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Samstag, 22. Januar 2022

Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen (Johnny Guitar)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Nicholas Ray

Zwei Todfeindinnen...

Ein Jahr vor seinem bekanntesten Film "denn sie wissen nicht, was sie tun" drehte Hollywood Regisseur Nicholas Ray mit "Johnny Guitar" einen der ungewöhnlichsten Western der Filmgeschichte. Ungewöhnlich schon alleine deshalb, weil die beiden Hauptfiguren Frauen sind und noch dazu eine tiefe Feindschaft pflegen. Somit wird auch der klassische Showdown des Western - das Duell mit Waffen - von den beiden Frauen ausgefochten. Nach den Intentionen der Drehbuchautoren Philipp Yordan, Ben Maddow und Nicholas Ray war "Johnny Guitar" ein politischer Film und eine Abrechnung mit dem McCarthyismus seiner Zeit. Kurioserweise tritt mit Ward Bond - Hollywoods Vorzeigefaschist - als einer der Henkersführer John McIvers auf und folgt der Besessenheit seiner Bekannten Emma Small, grandios gespielt von Mercedes McCambridge, fast bis zum bitteren Ende. "Johnny Guitar" ist auch ein Film über den Konflikt des traditionellen Geldes in der Gestalt von Banken und vor allem der alteingessenen Großbundbesitzer gegen die Invasion neuer Ideen und Verdienstmöglichkeiten. Die Heldin Vienna (Joan Crawford) hat mit ihrem neu eröffneten Spielcasino zukünftig sehr gute Karten. Denn der Eisenbahnbau wird sehr viele Menschen in dieses bald sehr attraktive wirtschaftliche Gebiet locken. Ein Schock für die Viehzüchter und Großgrundbesitzer, denn sie fürchten sich vor Einwanderung und dass ihre Vorherrschaft zu Ende gehen wird. Damit hat sich Vienna vor allem bei John McIvers und der jungfräulichen Emma Small unbeliebt gemacht. Als bei einem Bankraub der Bruder von Emma von den Banditen ermordet wird, spitzt sich die Lage zu. Denn die Bürger verdächtigen Viennas Liebhaber Dancin Kid (Scott Brady), den auch Emma Small heimlich begehrt. Gemeinsam mit seinen Kumpels Bart Lonergan (Ernest Borginne), dem jungen Turkey Ralston (Ben Cooper) und Corey (Royal Dano) soll er von der aufgebrachten Bürgerwehr festgenommen werden. Doch das Quartett befindet sich in den Bergen und ist unschuldig. Emma hält Vienna für eine Komplizin, doch noch hat sie mit ihren Behauptungen nicht den gewünschten Erfolg. Vienna hat einen gewissen Johnny Guitar (Sterling Hayden) als Musiker engagiert, der in diesen schwierigen Zeiten im Saloon eintrifft. Tatsächlich ist dieser Johnny der ehemalige gefürchtete Revolverheld Johnny Logan, der die Waffe nicht wieder anrühren möchte und Viennas große Liebe war. Dann beschließen Dancin Kid und seine Freunde tatsächlich eine Bank auszurauben, weil man ihnen eine Frist von 24 Stunden gab um die Gegend für immer zu verlassen. Zufällig ist Vienna auch in der Bank, als der Überfall gemacht wird. Die Todfeindin Emma organisiert daraufhin einen fiesen Lynchmob...

         
Denn die beiden Hauptdarsteller sind zwei sich hassende Frauen und sowohl Joan Crawford als auch die heute in Vergessenheit geratene Mercedes McCambridge (Oscar für "Der Mann, der herrschen wollte" laufen zur Höchstform auf. Damals war McCambridge eine der angesehensten Nebendarstellerinnen Hollywoods, Orson Welles hielt sie sogar für die grösste amerikanische Schauspielerin uberhaupt.
In dem Szenario des Hasses und einer knisternden Erotik und Konkurrenz dieser beiden Frauen, mischen viele schwache Männer und ein Ex-Revolverheld mit.
Der Film beginnt düster und bleibt auch die ganze Zeit so bis zum Finale.
Nicolas Ray war sicherlich dafür prädestiniert, das Westerngenre zu sprengen und dem alten Schema ganz neue Impulse zu geben.
Französische Filmkritiker haben vor einigen Jahren "Johnny Guitar" nach "Rio Bravo" zum zweitbesten Western aller Zeiten gewählt.
Ich schliesse mich dieser guten Einschätzung an. Ich würde ihn auch in die ewige TopTen aller Western wählen. Insgesamt ist "Johnny Guitar" nicht frei von einer gewissen Künstlichkeit - aber seine Faszination hat der Film bis heute erhalten. Dies waren natürlich beste Voraussetzungen dafür zu einem der bekanntesten Kultfilme überhaupt aufzusteigen.
Ein Juwel ist dieser Film "Johnny Guitar" und sicherlich einer der ungewöhnlichsten Western, die je gedreht wurden.
   
