Posts mit dem Label 1951 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 1951 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 17. Dezember 2021

Die Teufelsbrigade (Distant Drums)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Raoul Walsh

Im Sumpfland der Seminolen...

1945 realisierte Altmeister Raoul Walsh mit "Der Held von Burma" einen äusserst dynamischen Kriegsfilm mit Kinolegende Errol Flynn, sechs Jahre später verlegte er die Handlung in den Wilden Westen und so machte der Zuschauer Bekanntschaft mit Gary Coopers "Teufelsbrigade". Das Drehbuch von Niven Busch und Martin Rackin nahm dessen Archetypen auf und verlagerte diesen Kriegsschauplatz zwischen Amis und Japanern in die Everglades nach Florida. Raoul Walsh sagte anschließend "Das ist ein Film, den ich in Florida gemacht habe, dort, wo noch nie jemand zum Drehen hingegangen ist, auf dem Territorium der Seminolen. Diese Sümpfe hatte noch nie jemand gefilmt. Und die Seminolen sind die einzigen Indianer, die nie ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet haben. Das sind Leute mit denen nicht leicht auszukommen ist. Gehen sie mal hin und versuchen Sie mit denen zu diskutieren. Sie haben versucht, mich umzubringen". Vielleicht kommen die Seminolen in "Die Teufelsbrigade" deshalb so schlecht weg. Sie werden von Walsh als stereotype Wilde gezeigt, die auf Mord und Totschlag aus sind. Der berühmte Seminolen Anführer Osceola wird unbenannt in Oscala und wird als fieser Bösewicht dargestelt, der durch seine unstillbare Blutlust, seine Gefangenen an gefrässige Alligatoren verfütterte. Es war Budd Boetticher, der zwei Jahre später  in "Seminola", einem weiteren Florida-Western,  das Bild des Häuptlings durch Anthony Quinn differenzierter darstellte. In "Die Teufelsbrigade" wird er von Raymond Kentro verkörpert.
Der Film spielt um 1840. Captain Quincy Wyatt (Gary Cooper) ist ein Kenner dieses Gebietes mit den gefährlichen Sümpfen. Er hat seine indianische Frau durch den Krieg verloren und der fünfjährige Sohn ist sein Ein und Alles. Er wird von General Zachary Taylor (Robert Barrat) zur Führung eines Kommandos gegen die feindseligen Seminolen bestimmt. Ihm zur Seite wird der junge Marine-Offizier Tufts (Richard Webb) gestellt. Auch der Scout Monk (Arthur Hunnicut) begleitet die Brigade. Nach langem Marsch erreichen die Männer die Festung der Seminolen und zerstören diese. Dort befreien sie auch einige Weiße, darunter die hübsche Judy Beckett (Mari Aldon). Doch die Indianer verfolgen sie und es bleibt dem Kommando nichts anderes übrig als durch das Sumpfgebiet den Rückzug anzutreten. Dort erwarten sie Schlangen und eine Vielzahl von Krokodilen. Und die Indianer kommen immer näher um die Soldaten zu skalpieren...

Kameramann Sidney Hickox berichtete, es habe so viele Krokodile vor Ort gegeben, dass er das Stativ seiner Kamera mühelos auf dem Rücken eines dieser Echsen hätte aufbauen können. Doch die Mühe hat sich gelohnt, denn "Distant Drums" - so der Originaltitel des Films - gehört sicherlich zu den Klassikern des Genres und ist von Anfang bis Ende ungeheuer dicht und spannend inszeniert. Die Autoren Bouineau-Charlot und Frimbois zählen diesen FloridaWestern auch zu den besten 100 Western aller Zeiten und für Raoul Walsh war es ein weiterer Kinoerfolg in seiner Karriere, der zwischen seinen farbenprächtigen Abenteuerfilmen "Des Königs Admiral" und "Sturmfahrt nach Alaska" entstand.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Sonntag, 12. Dezember 2021

Karawane der Frauen (Westward the women)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: William A. Wellmann

