenden Halunken sieht. Im Saloon wird deren Eintreffen auch wahr genommen, der Saloonbesitzer (Larry J. Blake) ist sogar begeistert, denn er erwartet dadurch einen gewinnbringenden Tag für seinen Laden. Die drei reiten zum Bahnhof runter, wo der Bahnhofvorsteher (Ted Stanhope) gerade ein Telegramm in den Händen hält, aus dem er erfährt, dass der Gangster Frank Miller (Ian McDonald) überraschend begnadigt wurde. Da die drei Galgenvögel sich nach dem Mittagszug erkundigen, wird klar, dass in diesem Zug, der weiter nach St. Louis fährt, der besagte Frank Miller aussteigen wird. Der Vorsteher rennt schnell mit der Neuigkeit in die Stadt und gibt dem Gesetzeshüter die bittere Nachricht, gerade eben hat Kane aber seinen Sheriffstern schon an den Nagel gehängt. Die Stadt wird morgen einen neuen Sheriff bekommen und am heutigen Sonntag ist man davon ausgegangen, dass man einige Stunden ohne Gesetzeshüter klar kommt. Immerhin hat man ja noch den jungen und hitzköpfigen Deputy Harvey Pell (Lloyd Bridges), der sich zu dieser Zeit bei seiner neuen Freundin Helen Ramirez (Katy Jurado), der Besitzerin des örtlichen Hotels, aufhält. Er hat eine große Wut auf Kane, denn er glaubt, dass Kane dafür gesorgt hat, dass er den Sheriffposten nicht bekommen hat und ein Mann von Auswärts ihm vorgezogen wurde, ausserdem plagt ihn eine Eifersucht. Helen Ramirez war vor ihm mit Kane liiert und die Frau zieht ihn immer damit auf, dass er noch ein grüner Junge ist, während sie Kane als ganzen Mann betrachtet. Die Freunde von Kane raten ihm sofort mit seiner Amy die Stadt zu verlassen. Der Bürgermeister (Thomas Mitchell), der Richter (Otto Kruger) und auch Martin Howe (Lon Chaney jr.) , der ehemalige Sheriff wissen um die Gefahr, sie sind sich sicher, dass es zum tödlichen Duell kommen wird. So verabschieden sie die Brautleute um 10 Uhr, Kane hat nicht mal eine Waffe - die Kutsche wird sie aber in den nächsten 2 Stunden hoffentlich weit genug weg bringen, dass sie für das Gangster-Quartett unerrichbar sein wird. Doch es wird nicht lange dauern, bis Kane sich besinnt und der Flucht und der damit verbundenen ständigen Angst vor seinen Verfolgern eine Absage erteilt. Er kehrt - trotz Protest seiner jungen Frau - in den Ort zurück. Dort hat er noch etwas Zeit, um Freiwillige zu finden, die ihn in seinem Kampf gegen die Banditen unterstützen. Doch diese Suche führt zur bitteren Erkenntniss, dass er am Ende völlig alleine auf sich gestellt ist. Es kommt zum Showdown um 12 Uhr mittags...


Für viele Filmfans ist und bleibt "High Noon" ein elementares Meisterwerk des Western, auch wenn es immer wieder negative Stimmen gab. Für viele Amerikaner war die Aussage dieses Films viel zu pessimistisch und auch unamerikanisch. Für den sehr konservativen John Wayne war "High Noon" sogar das "unamerikanischste Ding, das er jemals in seinem Leben gesehen habe"  und er war froh, dass Drehbuchautor Carl Foreman der USA wieder den Rücken kehrte. Auch Howard Hawks drehte später mit "Rio Bravo" eine Art Gegenentwurf zu "High Noon". Hawks konnte nichts mit der Story anfangen - ihm missfiel die tragische Geschichte, dass ein Mann Hilfe sucht und jeder im Ort diese Hilfe ihm dann verweigert.  Er hielt es für unmöglich, dass ein guter Marshall feige im Ort herumrennen würde, um andere Leute zu bitten, ihm bei seinem Job zu helfen. Auch Kritikerpapst Roger Ebert mochte den Film nicht. Dennoch ist gerade "High Noon" so sehr und überzeugend nach den gängigen Regeln des Westerns aufgebaut. Die Charaktere sind aus vielen anderen Filmen bekannt. Es ist die Geschichte eines Einzelgängers, der erkennt, dass es besser ist sich seinem Konflikt sofort zu stellen, da die Alternative ein Leben in Angst und Furcht bedeutet. Hinzu kommt mit seiner jungen Braut Amy, die zweifelnde Braut, die aber am Ende die Einzige ist, die ihm in seiner schwersten Stunde beisteht und ihm hilft die Banditen zu erledigen. Gerade dieser Aspekt, dass das Zusammenstehen eines Paars auch in der dunkelsten Stunde funktioniert, weil man zueinander hält, ist doch eine der schönsten Aussagen der Filmgeschichte und wenn Gary Cooper und Grace Kelly sich am Ende umarmen, dann wird eine der schönsten Filmszenen überhaupt offenbar. Diese Facette des Zusammenhalts gibt dem Film am Ende nicht nur die Verbitterung über die Leute in der Stadt, über diese angeblichen Freunde, die sich aus dem Staub gemacht haben, sondern auch eine schöne Poesie - man soll sich eben nicht immer auf die Gemeinschaft verlassen, aber es ist vielleicht wahrscheinlicher, viel schöner und auch eher möglich, dass zwei Menschen, die etwas für einander empfinden, in der schwersten Stunde zusammenhalten. Natürlich kommt auch noch der Aspekt dazu, dass das Duell zwischen Kane und den Gangstern auch tatsächlich etwas ganz persönliches hat - es wäre zwar toll gewesen, wenn er von den Menschen Hilfe bekommen hätte. Aber die Rache von Frank Miller galt vor allem ihm und am Ende wird ihm dies auch klar, dass er diesen Job alleine machen muss.  Diese Verzweiflung und Verbitterung machen Kane zu einem sehr authentischen Kämpfer. Er ist einerseits Sheriff - ein Mann des Gesetzes, andererseits auch ein Mensch mit vielen Stärken und Schwächen.

Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Freitag, 26. November 2021

Der weite Himmel - Das Geheimnis der Indianerin (The Big Sky)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Howard Hawks

Von St. Louis nach Montana...

Der Trapper Jim Deakins (Kirk Douglas) beschliesst im Jahr 1932 seine Heimat Kentucky zu verlassen, da ihn die Ferne und das Abenteuer lockt. Auf dem Weg nach St. Louis lernt er zufällig den flüchtigen Boone Caudill (Dewey Martin) kennen, der ihm bei der ersten Begegnung gleich zwei Faustschläge verpasst. Dennoch setzen sie gemeinsam die Reise in die damals ca. 10.000 Einwohner große Stadt am Missouri fort und sind als sie dort ankommen Freunde geworden.
Boone ist heißblütig und streitsüchtig und er liebt Schlägereien. Beide suchen nach Boones Onkel Zeb Calloway (Arthur Hunnicut), der ihnen vielleicht eine Arbeit vermitteln könnte.
Zeb ist eine Art Waldläufer und er ist einer der wenigen, die dort das noch unerforschte Gebiet des Missouri bereits erkundet haben, immer auf der Hut vor den Crow oder Blackfoot Indianern, die den weissen Männern nicht unbedingt freundlich gesinnt sind.
Im Gefängnis treffen sie dann auch tatäschlich Onkel Zeb, der vorhat mit französischen Pelzjägern unter der Leitung von Captain Jourdonnais (Steven Geray) eine gefährliche und lange Bootsexpedition bis hoch in das Indianergebiet in den Bergen Montanas zu unternehmen. Die Fahrt auf dem Fluß ist 2000 Meilen weit, inmitten von Indianergebiet.
Auch die Missouri River Company ist eine Gefahr für die wagemutigen Männer, denn diese fürchtet die Konkurrenz.
Um unbeschadet das Indianergebiet durchqueren zu können, hat der Captain einen besonderen Trumpf in der Hand. Es handelt sich um die Häuptlingstochter Teal Eye (Elizabeth Threatt) der Blackfoot Indianer.
Bald verlieben sich die beiden Freunde Jim und Boone in das Indianermädchen. Als der Indianer Poordevil (Hank Worden) die Expedition entdeckt, müssen sie diesen ebenfalls behalten, damit sich nicht herumspricht, dass sie die Indianerin bei sich haben...


"The Big Sky" entstand 1952 in der Regie von Howard Hawks und der Western steht in Sachen Popularität etwas im Schatten von Hawks Meisterwerken des Genres wie "Red River", "Rio Bravo" oder "El Dorado". Dabei hat das Pionierepos einiges zu bieten, was den Westernfan begeistert: Tolle Landschaftsaufnahmen eines noch unentdeckten Landes, eine schöne Geschichte über Freundschaft und Liebe, Banditen, Indianer auf dem Kriegspfad und am Ende eine verantwortungsvolle, aber auch gefühlvolle Entscheidung.  Das Drehbuch basiert auf dem Roman "The Big Sky" von A. B. Guthrie jr. Der Film selbst wurde in Deutschland unter sehr vielen verschiedenen Namen vermarktet, er hiess bereits "Das Geheimnis der Indianerin" oder "Die Flußpiraten vom Missouri". 1971 strahlt die ARD den Film in einer längeren Fassung (122 Minuten) aus. Die Kinoversion war damals merklich gekürzt. Es existiert auch eine 134 Minuten Fassung, die auf der DVD von Kinowelt im Original mit deutschen Untertiteln enthalten ist. Allerdings ist die Bildqualität sehr schlecht. Auch die 122 Minuten Fassung ist nicht unbedingt ein Highlight, was das Bild betrifft. Wäre schön, wenn die Neuauflage, die im Herbst erscheint, eine wesentlich verbesserte Fassung bieten würde.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.