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Mittwoch, 5. Januar 2022

Massai - der große Apache (Apache)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Aldrich

Der letzte Krieger der Apachen...

Robert Aldrich hatte seinen Durchbruch mit zwei hochkarätigen Western im Verleih der United Artists: Der erste war "Apache" (deutsch: Massai - der große Apache) und der zweite hieß "Vera Cruz" - beide enstanden im Jahr 1954 und beide wurden Riesenerfolge. "Apache" kam auf ein tolles Einspielergebnis von 6 Millionen Dollar und "Vera Cruz" war mit 11 Millionen Dollar sogar ein Top Ten Hit des Jahres. Legendär ist auch die Geschichte mit den zwei verschiedenen Versionen für den Schluß, die der damals noch unerfahrene Regisseur drehen musste. Es muss wohl zwei oder drei Tage nach Drehschluß gewesen sein, dass die United Artists und Produzent Harold Hecht darauf drangen, dass Aldrich noch diesen anderen Schluß drehen sollte. Einen mit einem HappyEnd für den verfolgten Indianer. Der andere war viel düsterer, denn da wird Massai als er auf die Hütte zugeht völlig sinnlos in den Rücken geschossen. Tatsächlich wirkt auch für mich der Schluß in "Massai" extrem aufgesetzt, denn in den vorherigen 85 Minuten führt eigentlich kein Weg an der Unausweichlichkeit von Massais Tod vorbei - er bleibt unbeugsam und die Jagd der Weißen auf den Rebellen entsprach den historischen Tatsachen und so steht dieses HappyEnd auch für die Rechtfertigung der amerikanischen Indianerpolitik. Ok, das Publikum war vielleicht froh, dass das indianische Paar mit ihrem Baby doch noch glücklich werden konnte. Aber realistisch war dies nicht. Die Geschichte fängt an mit der Kapitulation von Geronimo (Monte Blue). Die Aufwiegler sollen aber nach Florida deportiert werden und werden so ihre Heimat in Arizona nie wieder sehen. Massai (Burt Lancaster) hat aber vor den Kampf weiterzuführen und auch die jungen Krieger der Apachen auf seine Seite zu ziehen. Im San Carlos Apache Indianerreservat wird nun der labile Santos (Paul Guifoyle) zum Häuptling ernannt, dessen Tochter Nalinle (Jean Peters) liebt Massai, wird aber vom Apachen Hondo (Charles Bronson als er noch Buchinsky hieß) umworben, der Armeescout ist. Tatsächlich kann Massai fliehen und auf seiner Flucht in Richtung Heimat wird er mit den Errungenschaften der Zivilisation konfrontiert. Eine Stadt mit viel Lärm, Verkehr, vielen Geschäften und er erregt dort Hohn und Spott. Er trifft auch auf Dawson (Morris Ankrum), einen Cherokee-Indianer, der inzwischen zum Farmer wurde und in einem Haus wohnt. Zum Abschied schenkt dieser Massai einen Beutel voll Korn. Obwohl Massai ein Krieger sein möchte und kein Bauer, nimmt er das Geschenk mit. Als er wieder zu seinem Stamm kommt, wird er von Santos verraten. Und wieder kann er entfliehen...r erregt dort Hohn und Spott. Er trifft auch auf Dawson (Morris Ankrum), einen Cherokee-Indianer, der inzwischen zum Farmer wurde und in einem Haus wohnt. Zum Abschied schenkt dieser Massai einen Beutel voll Korn. Obwohl Massai ein Krieger sein möchte und kein Bauer, nimmt er das Geschenk mit. Als er wieder zu seinem Stamm kommt, wird er von Santos verraten. Und wieder kann er entfliehen...

Abgesehen von diesem nicht stimmigen Alternativschluß, der dem Regisseur aufgedrängt wurde ist "Massai" dennoch ein sehr guter Western. Sogar der erste in Hollywood, der ein Paar präsentiert, dass rein indianisch ist. In den vorherigen indianerfreundlicheren Hollywoodfilmen kam es immer wieder zu einer Liebe zwischen Weißem Mann und Indianerin (Der gebrochene Pfeil), oder zwischen Indianer und einer weißen Frau (Fluch des Blutes). Herausragend ist auf alle Fälle die Kameraarbeit von Ernest Laszlo (Das Narrenschiff, El Perdito, Die Phantastische Reise, Airport) , der sehr oft mit Robert Aldrich zusammengearbeitet hat. Hervorragend auch die Sequenz vom regen Treiben in St. Louis am Abend.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Freitag, 26. November 2021

Die gebrochene Lanze (Broken Lance)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Edward Dmytryk

Arizona...