    Bewertung: 10 von 10 Punkten.

 

Mittwoch, 5. Januar 2022

Massai - der große Apache (Apache)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Aldrich

Der letzte Krieger der Apachen...

Robert Aldrich hatte seinen Durchbruch mit zwei hochkarätigen Western im Verleih der United Artists: Der erste war "Apache" (deutsch: Massai - der große Apache) und der zweite hieß "Vera Cruz" - beide enstanden im Jahr 1954 und beide wurden Riesenerfolge. "Apache" kam auf ein tolles Einspielergebnis von 6 Millionen Dollar und "Vera Cruz" war mit 11 Millionen Dollar sogar ein Top Ten Hit des Jahres. Legendär ist auch die Geschichte mit den zwei verschiedenen Versionen für den Schluß, die der damals noch unerfahrene Regisseur drehen musste. Es muss wohl zwei oder drei Tage nach Drehschluß gewesen sein, dass die United Artists und Produzent Harold Hecht darauf drangen, dass Aldrich noch diesen anderen Schluß drehen sollte. Einen mit einem HappyEnd für den verfolgten Indianer. Der andere war viel düsterer, denn da wird Massai als er auf die Hütte zugeht völlig sinnlos in den Rücken geschossen. Tatsächlich wirkt auch für mich der Schluß in "Massai" extrem aufgesetzt, denn in den vorherigen 85 Minuten führt eigentlich kein Weg an der Unausweichlichkeit von Massais Tod vorbei - er bleibt unbeugsam und die Jagd der Weißen auf den Rebellen entsprach den historischen Tatsachen und so steht dieses HappyEnd auch für die Rechtfertigung der amerikanischen Indianerpolitik. Ok, das Publikum war vielleicht froh, dass das indianische Paar mit ihrem Baby doch noch glücklich werden konnte. Aber realistisch war dies nicht. Die Geschichte fängt an mit der Kapitulation von Geronimo (Monte Blue). Die Aufwiegler sollen aber nach Florida deportiert werden und werden so ihre Heimat in Arizona nie wieder sehen. Massai (Burt Lancaster) hat aber vor den Kampf weiterzuführen und auch die jungen Krieger der Apachen auf seine Seite zu ziehen. Im San Carlos Apache Indianerreservat wird nun der labile Santos (Paul Guifoyle) zum Häuptling ernannt, dessen Tochter Nalinle (Jean Peters) liebt Massai, wird aber vom Apachen Hondo (Charles Bronson als er noch Buchinsky hieß) umworben, der Armeescout ist. Tatsächlich kann Massai fliehen und auf seiner Flucht in Richtung Heimat wird er mit den Errungenschaften der Zivilisation konfrontiert. Eine Stadt mit viel Lärm, Verkehr, vielen Geschäften und er erregt dort Hohn und Spott. Er trifft auch auf Dawson (Morris Ankrum), einen Cherokee-Indianer, der inzwischen zum Farmer wurde und in einem Haus wohnt. Zum Abschied schenkt dieser Massai einen Beutel voll Korn. Obwohl Massai ein Krieger sein möchte und kein Bauer, nimmt er das Geschenk mit. Als er wieder zu seinem Stamm kommt, wird er von Santos verraten. Und wieder kann er entfliehen...r erregt dort Hohn und Spott. Er trifft auch auf Dawson (Morris Ankrum), einen Cherokee-Indianer, der inzwischen zum Farmer wurde und in einem Haus wohnt. Zum Abschied schenkt dieser Massai einen Beutel voll Korn. Obwohl Massai ein Krieger sein möchte und kein Bauer, nimmt er das Geschenk mit. Als er wieder zu seinem Stamm kommt, wird er von Santos verraten. Und wieder kann er entfliehen...

