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Donnerstag, 25. November 2021

Cheyenne (Cheyenne)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: John Ford

Die aussichtslose Reise nach Hause...

John Fords letzter Western "Cheyenne" ist sicherlich sein indianerfreundlichster Western. Dennoch kommt der epische und bildgewaltige Film nicht ganz an Fords Meisterwerke in diesem Genre wie "Der schwarze Falke", "Der Mann, der Liberty Valance erschoß", "Ringo" oder "Bis zum letzten Mann" heran. Dennoch ist auch diese selbstkritische Reflektion mit den Native Americans beachtlich. Während Ford in seinen früheren Filmen den Indianer immer als stolzen Krieger präsentierte, hat sich in dem 1964 entstandenen Spätwerk die Rolle vom Täter zum Opfer gewandelt. Er zeigt schonungslos das Leiden der Ureinwohner, sie wurden nach dem unterlegenen Kampf vertrieben, in den ihnen zugewiesenen Reservaten herrscht Armut und Hunger. Der systematische Völkermord nimmt seinen Lauf. Und Ford weist auch am Anfang bitter darauf hin, dass die hier gezeigten Ereignisse lediglich als kleine, wenig bedeutende Fußnote in den amerikanischen Geschichtsbüchern auftaucht. Im Jahr 1878 leben die Cheyenne in einem sehr unwirtlichen Reservat im "Indian Territory" in Oklahoma. Die Zwangsumsiedlung hat verursacht, dass von vielen 1000 Menschen nur noch 286 Überlebende existieren. Der Winter steht bevor und in dieser kargen Gegend bedeutet dies wieder für viele den sicheren Tod. So beschließt der Rest des erschöpften Stammes in ihre Heimat Yellowstone, in Montana zu den ehemaligen Jagdrevieren zurückzukehren. Unter der Führung der beiden Häuptlinge Dull Knife (Gilbert Roland) und Little Wolf (Ricardo Montalban) soll der anstrengende 1.500 Meilen Marsch gelingen. Begleitet wird die Gruppe von der engagierten Quäkerin Deborah Wright (Carroll Baker), die noch vor kurzem als Lehrerin im Fort die indianischen Kindern unterrichtet hatte. Der sehr vernünftige Captain Archer (Richard Widmark) von der US-Kavallerie hat die undankbare Aufgabe die Indianer aufzuhalten und wieder ins Reservat zurückzubringen. Dabei gibt es sowohl bei den Indianern als auch bei den Soldaten hitzköpfige Menschen. Der junge Krieger Red Shirt (Sal Mineo) will seine Waffe sprechen lassen, auch Lieutenant Scott (Patrick Wayne), dessen Vater von den Indianern getötet wurde, erhofft sich den Schlagabtausch mittels Waffengewalt. Archer erkennt die unmenschliche Aktion und versucht den US-Innenminister Carl Schurz (Edward G. Robinson) dazu zu bewegen sich für die Cheyenne einzusetzen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, da die Presse von arglistigen und bösartigen Rothäuten berichtet und so weiterhin das Feindbild schürt. Auf dem Weg in die Heimat trennt sich aufgrund des großen Hungers der Stamm. Ein Teil sucht Hilfe im Fort. Dort verschlechtert sich die Lage der Cheyenne drastisch, da der befehlshabende Captain Wessels (Karl Malden) ganz stur darauf beharrt Befehle zu befolgen...


Der Film hat eine Laufzeit von 151 Minuten. In der Mitte des Films fügt Ford eine vergnügliche Sequenz, die in "Dodge City" spielt und mit den Gaststars James Stewart als Wyatt Earp, Arthur Kennedy als Doc Holliday und John Carradine als Richter Blair der tragischen Geschichte eine Art "Break" aufzwingt. Diese Szene spielt im Saloon und zeigt die drei Männer beim Pokern. Der Rest der Stadt ist völlig aus dem Häuschen, weil die Soldaten abziehen und man befürchtet, dass die Rothäuse auf Kriegspfad die Stadt angreifen könnten. Vier Siedler sprachen auch, dass sie von Rothäuten angegriffen wurden. Dabei weiß es der Zuschauer besser, denn diese vier Männer begegneten zwei Indianern, die die weißen Männer freundlich begrüßten und auf ihre leeren Mägen aufmerksam machten. Einer der Siedler nahm die Pistole und knallte einen der Cheyenne einfach ab. Der zweite floh. Auch wenn Wyatt die Angaben dieser Männer durchschaute, es gehört zum Tenor des Films, dass aus dem Mord keine Konsequenz erfolgt. Tatsächlich gibt es keine Hoffnung für ein sterbendes Volk.
Die Kameraarbeit von William H. Clothier ist dabei so gut, dass sie für einen Oscar nominiert wurde. Diese Leistung rückt den Film auch in die Kategorie eines bildgewaltigen Epos. Auch bei den Golden Globe Nominees des Jahres 1964 erfuhr "Cheyenne" eine Würdigung. Nebendarsteller Gilbert Roland ging als Bester Nebendarsteller ins Rennen, er unterlag allerdings Edmund O´Brien für John Frankenheimers "Seven Days in May".

