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Sonntag, 20. Februar 2022

Die Comancheros (The Comancheros)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michael Curtiz

Der Spieler und der Texas Ranger...

"Die Comancheros" war der letzte Film des Hollywoodregisseurs Michael Curtiz. Bereits während der Dreharbeiten war er schon sehr durch sein Krebsleiden geschwächt. Um die Dreharbeiten nicht zu unterbrechen, übernahm John Wayne die Regie, wann immer es die Situation erforderte. Für die Qualität der Actionszenen sorgte Second Unitd Director Cliff Lyons. Wayne verzichtete auf eine Benennung als Co-Regisseur in den Credits, er überließ dem todkranken Curtiz die ganze Ehre.
Curtiz wurde 1888 in Budapest geboren. Mitte der 20er Jahre kam er bereits auf Betreiben von Harry Warner nach Hollywood und konnte ab den 30er Jahren in die Topriege der großen Regisseure aufsteigen. Er lieferte immer gut gemachte Unterhaltung und erhielt 1936 seine erste Oscarnominierung für "Unter Piratenflagge". Drei Jahre später gabs die nächste für "Chicago - Engel mit den schmutzigen Gesichtern". 1943 gelang ihm die dritte Nominierung für "Yankee Doodle Dandy". Aber erst der 4. Anlauf wurde mit einem Sieg gekrönt. Und dann gleich mit seinem berühmtesten Film: Casablanca.  Auch das Kult-Noir Melodram "Mildred Pierce" hat er gedreht. Auch der beste "Robin Hood" Film wurde im Jahr 1937 von ihm gedreht.
In "Die Comancheros" setzte Curtiz auf das Gleichgewicht zwischen Spaß und Spannung und unter dieser Sicht erinnert der Western auch an John Waynes Vorgängerfilm "Land der 1000 Abenteuer" unter der Regie von Henry Hathaway. Wayne war zu dieser zeit bereits einer der größten Stars von Hollywood und er durfte seine Rollen so spielen, wie es das Publikum von einem Alphatier wie Wayne auch erwartete...hart aber fair, immer die Oberhand behaltend, schlagkräftig mit gutem Herzen und vor allem mit einer gewissen Ironie und einem Augenzwinkern versehen so als ob der Duke sagen wollte "Ich bin unbesiegbar".
Dennoch kommt er in dem spannungsgeladenen Western doch immer wieder in große Bedrängnis. Nur gut, dass er, der unfehlbare Texas Ranger Catpain Jake Cutter seinen gewitzten Gefangenen Paul Regret (Stuart Whitman) mit sich führt. Der sorgt für einige Überraschungen. Regret ist ein Glücksspieler und ein Frauenheld. Er lebt im Staat Louisiana und muss dort ein Duell mit Emil Bouvier (Gregg Palmer) absolvieren, dem Sohn eines angesehenen Richters. Grund war eine Frau. Und Regret erschießt seinen Gegner im Duell. Nur dumm, dass es in Louisiana ein neues Gesetz gibt, dass Duelle verbietet und den Überlebenden an den Galgen bringen kann. Noch dazu kommt, dass das Opfer Sohn eines Richters war. Nun heißt es sofort aus dem Staat verschwinden. Auf einem Mississippi Dampfer trifft er auf die geheimnisvolle Pilar Graile (Ina Balin), in die er sich verliebt. Doch die ist nach einer stürmischen Nacht plötzlich verschwunden, stattdessen hat ihn der Texas Ranger Jake Cutter (John Wayne) aufgespürt und nimmt ihn sofort fest. Der Henker wartet schon, doch der kann immer mal wieder entkommen und durch eine selbstlose Aktion werden die beiden Männer sogar zu Freunden. Was aber noch lange nicht heißt, dass er dem Galgen entgeht. Denn Gesetz ist nun mal Gesetz und als Texas Ranger hat man einen Eid geschworen. Aber ein Trick machts möglich, dass es gelingt den Regrets Hals aus der Schlinge zu ziehen. Nun reiten die beiden Männer gemeinsam, um Waffenhändlern - den Comancheros - den Garaus zu machen, denn die verkaufen den kriegsbegeisterten Komanchen die Gewehre...

In Nebenrollen sind auch Lee Marvin, Jack Elam und Nehemiah Persoff zu sehen. Wie alle guten John Wayne Spätwestern hat man sehr viel Wert auf eine großartige Optik gelegt. Diese hervorragenden Landschaftsaufnahmen stammen von Kameramann William H. Clothier, der in seiner langen Laufbahn zweimal für einen oscar nominiert wurde. 1961 für John Wayne ambitionierte Regiearbeit "Alamo" und vier Jahre später für "Cheyenne". Es sind tatsächlich zwei seiner besten Kamera-Arbeiten, zu denen aber auch "Liberty Valance" und "Der Siebente ist dran" zählen. Ein bisschen Liebe schadet einem Western auch nicht. So darf Whitman mit Ina Balin flirten und auch John Wayne hat heimlich ein Auge auf Joan O´Brien, die die besten Steaks in ganz Texas macht.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Sonntag, 9. Januar 2022

Alamo (The Alamo)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: John Wayne

Das große Opfer für die Freiheit...