Edward Dmytryk hat im Laufe seiner Regie-Karriere in vielen Genres gedreht. Dabei gelangen ihm auch zwei bemerkenswerte psychologische Western. Im Jahre 1959 entstand "Warlock" und fünf Jahre früher das Familiendrama "Die gebrochene Lanze"  - ein Film dessen Drehbuch auf einer Vorlage von Phlip Jordan basiert und gleichzeitig eine Neuverfilmung von Joseph L. Mankiewiczs "Blutfeindschaft" ist.
Der Film beginnt damit, dass ein junger Mann (Robert Wagner) nach 3 Jahren aus dem Gefängnis kommt. Er wird abgeholt, weil er umgehend zum Gouvrneur (E.G. Marshall) kommen soll. Dieser will die Gewalt und den Bruderstreit auf der Devereaux-Ranch endlich beenden und hat Joe ( so heißt der junge Mann) herbestellt, damit er ein Angebot seiner Halbbrüder Ben (Richard Widmark), Mike (Hugh O´Brian) und Denny (Earl Holliman) annehmen soll. Diese wollen, dass er verschwindet...dazu würden sie ihm auch 10.000 Dollar mit auf den Weg geben, mit denen er ein neues Leben in Oregan aufbauen kann. Dies wäre auch dem Gouverneur Recht, denn er will nicht, dass seine Tochter Barbara (Jean Peters) zu ihrer großen Liebe Joe zurückkehrt. Doch Joe ist stolz und wirft das Geld in einen Spucknapf. Er will bleiben. Er kehrt auf die verlassene Ranch des verstorbenen Vaters Matt Deveraux (Spencer Tracy) zurück. Auch Joes Mutter, eine Indianerin (Katy Jurado) ist inzwischen zu ihrem Stamm zurückgekehrt. Alleine im Raum betrachtet er das Gemälde des übergroßen Vaters und der Zuschauer erfährt in einer Rückblende von Schicksal dieser Familie...

Spencer Tracy brilliert als Großrancher, der viele Gesichter hat. Einerseits ist er als Großrancher ein Patriarch vom alten Schlag, der das Gesetz gerne selbst in die Hand nimmt und vor allem bei seinen drei ersten Söhnen als Tyrann agiert. Andererseits ist er aber auch ein fürsorglicher Ehemann. Er macht aber keinen Hehl daraus, dass der junge Joe, der Sohn seiner Indianerfrau, auch sein Lieblingssohn ist. Unter seiner Knute stand vor allem immer der älteste Sohn, gespielt von Richard Widmark, zu dem er immer noch kein Vertrauen hat und ihn in seiner Jugend 16 Stunden für sich arbeiten ließ. Unterschwelliger Hass gegen den Vater ist das Ergebnis und vor allem auch das Konkurrenzdenken unter den Brüdern. Die große Stärke des Films sind die ambivalenten Figuren. Alle haben ihre Stärken und Schwächen. Lediglich Joe ist charakterfest. Thematisch steht "Schuld" sehr im Vordergrund der Handlung, aber auch "Rassismus", "Selbstjustiz", "Familienstreit, "politische Verstrickungen" und ein "Umweltskandal durch vergiftetes Wasser" werden beleuchtet. Dabei steht über allem dieser Mann, dessen Zeit schon lange zu Ende ist. Der Mann, der auf seinen "Wilden Westen" besteht und jede Zivilisation rigoros ablehnt. Ben rebelliert gegen den Vater, Dmytryk nutzt auf raffinierte Weise die großformatige Leinwand des Cinemascope Verfahrens aus, um die Schönheit der weiten Ebenen und deren Bedeutung für die Familie zu unterstreichen. Es entsteht ein exaktes Bild dieser gequälten und unnachgiebigen Menschen. Drehbuchautor Philip Yordan und Nebendarstellerin Katy Jurado erhielten eine Oscarnominierung.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.