Abgesehen von diesem nicht stimmigen Alternativschluß, der dem Regisseur aufgedrängt wurde ist "Massai" dennoch ein sehr guter Western. Sogar der erste in Hollywood, der ein Paar präsentiert, dass rein indianisch ist. In den vorherigen indianerfreundlicheren Hollywoodfilmen kam es immer wieder zu einer Liebe zwischen Weißem Mann und Indianerin (Der gebrochene Pfeil), oder zwischen Indianer und einer weißen Frau (Fluch des Blutes). Herausragend ist auf alle Fälle die Kameraarbeit von Ernest Laszlo (Das Narrenschiff, El Perdito, Die Phantastische Reise, Airport) , der sehr oft mit Robert Aldrich zusammengearbeitet hat. Hervorragend auch die Sequenz vom regen Treiben in St. Louis am Abend.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Montag, 13. Dezember 2021

Vera Cruz (Vera Cruz)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Aldrich

Unter der heißen Sonne von Mexiko....

Im Filmjahr 1954 gelang Robert Aldrich mit seinem Mexiko-Western "Vera Cruz" ein sagenhafter Erfolg. Der Film spielt4e alleine in den USA 11 Millionen Dollar ein und landete auf 6. Platz in den Kino-Jahrescharts. Man kann also durchaus von einem Blockbuster sprechen. Darüberhinaus hatte "Vera Cruz" aufgrund seiner zynischen Haltung und den vielen amoralischen Charaktere, die im Film einen Hauptrolle spielen, einen riesigen Einfluss auf die Zukunft des Westernfilms. Dies galt zwar im Erscheinungsjahr fast noch schockierend, aber spätere Meisterwerke wie "Die glorreichen Sieben" (John Sturges), "Die gefürchteten Vier" (Richard Brooks), "Wild Bunch" (Sam Peckinpah" und natürlich die Western von Sergio Leone orientierten sich an diese zwielichtigen Figuren.
"Vera Cruz" war Aldrichs erster Western, es folgte kurze Zeit später "Massai" (ebenfalls mit Burt Lanchaster) und in seiner weiteren Laufbahn "El Perdito", "Vier für Texas", "Keine Gnade für Ulzana" sowie das komödiantische Sptäwerk "Ein Rabbi im wilden Westen".
Die Geschichte ereignet sich nach dem amerikanischen Bürgerkrieg, der natürlich viele problematische Existenzen zur Folge hatte. So ist auch der Südstaatler und ehemalige Soldat Ben Trane (Gary Cooper) einer dieser Männer, die nach dem Krieg nie wieder so richtig Fuß fassen konnte. Seine Plantage hat er durch den Krieg verloren. Und nun sucht er im benachbarten Mexiko einen Job als Söldner. Denn dort ist immer noch Krieg. Obwohl die Konservativen in Mexiko den Bürgerkrieg eigentlich schon verloren haben, mischt sich Frankreich in die Angelegenheiten von Mexiko und interveniert mit em Ziel den Konservativen nachträglich zur Macht zu verhelfen und eine von Frankreich abhängige Monarchie zu installieren. Die konservative Junta proklamierte nun ein "Kaiserreich Mexiko" und die Krone wurde Erzerzog Maximilian (George MacReady) angeboten, der unter der Bedingung annahm, dass in Mexiko eine Volksabstimmung stattfinden solle, bei der sein Name zur Wahl stünde. Er wusste nicht, dass diese Wahl von den konservativen Kräften gefälscht wurde und so war in seinem Glauben bestärkt seine Herrschaft sei vom Volk Mexikos gewollt. Doch das Volk will Reformen und Veränderung und verehrt Benito Juarez.
Inmitten dieser Spannungen zwischen Regierung und Rebellen sollten doch Männer in Mexiko gebraucht werden, die für gutes Geld auch kämpfen können. Auf seinem Weg trifft er den Revolverhelden Joe Erin (Burt Lancaster). Da Ben Trane ein Pferd braucht, kauft er Erin eines ab. Das Problem ist nur, dass es sich um ein gestohlenes Pferd handelt, dass der mexikanischen Armee gehört. Dies merkt Trane aber erst, als er gemeinsam mit Erin vor den schießenden Truppen flüchten muss. Die beiden Männer reiten später weiterhin zusammen. Erin hat eine Bande (u.a. Ernest Borgnine, Jack Elam, Charles Bronson, Archie Savage), die ihn unterstützt. Die beiden Männer treffen danach sowohl die Rebellen als auch die Regierungstruppen und da Letztere besser bezahlen können als die armen Juarez Anhänger, nehmen sie das Angebot des Marquis Henri de Labordere (Cesar Romero) einen gefährlichen Auftrag für den Kaiser zu übernehmen. Die Gräfin Duvarre (Denise Darcel) soll von der Hauptstadt in die Hafenstadt Vera Cruz begleitet werden. Der Lohn hört sich gut an: 50.000 Dollar für diese Mission. Doch dies ist nicht der wahre Grund für die Begleitung der Söldner. Die sollen nur nicht erfahren, dass in der kutsche 3 Millionen Dollar in Gold mit auf die Reise gehen sollen. Die gefährliche Reise hat natürlich Tücken, denn die Juaristen lauern überall und die Gräfin hat mit dem Gold eigene Pläne....