Die Schlacht von Alamo dauerte 13 Tage - vom 23. Februar bis zum 6. März 1836 - und gilt bis heute in den USA als Symbol für den Freiheitskampf. Sie wurde von den Texanern moblisiert, die ihre Unabhängigkeit erkämpfen wollten. Zu dieser Zeit war das Land noch mexikanisches Gebiet. Aber immer mehr weiße Siedler bevölkerten diesen Landstrich nördlich des Rio Grande. Als Teil des texanischen Unabhängigkeitskrieges fand die Schlacht zwischen einer 7.000 Mann starken mexikanischen Truppe unter dem Präsidenten Antonio Lopez de Santa Anna und den bei dieser Schlacht mit ca. 200 Soldaten stark unterlegenen Widersachern statt, die sich im Fort Alamo, einer kleinen Missionsstation, verschanzten.
"Alamo" war neben seiner Co-Regie in "Die grünen Teufel" die einzige Regiearbeit von John Wayne. Und diesen Film bereitete er jahrelang vor. In einem Interview gestand er "Ich wünsche mir von ganzem Herzen, daß die Schlacht um Alamo ein Symbol bleibt und beweist, dass die Liebe zur Freiheit nicht tot ist". Oder wie Davy Crockett, John Waynes Rolle im Film, einst sagte "Ohne Freiheit ist der Mensch so tot wie eine Biberfellmütze".  Bei der Kritik ist der Film bis heute umstritten. Vor allem wegen seiner rechtslastigen Aussage. Einige gingen sogar soweit Wayne als "primitiven Rechtsradikalen" zu bezeichnen. Tatsächlich sind einige Szenen sehr provokativ und lassen eine politische Ideologie erkennen. Etwa dann, wenn einer der Männer von Colonel William Travis (Laurence Harvey) die Möglichkeit bekommt das totgeweihte Fort zu verlassen, um sich weiter um seine große und mittellose Familie zu kümmern. Die Frau des Mannes sieht dies aber als eine Beleidigung an. Ihr Mann hat das Recht genauso wie die anderen Männer als Held in der Schlacht um die Freiheit zu sterben und lehnt dieses vernünftige Angebot dankend ab. Eine herzzerreißende Abschiedsszene folgt. Was man nicht alles für Texas tut. Wayne treibt den Pathos am Ende des Films noch um ein Tausendfaches auf die Spitze und zeigt zu einem himmlischen Chorgesang der beiden markanten Songs "Green leaves of Summer" und "The eyes of Texas" wie die Überlebende Sue Dickinson (Joan O´Brien) mit ihrer kleinen Tochter Lisa (Aissa Wayne) das Fort verlassen. Sue hat ihren geliebten Mann Cpt. Almeron Dickinson (Ken Curtis - der "Festus" aus "Rauchende Colts") verloren und schreitet dennoch stolz durch die Reihen der mexanischen Aggressoren. Auf einem Hügel wartet der junge mutige Smitty (Frankie Avalon), der zu spät zum Sterben kam - er sollte Hilfe bei General Sam Houston (Richard Boone) holen, doch die konnten nichts tun für die kleine Gruppe, deren Ziel es war die Mission so lange zu halten wie möglich. Am Ende singt der Chor dann, dass die Soldaten nun in den Armen des Herrn ruhig schlafen. So emotional dies alles ist - es ist tatsächlich eine der schönsten Schlußszenen der Filmgeschichte für mich. Der 192 Minuten lange Film ist zu keiner Zeit langweilig, John Wayne darf sich auch noch in Linda Cristal verlieben und zeigt mit einer historischen Genauigkeit die chronologische Abfolge dieser ungleichen Schlacht, die von vornherein ein Himmelfahrtskommando ist. Damit General Houston für den Freiheitskampf Texas eine mehr als 1.000 Mann starke Armee aufstellen kann, soll Colonel Travis gemeinsam mit Colonel Jim Bowie (Richard Widmark) die Mission Alamo in San Antonio verteidigen. Beide Männer sind grundverschieden. Travis, ein Perfektionist und Pendant - Bowie lässt sich schon mal vollaufen und pfeift auf militärische Genauigkeit. Bald gesellt sich auch der bekannte Kongressabgeordnete Davy Crockett mit seinen 23 tapferen Männern dazu. Die kommen zwar aus Tennessee - aber das Argument, dass sich Mexico nach Texas auch weitere Bundesstaaten unter den Nagel reißen könnte, zieht.  
 
 
 Die tapferen Männer werden zu Todesmutigen und am Ende zu Wahnsinnigen. Dies alles ist ein wunderbare Bilder verpackt. Kameramann war William W. Clothier, den Wayne sich bei John Ford ausgeliehen hat.  Für diese Leistung bekam Clothier eine verdiente Oscarnominierung. Vier Jahre später konnte er diese Wertschätzung wiederholen, denn auch für John Fords "Cheyenne" gabs für ihn eine Nominierung. Großen Anteil an der starken Wirkung des Schlachtengemädes hat aber vor allem die eindringliche Filmmusik von Dimitri Tiomkin - es ist eine Sternstunde in der Geschichte der Soundtracks. Neben diesen beiden gabs noch weitere fünf Nominierung im Oscarjahr 1961  - am Ende gewann der Film aber nur den Preis für den besten Ton an Gordon Sawyer und Fred Hynes.  
     
  Bewertung: 8 von 10 Punkten

Samstag, 8. Januar 2022

Der Marshall (True Grit)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry Hathaway

Das Mädchen Mattie Ross...

Als Kinolegende John Wayne am 7. April 1970 im Dorothy Chandler Pavillon in Los Angeles den Oscar als bester Hauptdarsteller für "Der Marshall" entgegennahm, wurde nicht nur seine Leistung als alter Haudegen in Henry Hathaways Edelwestern gewürdigt, sondern auch für seine gesamte, beinahe 45 Jahre lange, Karriere in Hollywood. Weltberühmt wurde er aber erst durch John Fords "Ringo" und dann wurde er zu dem erfolgreichsten Westernstar der Filmgeschichte. Unvergessen seine Darstellungen in "Red River" , in "Fort Apache", in "Der Mann, der Liberty Valance erschop", in "Rio Bravo" und vor allem in "Der schwarze Falke". Als Wayne den Preis entgegennahm, meint er nur "wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich schon vorher diese Augenklappe angezogen". Der Film basiert auf dem Roman "Mutige Mattie" von Charles Portis und zeigt Wayne als einäugigen, eisenharten alten Trunkenbold Reuben J. Cogburn, den alle nur Rooster (Gockel) Cockburn nennen. Dieser Marshall fackelt nicht lange und hat bereits in seiner 4 Jährigen Eigenschaft als US-Marshall 23 Männer aus Notwehr oder auf der Flucht erschossen. Die einzigen Freunde, die er hat, sind der Chinese Chen Lee (H.W. Gim) und die rote Katze General Sterling Price (rote Katze General Sterling Price). Während er auf ständiger Jagd nach Verbrechern ist, ereignet sich in Fort Smith, Arkansas ein feiger Mord an dem Farmer und Geschäftsmann Frank Ross (John Pickard). Der Mörder ist sein Bekannter Tom Chaney (Jeff Corey) - nunmehr auf der Flucht und vermutlich hat sich der Verbrecher der Ned Pepper (Robert Duvall) Bande (u.a. Dennis Hopper, Jeremy Slate) angeschlossen. Franks Tochter Mattie (Kim Darby), ein aufgewecktes, um nicht zu sagen vorlautes Mädchen im Alter von 14 Jahren, schwört Rache und will den Mörder hängen sehen. Mattie, die ihrem Vater auch schon die Buchhaltung gemacht hat, verlässt ihr Elternhaus in Dardanelle in Yell County und trifft dann in Fort Smith diesen Marshall Cockburn, der sich für 100 Dollar bereiterklärt den Halunken zu fassen. Wobei er lieber allein auf Verbrecherjagd gehen würde...aber Mattie lässt sich nicht abschütteln und auch der Texas Ranger La Boeuf (Glen Campbell) schließt sich an, da Chaney auch in Texas sein Unwesen trieb und einen Senator samt Hund erschossen hat. Das ungleiche Trio bricht nun auf. Unterwegs gibts immer wieder Stress, ganz tolle Bilderkompositionen von Kameramann Lucien Ballard, der am Ende auch noch in den schönsten Herbstfarben ein furioses Finale aufbereitet. Rooster allein gegen die Übermacht von den vier übrig gebliebenen Banditen. Attacke....