3000 Kilometer...

"Karawane der Frauen" ist ein Western von William A. Wellmann, der 1951 realisiert wurde. Es ist auch einer der Western meiner Kindheit und stand damals bei mir auf gleicher Stufe wie "Winchester 73", "Ringo" oder "Red River".
Der Film erzählt die Geschichte eines Trecks von Chicago bis nach Californien. Diesen Weg sollen 150 heiratswillige und pionierfreudige Frauen auf sich nehmen, denn im westlichsten Staat gibts eine Menge einsamer Arbeiter, die viel Geld gespart haben für eine bessere Hälfte.
Wir schreiben das Jahr 1951 und der Initiator des Unternehmens Roy Whitman (John McIntire) heuert den versierten Buck Wyatt (Robert Taylor) als Treckführer an, aber zuerst reisen die beiden Männer nach Chicago, wo sich die interessierten Frauen für die erschwerliche Reise bewerben und eintrage können. Natürlich nehmen die beiden Westerner nicht alle Bewerbungen an, ein paar Damen - sichtlich aus einem Bordell stammend - werden kurzerhand abgelehnt. Zwei anderen leichten Mädchen gibt Whitman eine Chance, weil er ihnen fest glaubt, dass sie ihr Leben ändern wollen. Wyatt steht aber Fifi Danon (Denice Darcel) und Laurie Smith (Julie Bishop) viel skeptischer gegenüber und lässt vor allem Fifi seine Abneigung spüren.
Rose Meyers (Beverly Dennis) ist schwanger ohne Ehemann. Die Italienerin Mrs. Maroni (Renata Vanni) ist Witwe und reist mit ihrem kleinen Sohn und dessen kleinen Hund. Patience Hawley (Hope Emerson) ist die Größte von allen, eine imposante Erscheinung.
15 Männer wurden engagiert den Treck zu begleiten, denn der führt durch gefährliches Indianerland..


William A. Wellman hat diesen etwas ungewöhnlichen Western sehr straff und temporeich inszeniert, so folgt ein Höhepunkt auf den anderen.
Viele Angriffe der Rothäute, die Überquerung der Rocky Mountains, die Durchquerung einer Salzwüste...viele müssen ihr Leben lassen.
Am Ende heiraten dann die, die überlebt haben.
"Karawane der Frauen" gehört neben "Ritt zum Ox-bow" und "Der öffentliche Feind" zu den besten Filmen des Regisseurs.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Sonntag, 28. November 2021

Den Hals in der Schlinge (Along the great divide)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Raoul Walsh

Hängt den Mörder...

"Along the Great Divide" von Raoul Walsh wurde 1951 gedreht und war Krik Douglas erster Western überhaupt. In den deutschen Kinos lief er unter dem Titel "Den Hals in der Schlinge" und überzeugt vor allem durch die darin verwobene Liebesgeschichte zwischen dem regelorientierten Marshall und der resoluten Tochter des Farmes. Gespiel wird die Farmerstochter von Virginia Mayo. Gedreht wurde der Film nicht in den Studios von Hollywood, denn Regielegende Raoul Walsh war ein bekennender Fan von Aussenaufnahmen. Tatsächlich wurde "Den Hals in der Schlinge" in der Wüste gedreht - was man an vielen Einstellungen erkennen kann. Der Wind wirbelt in beinahe jeder Einstellung den Staub der Prärie auf und wenn die Pferde in der Distanz galloppieren, sind sie ständig in Wolken voller Staub eingehüllt. So entsteht ein großes Maß an Realismus bei diesem Ritt in die größere Stadt Santa Loma, wo es richtige Gerichtsverhandlungen gibt. Draußen im weiten Land herrscht aber immer noch das Gesetz der Stärkeren und Mächtigeren. Und auch die Lynchjustiz. Der alte Tim Keith (Walter Brennan) soll dem Viehzüchter Ned Roden (Morris Ankrum) Tiere gestohlen haben. Was aber noch viel schlimmer wiegt: Er wird beschuldigt den geliebten Sohn von Roden erschossen zu haben. Obwohl Tim Keith, den alle Pop nennen, seine Unschuld beteuert, steht er schon unterm Galgenbaum. Ned Roden und sein zweiter Sohn Dan (James Anderson) wollen den Mörder hängen. Bundesmarshall Len Merrcik (Kirk Douglas) und seine beiden Stellvertreter Lou Gray (Ray Teal) und Sam Weaver (Hugh Sanders) kommen aber gerade noch rechtzeitig und verhindern das Lynchen. Merrick ist fest entschlossen den Verdächtigen einem ordentlichen Gericht zuzuführen. Das wird nicht einfach werden, denn der Viehzüchter kündigt an, dass er diesen Ritt in die Stadt auf jeden Fall stören will. Der Mörder hat es nicht verdient, dass er einen fairen Prozess bekommt. Durch einen kurzen Zwischenstopp auf Pops Farm machen die Gesetzeshüter auch Bekanntschaft mit Pops Tochter Ann (Virginia Mayo), die unter allen Umständen ihrem Vater zur Flucht verhelfen möchte. Denn sie glaubt nicht, dass ein einfacher Farmer gegen einen mächtigen Viehbaron vor Gericht eine reele und faire Chance hat. Merrick aber schwört auf das Gesetz und alle Bitten der hübschen Frau den unschuldigen Vater freizulassen, damit er nach Mexiko flüchten kann, sind vergeblich. Nach vielen Strapazen und einigen Opfern erreicht Merrick mit seinem Gefangenen tatsächlich die Stadt. Doch im Prozess hat Pop tatsächlich keine Chance. Und inzwischen hat sich der sture Marshall auch noch in die temperamentvolle Anne verliebt...