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Mittwoch, 24. November 2021

Rio Conchos (Rio Conchos)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Regie: Gordon Douglas

Abenteuerspielplatz Wilder Westen

Der wilde Westen kurz nach dem Sezessionskrieg: Ein einsamer Reiter beobachtet eine Gruppe von Apachen, die ihre Toten begraben und Klagegesänge anstimmen.
Wie wild ballert der Fremde auf die Indianer und hinterlässt sechs weitere tote Rothäute.
Der Fremde ist der ausgebrannte Südstaaten-Major James "Jim" Lassiter (Richard Boone). Ein hochdekorierter Soldat, der seit geraumer Zeit seinen eigenen Privatkrieg gegen die Indianer führt.
Die Apachen haben seine Frau und sein Kind vor seinen Augen brutal ermordet und somit hat er es sich zur Aufgabe gemacht, diese Indianer zu jagen und zu töten.
Durch den Besitz eines Repetiergewehrs kommt ihm aber bald die Armee in die Quere, denn diese Waffe ist das einzige Exemplar einer verschollenen riesigen Waffenladung, die die Armee verzweifelt sucht und hofft dass diese 2000 Gewehre nicht an die kriegswütigen Apachen verkauft werden.
Lassiter hat das Gewehr von dem inzwischen halbwahnsinnig gewordenen Colonel Pardee (Edmond 0`Brian), der auf der mexikanischen Seite des Rio Conchos mit seiner Armee residiert und von dort aus - gemeinsam mit dem Apachenhäuptling Bloodshirt (Rodolfo Acosta) nachträglich den Unabhängigkeitskrieg doch noch für die Südstaaten und vor allem vor sich entscheiden will.
Lassiter (Richard Boone) soll sich daher gemeinsam mit dem mexikanischen Halsabschneider und Frauenhelden Rodriguez (Anthony Franciosa) gezwungenermaßen einer kleinen Militärexpedition der Offiziere Haven (Stuart Whitman) und Franklyn (Jim Brown) anschließen, die nach Mexico führen soll.
Ziel der Armee ist es, diese gestohlenen Waffen aufzuspüren und diese entweder zurückbringen oder zu vernichten. Keine leichte Aufgabe für die vier ungleichen Männer, von denen zwei ihre eigenen Pläne verfolgen. Auf dem Weg zum Rio Conchos gibts für den Westernfreund unbequeme Bilder und Situationen; Einen Gnadenschuss für eine vergewaltigte und verstümmelte Frau, ein sterbendes Baby, harte Folterszenen, grausame Kämpfe mit den Indianern und mit einer Horde mexikanischer Banditen.
Ausserdem lesen die Vier auch noch eine Indianerin (Wende Wagner) auf, die sie somit begleiten wird


Regisseur Gordon Douglas galt als verlässlicher Routinier, der aber immer mal wieder mit einer klasse Qualitätsarbeit den Filmfreund erfreute. Sein bekanntester ist vielleicht "Formicula", eine unvergessene Perle aus dem Horrorgenre.
Darüberhinaus sind neben "Rio Conchos" auch weitere seiner Western bei Fans des Genres auch die Klassiker "Barquero", "Im Höllentempo nach Fort Dobbs" oder "Chuka" äusserst beliebt.
"Rio Conchos" aus dem Jahre 1964 bildet so etwas wie einen Vorgriff auf die harte Italo Westernwelle, ohne alte beliebte Versatzstücke des Genres zu vergessen. Das Terrain, das "Rio Conchos" bietet ist vom Feinsten.
Eine beeindruckenden Felslandschaft, wo der Schlagabtausch mit den Mexikanern stattfindet. Blauer Himmel und blaues Gewässer, wo die Apachen lauern.
Einige der Figuren sind innerlich zerissen, Lassiter erinnert stark an Onkel Ethan Edwards aus "The Searchers", der auch nie was vom Waffenstrecken gehalten hat.
Anfang der 60er trat das vormals vorherrschende Gut und Böse Schema im Wild West Film immer mehr zurück und es war die Stunde von Peckinpahs widersprüchlichen Figuren und in diesem Sinne erinnerte mich der m.E. beste Beitrag Gordon Douglas im Westerngenre auch an den Peckinpahs verstümmelten Monumentalwestern "Sierra Charriba", der allerdings ein paar Monate später entstand.


Bewertung: 9 von 10 Punkten.