In Hollywood sah man diesen Western als den letzten großen Coup der drei fetten alten Männer. Producer Hal B. Wallis, Regisseur Henry Hathaway und Westernstar John Wayne. Tatsächlich kann man "Der Marshall" als einen der letzten großen Klassischen Hollywood-Western ansehen. Nach "Die 4 Söhne der Katie Elder" und "Nevada Smith" war dies ein weiterer Riesenerfolg für Hathaway., der es hier noch einmal richtig krachen ließ. Der Film braucht zwar ein bisschen um in die Gänge zu kommen. Das Geplänkel der kleinen Nervtröte Mattie mit Rooster, mit dem Texasranger oder mit einem Geschäftsmann hätte daher vielleicht etwas kurzer ausfallen dürfen, aber ab dem zeitpunkt als das Trio an der kleinen Hütte vor imposanter Kulisse ankommen, packt der farbenprächtige Film sofort. Auch Waynes Spiel sich selbst nicht so wichtig zu nehmen - er fällt auch mal vor lauter Trunkenheit unbeholfen aus dem Pferd und gibt dann an, dass das Pferd gestrauchelt wäre - ist putzig und regt zum Schmunzeln an. Er hat natürlich die besten Szenen als gebrochener Held, der in "Der Marshall" aber nicht melancholisch wehmütig wird, sondern alles mit einem guten Humor auf die leichte Schulter nimmt. Darauf einen Whisky.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Der schwarze Falke (The Searchers)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: John Ford

Auf der Suche...

"Der schwarze Falke" von John Ford ist neben Howard Hawks "Red River" und Fred Zinnemanns "12 Uhr mittags" sicherlich der beste klassische Hollywood Western. Unvergessen schon die erste Einstellung, die Kamera wandert vom Haus hinaus und gibt den Blick auf eine Wüstenlandschaft irgendwo in Texas frei. Jemand reitet auf das Farmhaus zu. Es ist Ethan Edwards (John Wayne), der Kriegsveteran des Bürgerkriegs. Der Krieg ist schon Jahre zu Ende, nun kehrt der verlorene Bruder heim. Auf der kleinen Farm lebt sein Bruder Aaron (Walter Coy) mit Frau Martha (Dorothy Jordan), den Kindern Lucy (Pippa Scott), Ben (Robert Lyden) und Nesthäkchen Debbie (Lana Wood). Ausserdem gehört Pflegesohn Martin Pawley (Jeffrey Hunter) zur Familie, der als Baby von Ethan gefunden wurde, nachdem die Indianer die Eltern getötet hatten und der geistig etwas zurückgebliebene Mose Harper (Hank Worden) . Das weite, wilde Land ist noch lange nicht erschlossen. Die nächsten Nachbarn sind der aus Schweden Stammende Lars Jorgensen (John Qualen) mit seiner Frau ( Olive Carey) mit den bereits erwachsenen Kindern Brad (Harry Carey Jr.) und Laurie (Vera Miles). Zwischen den beiden einsam gelegenen Farmen weit und breit nur Wildnis, erschwerend kommt hinzu, dass es Indianerland ist. Aus Blicken und Gesten erkennt der Zuschauer die tiefe, heimliche Zuneigung zwischen dem Heimkehrer Onkel Ethan und Martha. Am nächsten Tag formiert sich unter der Leitung von Reverend Samuel Johnson Clayton (Ward Bond) eine Bürgerwehr, bestehend aus den Jorgensens, den Edwards und weiteren Farmern der Gegend. Die Männer wollen Banditen, vielleicht auch Indianer verfolgen, die Vieh gestohlen haben. Ethan reitet anstelle seines Bruders Aaron mit, der bei der Familie bleiben und diese schützen soll, falls die Indianer tatsächlich auf dem Kriegspfad wären. Als die Männer irgendwann das tote Vieh entdecken ist klar, dass eine der Farmen im Umkreis überallen werden soll. Die Komantschen haben die Männer fortgelockt und tatsächlich wird die Ranch der Edwards vom Häuptling Scar (in der deutschen Fassung "Schwarzer Falke" gespielt von Henry Brandon) dem Erdboden gleich gemacht. Die beiden Mädchen Lucy und Debbie entführt, alle anderen werden tot aufgefunden. Als Ethan die brennende Ranch erreicht ruft er nach Martha, die er tot findet, vorher wurde sie brutal vergewaltigt. Danach zieht der hasserfüllte Ethan, besessen wie ein Kapitän Ahab aus "Moby Dick" auf der Suche nach den Mädchen kreuz und quer durch den Wilden Westen. Begleitet wird er von dem jungen Martin, der immer mehr erkennt, dass die Suche nur gemeinsam einen Sinn macht, da er merkt, dass Ethan von seinen fanatsichen Rachegedanken geleitet wird und damit das Leben der Verschleppten gefährdet. Zudem erweist sich Ethan als Indianerhasser..