Zum Glück findet der Marshall im letzten Moment noch den wahren Mörder von Rodens Sohn. Was dem Zuschauer aber schon lange vorher klar wurde. In stimmungsvollen Schwarz-weiß Bildern kann dieser kleine Western gut überzeugen und auch wenn er nicht zu den ganz großen Klassikern des Genres gerechnet wird. Für Westernfans ist der erste Western von Kirk Douglas ein gutes Vergnügen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Colorado (Across the Wide Missouri)


Regie: William  A. Wellman

Über den weiten Missouri....

 "Colorado" von William A. Wellmann wurde 1951 gedreht und ist so eine Art Vorläufer von Sidney Pollacks grandiosem Mountain-Man Epos "Jeremiah Johnson".  Zur Realisierung reiste die Filmcrew damals in die Rocky Mountains und musste in Höhen zwischen 3.000 und 4.000 Metern ausharren und sie waren schwierigen klimatischen Bedingungen mit einer Menge Regen und Schnee ausgesetzt - teilweise hausten sie selbst wie die Trapper, denen sie ein filmischen Denkmal setzen wollten. Dies wirkte sich natürlich sehr positiv auf die Authentizität des fertigen Films aus. Jedoch waren die Produzenten mit dem Resultat gar nicht zufrieden. Denn nach ihrer Meinung fehlte eine echte Dramaturgie. So wurde erbarmungslos zusammengeschnitten und beim erfolgreichen Kinoeinsatz (der Film spielte mehr als Doppelte seines Budgets wieder ein) war er durch diese Verstümmelung etwas aus um seine eigentliche Konzeption gebracht. Doch auch in dieser geschnittenen Version bleibt "Colorado" (Original: Across the wide Missouri) eine phasenweise empfindsamer, lyrischer und poetischer Film. Auch wenn dieser Eindruck immer wieder vom Radau der Trapper aufgelöst wird. Wellmann gelang mit diesem atmosphärischen Genrebeitrag ein fast dokumentarischer Western über das Leben der amerikanisch- , französisch- und schottischen Trapper im gefährlichen Gebiet der Schwarzfußindianer. Statt klarer Handlungsführung legte Wellman viel Wert auf eine liebevolle und prägnante Figurenzeichnung.
Zeit und Ort der Geschichte: 1830 irgendwo in den Rocky Mountains. Wie immer treffen sich Pelzjäger und Trapper bei einem Sommerfest. Dort versucht auch der Mountain-Man Flint Mithell (Clark Gable) seine Felle zu verkaufen. Es wird dort viel getrunken, Musik gemacht, getanzt und die Männer veranstalten Wettbewerbe untereinander. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung und er begegnet der hübschen Indianerin Kamiah (Maria Elena Marques) zum ersten Mal. Die Frau lebt bei den Komantschen, aber sie ist in Wahrheit die in der Jugend entführte Häuptlingstochter des Stammes der Schwarzfußindianer. Dies bringt Flint auf einen Plan. Er überbietet seinen Kumpel Brecan (John Hodiac), der bei den Blackfoot lebt und das Mädchen freikaufen wollte. Flint heiratet die junge Frau und hat somit eine Sicherheit, wenn er ins fremde Land der Indianer eindringt, um dort zu jagen. Somit ist die Heirat zunächst ein rein kommerzielles Arrangement und das Mädchen die Trumpfkarte beim Blackfeet Häuptling Bulls Tail (J. Carol Naish). Doch daraus wird im Lauf der Geschichte allmählich eine tiefe Liebesbeziehung. Nur der junge Krieger Creeping Snake (Ricardo Montalban, später bekannt als Khan im zweiten Star Trek Kinofilm) ist ein Feind des friedlichen Miteinanders zwischen Weiß und Rot. Erschwerend kommt hinzu, dass der alte Häuptling von einem weißen Trapper aus dem Hinterhalt getötet wird. Nun wird Creeping Snake Häuptling und nach einem harten Winter kommt es im Frühling zum alles entscheidenden Kampf..


Wellman hat ein gutes Gespür für interessante Typen, so lockern Adolphe Menjou als Pierre und Alan Napier als schottischer Captain Humberstone die Geschichte mit etwas Spass auf. Die Indianer werden in "Colorado" als ebenbürtiges Volk gezeigt - im Jahr 1951 noch eine gewisse Seltenheit. Denn erst einige Monate zuvor kam mit "Broken Arrow" von Delmer Daves und "Fluch des Blutes" von Anthony Mann eine ganz andere Art von Westernfilm in die Kinos. Western, die die Sichtweise der Indianer übernahmen und sie nicht mehr nur ausschließlich als Feind der Weißen und auf dem Kriegspfad zeigte. In diese Kategorie gehört auch Wellmans Klassiker, der nicht nur durch die brilliante Kameraarbeit von William C. Mellor und dem opulenten Techicolor Aufnahmen begeistert. Er zeigt auch ein Stück lebendige amerikanische Pioniergeschichte.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.