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Mittwoch, 5. Januar 2022
Die glorreichen Sieben (The Magnificant Seven)
Regie: John Sturges
Ein Dorf gegen Calvera....
Seine größten Filmerfolge feierte Regisseur John Sturges mit den beiden 60er Jahre Kinohits "Die glorreichen Sieben" und "Gesprenge Ketten" - beide Filme realisierte er für die Mirisch Company für die United Artists. "Die glorreichen Sieben" war damit auch sein Höhepunkt als Westernregisseur, obwohl weitere Highlights des Genres in seiner Filmographie vertreten sind. Besonders erwähenswert sind "Verrat im Fort Bravo" (1954), der Post-Western "Stadt in Angst" (1955), "Das Geheimnis der fünf Gräber" (1956), "Zwei rechnen ab" (1957), "Der Schatz der Gehenkten" (1957) und "Der letzte Zug von Gun Hill" (1958). "Die glorreichen Sieben" ist eine Western-Adaption von Akira Kurosawas Meisterwerk "Die sieben Samurai" und beide Filme schildern die Einsamkeit ihrer Anti-Helden, auch wenn sie im Kampf gemeinsam - also zu siebt - gegen einen zahlenmäßig weit überlegenen Gegner antreten müssen. Der einzige Lohn, den sie erhalten, ist die Bewunderung der einfachen Menschen, ansonsten bleibt den Helden nichts als das Überleben ohne Heimat. Für die Kameraarbeit war der versierte Charles Lang jr. zuständig, ein Meister seines Fachs. Insgesamt wurde er in seiner langjährigen Laufbahn 18 mal für den Oscar nominiert. Erhalten hat er ihn aber nur einmal und zwar 1934 für "In einem anderen Land".
Die Handlung spielt sich in ddem kleinen mexikanischen Dorf Ixcatlan statt. Jedes Jahr - um die Erntezeit - wird das Dorf von dem Banditen Calvera (Eli Wallach) und seiner 30köpfigen Bande überfallen. Er lässt den armen Bauern gerade mal soviel übrig, dass sie nicht verhungern müssen - alles andere kassiert der Bandenführer ein. Er sieht sich als Wolf, der die schwachen Schafe beherrscht. Doch die Männer des Dorfes haben genug. Ihr Dorfältester (Vladimir Solokoff) gibt ihnen den Rat endlich zu kämpfen. Doch wie soll das gehen ohne Waffen ? Drei der Bauern machen sich auf den Weg in die Stadt um Waffen zu kaufen. Dort kriegen sie mit wie die beiden Revolvermänner Chris (Yul Brynner) und Vin (Steve McQueen) sich mutig und erfolgreich durchsetzen können. Das gefällt den Bauern und macht mächtig Eindruck. So entsteht die Idee, statt Waffen einfach Revolverhelden zu bezahlen, die sich gegen Calvero stellen. Für einen Hungerlohn von 20 Dollar pro Kopf willigt Chris ein, er hat nichts anderes zu tun, die Bauern tun ihm leid und irgendwie wäre er auch gerne ein seßhafter Farmer. So denkt auch Vin und beide rekrutieren den jungen Heißsporn Chico (Horst Buchholz), den coolen Messerwerfer Britt (James Coburn), den einsamen Söldner Bernardo (Charles Bronson), den goldgierigen Harry Luck (Bred Dexter) und den zynischen Auftragskiller Lee (Robert Vaughn). Sie lernen die Bauern an im Kämpfen und Schließen. Und bald kommt es auch schon zum erbitterten Kampf...
Yul Brynner macht als Führer der Revolverhelden eine edle Figur, die beiden Sympathieträger sind Steve McQueen, der alles mit einem Witz kommentiert und Horst Buchholz, der die Rolle des Toshiro Mifune hat..allerdings abgewandelt. Denn er ist vor allem ein jugendlicher und naiver Hitzkopf, der sich auch noch in ein Mädchen (Rosenda Monteros) verlieben darf. Auch Charles Bronson hat einen rührenden Part...drei kleine Mexikanerjungen verehren ihn von den glorreichen Sieben am meisten und weichen ihm nicht mehr von der Seite. Auch Eli Wallachs Part als Bandit ist gut gelungen, denn er ist irgendwie auch ein Komplize der Gunfighter und macht ihnen irgendwann im Laufe der Geschichte ein ganz verlockendes Angebot. Wohl deshalb, weil er weiß, dass auch sie zu den Wölfen unter den Menschen gehören. Er wird auch am Ende der Geschichte nicht begreifen, warum gerade diese stolzen Revolverhelden sich für die Sache der Bauern so stark gemacht haben. Denn Gewinner sind die Bauern...dies ist genauso wie im japanischen Original die Quintessenz am Schluß des Films. Die Starriege war so gut, dass in "Gesprengte Ketten" auch auf McQueen, Coburn und Bronson gesetzt wurde. Toll auch, dass Sturges sich zwar am großen Original orientiert hat, aber dennoch einen ganz eigenständigen Film schaffen konnte. Gemeinsam mit Richard brooks "Die gefürchteten Vier" ist Sturges Filmhit bereits ein Vorbote für die kommenden Italo-Western, die die Strukturen der Klassiker mächtig durcheinander wirbeln.
Bewertung: 9 von 10 Punkten.