John Ford drehte sein Meisterwerk im bekannten Monument Valley zwischen Utah und Arizona. Die markanten roten Sandsteinfelsen sind grandios einfangen, sie bieten sowohl einen majestätischen als auch einen ehrfruchsgebietenden Anblick. Diese unglaubliche Weite lässt die darin agierenden Menschen sehr verletzlich erscheinen. Es ist der ständige und tagtägliche Kampf ums Überleben spürbar.
Die Haupthandlung erzählt von einer obsessiven Suche. John Wayne spielt als Onkel Ethan die Rolle seines Lebens. Der unbeugsame Antiheld ist verzehrt von Haß und sein unversöhnlicher Rassismus treibt ihn an immer weiterzusuchen. 5 lange Jahre. Gemeinsam mit Martin, dem "Achtel Cherokee, der Rest ist walisisch und englisch" wie der junge Mann zu sagen pflegt. Die gemeinsame Odyssee verbindet die beiden unterschiedlichen Männer. Zuhause wartet Laurie auf Martin. In der Zeit schreibt er seiner Geliebten nur einen einzigen Brief und erzählt darin auch noch wie er bei den Indianern einen Teppich erstehen wollte und schließlich eine junge Squaw (Beluah Archuletta) für einen Hut ihrem Vater abgekauft hat. Mit diesen Szenen lockert John Ford den düsteren Hauptpart immer wieder auf. Der Zuschauer sieht die Freude bei den Jorgensens als innert von einem Jahr sogar ein zweiter Brief durch den Postboten Charlie McCorry (Ken Curtiz) zugestellt wird. Und wie Laurie an ihrem Martin immer wieder verzagt "er unterschreibt so förmlich mit Martin Pawley, warum kann er nicht einfach Martin schreiben". Dies führt auch zum Auftauchen der beiden Heimkehrer, kurz bevor Laurie aus lauter Verzweiflung vorhat Charlie McCorry zu heiraten. Als sich die beiden Kontrahenten prügeln, sieht man im Hintergrund eine begeisterte Laurie, die sehr geschmeichelt zu sein scheint, weil sich zwei Männer wegen ihr raufen.  "Der schwarze Falke" ist ein Film mit unvergessenen Filmszenen, etwa die als der Suchtrupp durch ein breites Tal reitet. Auf den Höhezügen rechts und links erscheinen in Kolonne die Najeki-Komantschen, die nun ihren Verfolgern als tödliche Eskorte folgen und nur der schnelle Ritt zum Fluß kann die fatale Umzingelung auflösen. Am Ende des brillianten Westernepos scheint der Zuschauer zu wissen, dass Ethan die kleine Debbie als unrettbar verdorben durch den Kontakt mit den Indianern hält. In einer Schlüsselszene des Films sitzen Ethan und der Häuptling Auge um Auge im Wigwam. Es wird nicht nur deutlich, dass auch "Scar" geliebte Menschen durch den Kampf zwischen Rot und Weiß verloren hat, sondern er sogar eine Art Spiegelbild von Ethan darstellt. Auch wenn Ethan Edwards, dieser besiegte Soldat in Friedenszeiten, immer wieder Kriegsschauplätze aufmacht und als Rassist auftritt - Ford gelingt es dennoch die Sympathie für den gebrochenen Charakter beim Publikum aufrechtzuerhalten. Vermutlich deshalb weil die Verzweiflung bei ihm viel tiefer sitzt als bei allen andern Figuren. Am Ende des Films kristallisiert sich der Narr Mose Harper sogar als der erfolgreichste Sucher heraus, er gibt Ethan den entscheidenden Hinweis. Mit diesem Ende wird auch ein brutaler Überfall auf das Indianerdorf gezeigt. Eine Szene zeigt einen Indianervater, der ganz schnell sein kleines Kind in Sicherheit bringen will, als die reitende Kavallerie ohne Rücksicht auf Verluste das Dorf niedermetzelt.
Sowohl Ford als auch Wayne waren der Ansicht, dass "The Searchers" der beste Film sei, den sie zusammen gedreht hatten. Deutsche Filmregisseure wählten den Ausnahmewestern 1995 zum besten Film aller Zeiten. Bei den Filmkritikern von "Sight and Sound" rangiert der Film auf Platz 7 der besten Filme aller Zeiten. Auch das American Film Institute wählte ihn auf Platz 12 der einflussreichsten und besten US-Filme. In der Best of Liste von "Cahiers du Cinema" belegt Fords Western mit den vielen Bedeutungen, Inhalten und Sinnebenen ebenfalls einen Top 10 Rang. Bei seinem Erscheinen war er ein guter Publikumserfolg, konnte aber keine einzige Oscar-Nominierung erhalten Kurioserweise gabs dann aber einen Golden Globe - die bekam John Waynes Sohn Patrick, der an der Seite seines Vaters den Grünschnabel Lt. Greehill spielen durfte. Die komisch angelegte Rolle brachte ihm den Preis als Bester Nachwuchsdarsteller ein. RocknRoller Buddy Holly nahm Ethans Spruch "That´ll be day" für seinen Song auf und landete damit einen Riesenhit in den Charts des Jahres 1957

Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Red River - Panik am roten Fluß (Red River)


Regie: Howard Hawks

Von Texas nach Kansas...

Auf Howard Hawks "Red River" lasse ich nichts kommen. Seit Kindheitstagen ist dieser monumentale Western von Howard Hawks einer meiner Lieblingsfilme und ist es bis heute geblieben, selbst wenn er heute etwas altmodisch wirkt.
Hawks erzählt in epischer Breite als psychologischer Western verpackt vom ersten Viehtrieb aus Texas nach Abilene in Kansas. Dort siedelte sich der Viehhändler Joseph McCoy an, der einen Verladebahnhof extra für die herbeigetriebenen Rinderherden einrichtete. Von dort ging es für die Tier per Bahn nach Chicago weiter.
Es ist somit auch eine Geschichte über die ersten Fußstapfen der USA als Industrienation, vom Wilden Westen aus begann die Industrialisierung der Viehwirtschaft. Die Eisenbahn trat ihren Siegeszug als schnelles Fortbewegungsmittel an.
Es ist auch die Geschichte von einzelgängerischen Pionieren wie Tom Dunson (John Wayne), der seinen Platz im Weiten Land sucht und dabei kann er seine große Liebe Fen (Colleen Gray) nicht mitnehmen, er verlässt sie und den Siedlertreck, denn sein Vorhaben ist zu gefährlich für eine Frau an seiner Seite, er will sie aber nachommen lassen, wenn er es zu etwas gebracht hat.
Gemeinsam mit seinem besten Kumpel Groot (Walter Brennan) verlässt er die Siedler und verschwindet in der großen Prärie. Die melancholische, erhabene und dramatische Musik von Dimitri Tiomkin unterstreicht die Vergänglichkeit des Menschen und gleichzeitig die Erhabenheit der Natur.
Einige Stunden später sehen sie Rauch dort aufsteigen, wo der Treck jetzt sein müsste. Drückende Stimmung und Traurigkeit ist das Gefühl, dass die beiden Männer druchleben, vor allem Dunson, denn er weiß, dass seine Fen wohl Opfer kriegerischer Indianer wurden.
Auf ihrem Weg zu brauchbarem und nutzbarem Land lesen sie einen Jungen (Mickey Kuhn) auf, der Matt heisst und den die beiden mitnehmen. Fortan hat Tom einen Ziehsohn.
Als Erwachsener (Montgomery Clift) wird Matt den Viehtreck seines Pflegevaters, der sich gern als Rinderbaron tituliert, begleiten. Die Reise wird beschwerlich werden, in Missouri sollen die 9000 Rinder ankommen, der Weg umfasst ca. 1000 Kilometer durch gefährliches Land.
Mit vielen Männern bricht Tom auf, die Laune seiner Männer steht und fällt mit den Problemen, denen sie sich stellen müssen.
Die Massen von Rinder werden durch gefährliche Flüsse getrieben.
Eines Nachts wird die die gesamte Herde von einer Stampede erfasst und die ersten Opfer unter den Männern sind zu beklagen. Dunson wird immer unerbittlicher und erweist sich als brutaler Schinder. So ist die Meuterei nur noch eine Frage der Zeit. Auf welche Seite stellt sich aber Matt ?


Unvergessene Szenen gibts in "Red River" genügend - im bleibenden Gedächtnis hat sich der Startschuß des Viehtrecks durch die Laute der männer und ihre Gesichter eingerpägt.  Diese Begeisterung für diese Pionierarbeit lässt natürlich sehr bald nach, im Laufe der Geschichte entfaltet sich der Generationskonflikt der beiden Männer. Auf der einen Seite der harte, unnachgibige Dunson, auf der anderen Seite sein liberal und demokratisch denkender Ziehsohn Matt, der von Monty Clift sehr feinfühlig und sensibel gespielt wird. Er wird im Laufe des Films die Bekanntschaft mit einem genauso jungen Cowboy (John Ireland) machen, der irgendwie an ihm interessiert scheint. Und natürlich wartet auch die ideale Frau (Joanne Dru) auf ihn, interessanterweise ist auch sie Teil eines Siedertrecks, genauso wie Dunsons große Liebe, die er in einem magischen Kinobild verlassen musste.  "Red River" ist und bleibt ein überlebensgroßer, legendärer Western, der immer noch den Geist der Pioniere lebendig einfängt.

 

 Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Ringo - Höllenfahrt nach Santa Fe (Stagecoach)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: John Ford

Postkutsche nach Lordsburg...

Viermal wurde die irischstämmige Regielegende John Ford mit dem Oscar ausgezeichnet. Bereits 1936 erhielt er die Auszeichnung für "Der Verräter". Es folgten "Früchte des Zorns" (1940), "So grün war mein Tal" (1941) und "Der Sieger" (1953).
Seine Filmographie umfasst großartige Klassiker wie "Der schwarze Falke", "Der Mann, der Liberty Valance erschoß",  "Faustrecht der Prärie",...dann kam der Orkan" oder "Der junge Mr. Lincoln"
Einer seiner berühmtesten Fiilme drehte er 1939 mit "Ringo" (Original: Stagecoach), mit dem John Wayne zum ultimativen Hollywood-Star aufstieg. Mit diesem Klassiker sicherte sich John Ford nicht nur einen Platz im Olymp des Westernfilms, er gehört sicherlich zu den wichtigsten US-Regisseuren des letzten Jahrhunderts. In "Ringo" wird auch die imposante Kulisse des Monument Valley zum Star und zum Kinobild für die Ewigkeit. Das Tal mit seinen Felstürmen diente dann später auch in "Bis zum letzten Mann", "Der Teufelshauptmann" oder "Cheyenne" als bombastische beeindruckende Kulisse. Weltberühmt auch die Originalmusik von Gerard Carbonara, für den Film dirigiert von Boris Morros und adaptiert von Richard Hagteman, William Franke harling, John Leipold, Leo Shuken und Louis Gruenberg.
Der Film entstand nach einer Kurzgeschichte von Ernest Haycox "The Stage in Lordsburg" und folgt einer Gruppen von Reisenden auf einer Postkutsche mitten durch das gefährliche Apachen Territorium, wo Geronimo auf dem Kriegspfad ist. Die gefährliche Fahrt beginnt in Tonto, Arizona und soll nach Lordburg, New Mexico führen. Unter ihnen sind Dallas (Claire Trevor), eine Prostituierte, die aus der Stadt gejagt wurde und der Arzt und Alkoholiker Doc Boone (Thomas Mitchell), die schwangere Lucy Mallory (Louise Platt), die unterwegs zu ihrem Mann, einem Kavallerie-Offizier ist. Dazu gesellt sich der Whisky Verkäufer Samuel Peacock (Donald Meek) , der Glücksspieler und Südstaatengentleman Hatfield (John Carradine), Marshall Curly Wilcox (George Bancroft, der Bankier Henry Gatewood (Benton Churchill) und nicht zuletzt der Kutscher Buck (Andy Devine). Die Armee unter der Führung des jüngen Lieutenant (Tim Holt) wird die Kutsche nur kurzfristig begleiten können, aber an einem der Halteplätze können die Reisenden wieder mit Armeeunterstützung rechnen. Marshall Wilcox ist auf der Suche nach dem mordverdächtigen flüchtigen Draufgänger Ringo Kid (John Wayne), der in Lordsburg eine Rechnung mit Luke Plummer (Tom Tyler) und dessen Brüdern offen hat. Tatsächlich schliesst sich Ringo bald der Reisegesellschaft an.
Bald kommen sich Ringo und Dallas näher...