Sonntag, 12. Dezember 2021
Nevada Smith (Nevada Smith)
Regie: Henry Hathaway
Der junge Rächer Max Sand...
1966 entstand mit "Nevada Smith" einer der letzten klassischen
Western, der aber gleichzeitig aber schon als einer der ersten
Spätwestern gilt. Regisseur Henry Hathaway inszenierte seine
Rachegeschichte dabei stellenweise wie ein Epos. Die starken Bilder von
Lucien Ballard, der auf etwa 46 verschiedene Standorte im Inyo National
Forest in der Sierra Nevada und dem Owens Valley in Südkalifornien
zurückgreifen. Hathaway war nicht nur ein Westernroutinier, er schuf mit
"Garten des Bösen" (1954), "Schieß zurück, Cowboy" (1958), "Das war der
wilde Westen" (1961), "Die 4 Söhne der Katie Elder" (1965) oder "Der
Marshall" (1968) echte Klassiker.
Die Hauptrolle ging an
den damaligen Kassenstar Steve McQueen, der auf den ersten Blick mit
seinen 35 Jahren fast schon ein bisschen zu alt für die Rolle des
jugenlichen Rächers Nevada Smith war, aber dann doch durch seine
Ausstrahlung und Coolness so perfekt passt, dass dieses Manko keine
Rolle mehr spielt. Die Figur selbst stammt aus dem Roman "Die
Unersättlichen" von Harold Robbins, dort taucht die Figur Nevada Smith
auf. In der Roman-Verfilmung des Robbins Bestsellers durch Edward
Dmytryk wird Nevada Smith von Alan Ladd verkörpert.
Ein Trio
von Outlows - Bill Bowdre (Arthur Kennedy), Jesse Coe (Martin Landau)
und Tom Fitch (Karl Malden) tötet in brutaler Weise den weißen Vater und
die indianische Mutter von Max Sand (Steve McQueen). Der junge Mann
findet seine Eltern regelrecht massakriert vor und schwört Rache. Diese
Aufgabe wird für ihn zum einzig sinnvollen Lebensinhalt, doch er muss
auf dieser Suche nach den Mördern in vielen Dingen zuerst noch wachsen.
Er kann weder schießen, auch das Schreiben und Lesen hat er nie gelernt.
Er reagiert teilweise auch sehr unbesonnen und beinahe passiert ihm der
Fehler unschuldige Männer mit den Mördern zu verwechseln. Er lernt auf
seiner Reise der Rache den Wanderbüchsenmacher Jonas Cord. Sr (Brian
Keith) kennen, der Max durchfüttert und ihm auch den Umgang mit dem
Revolver lehrt.
Mit Hilfe des Saloongirls Neesa (Janet
Margolin), einer Kiowafrau wie seine Mutter, kann er den ersten der
Männer ausfindig machen. Für die Rache an dem zweiten Mann nimmt er es
auf sich ins Gefängnis zu gehen, wo sich dieser Bowdre befindet.
Gemeinsam mit einem Boot, dass das Cajun Mädchen Pilar (Suzanne
Pleshette) für Max zur Flucht besorgt hat, soll auch der zweite Teil der
Rache vollzogen werden. Mittlerweile wird aber Max auch selbst gesucht.
Sein Steckbrief gelangt in die Hände von Fitch, der nun besonders auf
der Hut ist vor diesem Rächer, der all die Jahre nie seine Mission
ausser Acht ließ. Die Begegnung mit einem Padre (Raf Vallone) bringt ihn
aber auch nicht davon ab weiter nach Fitch zu suchen...
Das
Finale erweist sich nicht nur als letztes Mosaik im Racheplan, sondern
auch als bittere Bestandsaufnahme und Reifeprüfung für den
zielgerichteten Max, der plötzlich erkennen muss, dass auch er sich
durch seine Ausrichtung als Rächer verändert hat. Durch die
Rachegeschichte rückte "Nevada Smith" in seiner Zeit auch sehr nahe an
den in seinem Einfluß immer stärker werdenden Italo-Western. Vor allem
ist "Nevada Smith" aber auch einer der ganz großen Arbeiten des Lucien
Ballard, der zwar nur einmal für den Oscar nominiert wurde, aber
unvergessen bleibt für seine grandiosen Kameraarbeit in den beiden
Peckinpah Meisterwerken "Sacramento" und "Wild Bunch" wurde. Auch hier
hat für "Nevada Smith" hat er imposante Bilderkompositionen geschaffen,
die dem Film eine epische Kraft verleihen. Leider ist dieser Western
filmgeschichtlich etwas unterbewertet, denn auch die Musik von Alfred
Newman steuerte viel dafür bei, dass ein Klassiker geboren wurde. Die
Geschichte selbst ist auch immer ein bisschen Odyssee, zuzuschreiben von
dem großen Willen des Protagonisten, aber auch von dessen Unvernunft
alles andere diesem Ziel unterzuordnen. Der Mann nimmt daher ganz viel
destruktive Strömung in Kauf. Wenn er im Schlußbild wegreitet, dann
prägt zum ersten Mal Bitterkeit sein Gesicht. Der Film endet dort, wo
Nevada Smith, wie der junge Max sich irgendwann im Film selbst
umbenannte, seine neue Bestimmung suchen muss
Bewertung: 9 von 10 Punkten.
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