 Inmitten von einem Indianerkrieg entsteht eine leise, schöne Romanze zwischen zwei Aussenseitern, die beide von einer besseren Zukunft träumen. Auch sonst ist "Ringo" auch in sämtlichen Nebenrollen grandios besetzt, vor allem Thomas Mitchell brilliert als Säufer mit Herz. Jeder der Reisenden ist wichtig, so stimmt von Anfang an auch das Mitfiebern der Reisegesellschaft. Weltberühmt ist der Überfall der Apachen auf die fahrende Kutsche inmitten der gnadenlosen Wüstenlandschaft. "Ringo" ist zu Recht einer der besten Western aller Zeiten. Dabei leistet sich Ford das Vergnügen Huren, Säufer und Spieler als die Helden zu feiern und sowohl der Geschäftsmann als die Bürgerfrauen von Tonto kommen sehr schlecht weg. Ein Film, bei dem die Aussenseiter über sich selbst hinauswachsen können. Der darin zelebrierte Wstern Mythos wird von John Ford poetisch dargestellt und gungiert sogar als Lebensreise, denn sie beinhaltet Geburt und Tod.


Bewertung: 10 von 10 Punkten. 

Freitag, 17. Dezember 2021

Rio Grande (Rio Grande)


Regie: John Ford

Vater und Sohn...

John Ford ist natürlich eine große Regie-Legende, besonders wenn es um das Westerngenre geht. Im Alter von 78 Jahren verstarb er im Jahr 1973. Er hinterließ ein Erbe von etwa 124 Filmen und erhielt insgesamt viermal den Oscar als bester Regisseur: "The Informer" (1936), "Früchte des Zorns" (1941), "So grün war mein Tal" (1942) und "Der Sieger" (1953). Mit dem großen Westernstar John Wayne drehte er besonders häufig und beide schufen unsterbliche Klassiker wie "Ringo", "Der schwarze Falke" oder "Der Mann, der Liberty Valance erschoß". Auch in allen drei Kavallerie-Auftrragswestern, die Ford zwischen zwischen 1947 und 1950 drehte, spielte John Wayne die Hauptrolle."Rio Grande" entstand 1950 und bildet somit den Abschluß dieses Trios, bei dem John Ford wieder in schwarz-weiß drehte, obwohl ja der Vorgängerfilm "Der Teufelshauptmann" gerade wegen seiner Farbkamera den Oscar bekam. Nichtsdestotrotz ist auch die Location vom weiten, besetzen Land durch amerikanische Soldaten atmosphärisch stark in schwarz-weiß Aufnahmen bebildert.
Durch die Gesangseinlagen der "Sons of Pioneers" erhält der Film auch ein starke musikalische Handschrift, die die beiden Filmelemente "Familiendrama" und "Schlacht" auflockern soll. Ich fands eher zuviel Gesang, aber dafür sorgt Faktotum Victor McLaglen - genau wie in "Der Teufelshauptmann" - als rechte Hand des Colonels für guten Humor und eine gewisse Herzenswärme, die dann aufs ganze Regiment auszustrahlen scheint. John Wayne ist als Colonel Kirby Yorke zu sehen, der mit seinen Männern nicht nur das Fort bewacht, sondern auch immer wieder gegen widerständige Apachen in den Kampf ziehen muss. Diese Krieger machen es der US-Kavallerie aber immer wieder schwer, da sie nach ihren Überfällen den Rio Grande überqueren und am anderen Ufer dann auch schon in Mexiko sind. Und den US-Soldaten ist es strengstens untersagt die Grenze zu überschreiten. Aber nicht nur dieses Problem macht dem Colonel zu schaffen. Sein Sohn Jeff ((Claude Jarman jr) hat die Prüfung in Westpoint wegen Mathematik vermasselt und hat sich nun als ganz normaler Rekrut wie andere junge Männer (u.a. Harry Carey jr, und Ben Johnson) bei der Army gemeldet. Zufälligerweise wird er nun ins Regiment seines Vaters versetzt, den er seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat. Seine Eltern leben seit dieser Zeit getrennt, da sich der Vater nicht von der Armee trennen konnte und seine Frau nicht das Dasein einer Soldatenfrau im Fort führen wollte. Doch Kathleen Yorke (Maureen O'Hara) taucht kurze Zeit später auch im Fort auf um ihren Sohn wieder mitzunehmen. Vater Kirby ist da ganz anderer Meinung: Er ist sich sicher, dass ein Mann seine Verantwortung übernehmen muss und zu seinem Wort zu stehen hat, selbst wenn er sich dadurch zerstört. Bald lassen die Angriffe der Apachen nicht auf sich warten. Und Jeff bekommt seine Bewährungsprobe. Die Apachen haben einige Kinder aus dem Fort entführt und sie nach Mexico verschleppt. General Sheridan (J. Carrol Naish) gibt nun Yorke den langersehnten inoffizellen Befehl die Grenze zu überqueren..


Somit fällt der Hauptteil von "Rio Grande" um einiges actionhaltiger aus als der ruhige erste Part, der sich vor allem auf die Figurenkostellation und Charakterzeichnungen fixiert. Dass auch die ruhigeren Töne gut funktionieren ist der guten Ensembleleistung zuzuschreiben. Ford engagierte dafür einige "Stammschauspieler" wie  Chill Wills, Victor McLaglen, Ben Johnson und Harry Carey jr. Die Szene mit Wills und McLaglen, in der Letzterer seine Brandstiftung erwähnt, ist besonders witzig und zeigt die Klasse des Regisseurs.  Maureen O'Hara spielt zum ersten Mal John Waynes Frau - es sollte aber nicht bei diesem einen Mal bleiben. Für John Ford wiederholten sie diese Paargeschichte weils so schön war noch zwei weitere Male. Wenn man alle drei Kavallerie-Film von Ford miteinander vergleicht, dann ist "Rio Grande" eindeutig der schwächste Teil. Wie gesagt es war eine Auftragsarbeit und vielleicht legte Ford da etwas weniger Motivation hinein, aber die Realisierung dieses Streifens war die Bedingung für die Studio Bewilligung für den geplanten Film "Der Sieger". Da fürchtete man Verluste.Dennoch ist "Rio Grande" ein Klassiker. Er hat zwar nicht diese markanten Szenen und Bilder wie "Bis zum letzten Mann" oder "Der Teufelshauptmann" - aber er ist überzeugend bei diesem Vater-Sohn Konflikt. Und wie immer zeigt es sich wie undankbar doch der Job als Held bei der Armee war. Gerade für so einen ausgezeichneten Soldaten wie Kirby Yorke, der alle seine privaten Wünsche und Sehnsüchte hinten an stellt.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Montag, 13. Dezember 2021

Rio Bravo (Rio Bravo)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Howard Hawks

Der Sheriff und seine Helfer...

"High Noon" hat mir dermaßen missfallen, dass ich die Gegenposition eingenommen habe. Das funktioniert und den Leuten hat es sehr gefallen - das hat Howard Hawks einmal gesagt, als er zu "Rio Bravo" interviewt wurde. Tatsächlich ist Howard Hawks Meisterwestern aus dem Jahr 1959 die ultimative Antithese von Fred Zinnemanns düsterem Western über einen Marshall, dem keiner helfen will im Kampf gegen die Banditen. Dennoch sind die Helfeshelfer von John Wayne in "Rio Bravo" eine illustre Schar von Aussenseitern. Lediglich Ward Bond als Rancher Pat Wheeler könnte man als typischen Westerner bezeichnen - aber er lebt nicht mehr lange. In dem Moment als er sich äusserte dem Sheriff zu helfen, wird er hinterrücks umgelegt. All das passiert in der kleinen Grenzstadt "Rio Bravo". In der Planung als reine Mainstreamproduktion konzipiert (sogar ein ganz junges Publikum wurde durch die Besetzung von Teenie-Idol und Popsänger Rickie Nelson anvisiert), gelang es dem Meisterregisseur mit seinem total lockeren Stil einen der besten Western der Filmgeschichte zu schaffen. Und dies obwohl die Geschichte auf ganz engem Raum spielt und erst gegen Ende - beim explosivem Showdown - für kurz das verschlafene Städtchen verlassen wird. Seine Coolness gewinnt der Film durch eine umwerfende Mischung aus allem, was Hawks filmisch gemacht hatte. Es gibt eine musikalische Einlage (Dean Martin und Ricky Nelson geben den song "My rifle, Pony and me) zum Besten, es gibt herrliche Komödienmomente - vor allem Walter Brennan als zickiger alter Hilfssheriff läuft dabei zur Höchstform auf. Eine gute Brise von Romantik und Erotik dank einer Durchreisenden Lady mit Vergangenheit, die vom ruppigen Sheriff gezähmt werden könnte. Am Ende wird er aber gleichsam von ihr gezähmt. Und natürlich jede Menge Spannung und Action. "Rio Bravo" erweist sich als optimales Belagerungsszenario im Film. Auf ganz engem Raum kämpft eine Gruppe ungleicher Charaktere gegen eine Überzahl von bezahlten Desperados für Gesetz und Ordnung. Diese Konstellation schrieb Filmgeschichte und wurde von vielen Kultregisseuren wie Romero oder Carpenter für ihre Filme übernommen. Dabei gelingt es Hawks spielend, dass die Belagerung zweitrangig wird - die Interaktion zwischen den Filmfiguren ist die Trumpfkarte in "Rio Bravo".
Um was geht es: Sheriff John T. Chance (John Wayne) muss den Revolverhelden Joe Burdette (Claude Akins) festnehmen, denn der hat im Saloon einen Mann erschossen, der unbewaffnet war. Da Joes älterer Bruder der mächtige Viehbaron Nathan Burdette (John Russell) ist, muss damit gerechnet werden, dass dieser seinen Bruder - wenn nötig auch mit Gewalt - aus dem Gefängnis befreien wird. Er hat mit seinem Männern bereits den Grenzort abgeriegelt, um zu verhindern, dass Chance seinen Gefangenen zum US-Marshall bringen könnte. Diese Revolvermänner sind auch in der Stadt präsent und bewachen jeden Schritt, den der Sheriff unternimmt. Chance, der nur seinen Deputy, den alten gehbehinderten Stumpy (Walter Brennan) als Verbündeten hat, gibt dabei seinem ehemaligen Hilfssheriff Dude (Dean Martin) eine Chance mit im Team der Guten zu sein. Dude ist aber seit 3 Jahren ein echter Säufer (eine Frau war der Auslöser) und hat echte Mühe trocken zu bleiben - teilweise ein echtes Wrack, das zittert, schwitzt und sich beleidigen lässt, nur um kurz einen Hauch von Stolz zu empfinden und dann sofort wieder zur Flasche zu greifen. Noch kurz vor seiner neuen Chance war er das Gespött jedes Saloons. Mit Feathers (Angie Dickinson) kommt eine attraktive Frau in die Stadt, auf die ein Steckbrief einer Falschspielerin passt und die sich in den Kopf gesetzt hat den störrischen Sheriff zu erobern. Auch sie unterstützt natürlich auch emotionalen Gründen die kleine Achse der Guten. Als Chances Freund Pat Wheeler (Ward Bond) erschossen wird, gewinnt Chance mit dem ganz jungen Revolverhelden Colorado (Ricky Nelson) einen weiteren Verbündeten. Und auch der mexikanische Hotelwirt Carlos Robante (Pedro Gonzales) mit dessen Frau Consuela (Estella Rodriques) erweist sich bald als guter Verbündeter. Aber können sie alle gegen die Vielzahl der Banditen bestehen...

John Wayne soll Hawks gefragt haben "Und was mache ich, während Dean die ganzen schönen Szenen spielt ?" Lakonisch antwortete Hawks "Ganz einfach, du schaust ihm zu wie ein guter Freund". Und für beide Stars kamen zwei ganz hervorragenden Rollen dabei heraus. Die Filmmusik von Dimitri Tiomkin passt perfekt dazu, das atmosphärische Titellied sowie auch "Deguello", die Melodie vom Tod, vom Halsabschneiden, die im Film zu hören ist und die Spannung dramaturgisch unterstützt. Kameramann Russell Harlan, der sehr oft mit Howard Hawks gearbeitet hat, mit einer Superleistung. Es sind auch die vielen tollen Nebenfiguren - Angie Dickinson als starke Frau, Ricky Nelson als unkonventioneller ganz junger Revolverheld oder Walter Brennan als ständig schimpfender Stumpy...die Chemie stimmt und machen aus "Rio Bravo" nicht nur einen spannungsgeladenen Edelwestern, sondern ein echtes Kinohappening.


Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Der Mann, der Liberty Valance erschoß (The Man who shot Liberty Valance)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: John Ford

Legenden und Mythen des Wilden Westen...

"Der Mann, der Liberty Valance erschoß" von John Ford enstand 1962 - im gleichen Jahr wie Sam Peckinpahs "Sacramento" (Ride the High Country). Beide Filme begründen den Spätwestern, denn die alten Zeiten des Wilden Westens sind vorbei. Erhalten hat sich neben den müde gewordenen Helden und vor allem ein wehmütiger Blick auf die Vergangenheit. Denn die hat Legenden und Mythen erschaffen, die irgendwann zu Wahrheiten wurden. John Ford stellt dieses Phänomen in Frage und zeigt dem Zuschauer und macht den Mechanismus durchschaubar. Doch statt einer Demontage ist es eine der schönsten Liebeserklärungen für den Western, wenn das Bild des wegfahrenden Zuges, in den der Mann, der Liberty Valance sitzt, den Schlußpunkt setzt.
Es ist Senator Ransom "Ranse" Stoddard (James Stewart) mit seiner Frau Hallie (Vera Miles). Doch die Wahrheit ist anders: Ransoms Freund Tom Doniphan (John Wayne), der gerade in der kleinen Grenzstadt Shinbone beerdigt wurde, hat den Banditen Valance aus dem Hinterhalt erschossen. Er kann dies begründen mit der höheren Gerechtigkeit und hat aber den ungeschriebenen Ehrenkodex des Wilden Westens "Auge und Auge" gebrochen. "Es war glatter Mord, aber ich kann damit gut leben" wird Doniphan einmal in der Geschichte zu Stoddart sagen, der bisher annahm, dass er tatsächlich mit viel Glück das ungleiche Duell gegen Liberty Valance auf den Straßen von Shinbone für sich entschieden hat. Entschieden hat er dadürch auch, dass er - der Anwalt - das Mädchen bekommt, dass auch Doniphan liebte.
Aber die melancholische Geschichte fängt ganz anders und sehr hart an. Und sie wird von Stoddard, inzwischen angsehener Senator im Rückblick erzählt, denn der Chefredakteur der Lokalzeitung will um jeden Preis wissen, warum der berühmte Politiker zu der Beerdigung des unbekannten Tom Doniphan kommt. Und Stoddard fängt zu erzählen an: Als junger Mann reist Ransom Stoddard in einer Postkutsche in Richtung Westen. Er kommt von der Ostküste und will sich im Weiten Land niederlassen. Doch die Reise endet in Shinbone, denn die Kutsche wird von Liberty Valance (Lee Marvin) und seinen Männern (Lee van Cleef, Strother Martin) überfallen. Als Stoddard eine Frau verteidigt, wird er von dem Banditen beinahe zu Tode geschlagen. Schwerverletzt wird er von Doniphan gefunden und dessen Freund Pompey (Woody Stroode) gefunden und in die nächste Stadt Shinbone gebracht. Die junge Hallie (Vera Miles), die im Wirtshaus von von Peter (John Qualen) und Nora Ericson (Jeanette Nolan) arbeitet, kümmert sich um den Verletzten Mann. Eigentlich müsste Sheriff Link Appleyard (Andy Devine) den Verbrecher verhaften, aber er ist ein Hasenfuß und so werden die Banditen weiterhin in der Gegend ihr Unwesen mit Raub und Schlägereien treiben können. Auch macht sich der Herausgeber der Lokalzeitung Dutton Peabody (Edmond O´Brien) bei Liberty unbeliebt, weil er unverfälscht über die Geschehnisse im Umkreis berichtet. Über die Macht der Viehbarone und über deren Verstrickungen zu den Banditen. Liberty Valance hat es ausserdem immer wieder auf Stoddard abgesehen, er weiß genau, dass dieser mit seinen Gesetzesbüchern keinen Stich gegen ihn - den großen Revolverhelden - machen kann. Die Waffen der Gerechtigkeit und des geltenden Rechts versagen, so stellt sich der schießunerfahrene Stoddard dennoch zum ungleichen Duell. Der Bandit fällt tot zu Boden. Stoddard wird umjübelt - er wurde Sieger im Duell und hat Liberty Valance besiegt. Eine Legende wird geboren...

"Der Mann, der Liberty Valance erschoß" ist der vorletzte Western des großen John Ford und für mich sein zweitbester nach "Der schwarze Falke". An diesem Film stimmt alles - großen Anteil am Erfolg hatte sicherlich das perfekt herausgearbeitete Drehbuch von James Warner Beelah und Willis Goldbeck. Der Score von Cyril C. Mockridge und Alfred Newman verströmt eine gewisse Sentimentalität, die aber sehr gut zum Thema "Glorifizierung längst vergangener Zeiten" passt und etwas Wehmut vermittelt. Ausserdem wie so oft eine großartige Leistung des Kameramanns William H. Clothier, der hier wunderschöne schwarz-weiß Bilder erschuf.
Getragen wird dieser herrliche klassiker aber von den hervorragenden Schauspielerleistungen von John Wayne und James Stewart. Die beiden Westerntitanen liefern hier ganz starke Rollen ab. Zudem sind auch die Nebenrollen mit Vera Miles, Lee Marvin, Woody Stroode, Andy Devine oder John Carradine perfekt besetzt.

 Bewertung: 10 von 10 Punkten.