Natürlich erfahren die beiden neuen Freunde von dem Goldschatz und spätestens ab hier traut keiner mehr dem anderen. Und das ist auch gut so. Denn alle Figuren des Films scheinen große Egoisten zu sein. Am fiesesten darf Burt Lancaster agieren. Und das Trio wird im Laufe der Geschichte noch zum Quartett vergrößert, als sich die Diebin Nina, gespielt von Sara Montiel, dem Unternehmen noch anschließt. Am Ende kommt es zum unvermeidlichen Duell. "Vera Cruz" ist dank der straffen Inszenierung von Robert Aldrich ein äusserst spannender Film und auch die Kameraarbeit von Oscarpreisträger Ernest Laszlo (Auszeichnung im Jahr 1966 für Stanley Kramers "Das Narrenschiff") ist vorzüglich.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Sonntag, 28. November 2021

Über den Todespass (The Far Country)


Regie: Anthony Mann

Zwischen Skagway und Dawson...

Nachdem "Winchester 73", "Meuterei am Schlangenfluß" und "Nackte Gewalt" große Publikumserfolge wurden. ließ die 4. erfolgreiche Zusammenarbeit des Regisseurs Anthony Mann mit seinem Zugpferd James Stewart nicht lange auf sich warten. "Über den Todespaß" aus dem Jahr 1954 wurde der 4. Western der Beiden und mit "Der Mann aus Laramie" sollte das Quintett noch komplettiert werden. Beim 6. Projekt "Die Uhr ist abgelaufen" kam dann der Bruch. Anthony Mann war vom Drehbuch überhaupt nicht überzeugt und wurde dann durch den Neuling James Neilson ersetzt.
Insgesamt gelang es dem Duo aber mit ihren Arbeiten grandiose Meilensteine des Genre zu entwerfen. "Über den Todespaß" zeigt vor allem eindrucksvoll das Zusammenspiel von Mensch und Natur. In keinem anderen seiner Western spielt die Auseinandersetzung der Figuren mit der Landschaft aus Berg und Fels eine so tragende Rolle wie in diesem Film. Der Held führt dabei einen genauso verzweifelten wie später triumphierenden Kampf gegen die Herausforderung der unbändigen Wildnis.
Interessant auch die Figur des Jeff Webster, gespielt von James Stewart, der im Laufe der Handlung sich entwickeln muss und auch neue Erkenntnisse für sich gewinnen kann.
Der Film spielt 1896 in Alaska zur Zeit des legendären Klondike Goldrauschs. Jeff Webster kommt mit seiner Herde Rinder von Wyoming nach Seattle. Dort sollen die Tiere nach Skagway verschifft werden. Diese Stadt in Alaska ist für die vielen Goldgräber ein wichtiger Stützpunkt und Ausgangspunkt über White und den Chilkoot Pass. Auch Jeff will dort mit seinem treuen Freund Ben Tatum (Walter Brennan) nicht nur die Herde gewinnbringend verkaufen sondern auch unter die Goldsucher gehen. Doch beinahe wird er auf dem Dampfer nach Skagway noch wegen Mordes verhaftet. Doch die hübsche Saloonbesitzerin Ronda Castle (Ruth Roman) versteckt ihn. So gelingt es ihm sich gegen die Verhaftung zu widersetzen. Er muss aber auch bei der Ankunft in Skagway zu einem Trick greifen. Mit Nachdruck treibt er die Herde aus dem Schiff und er treibt die Tiere durch die Hauptstaße der Stadt, ohne zu ahnen, dass in diesem Augenblick eine Hinrichtung stattfinden soll, die durch Jeff und die Rinder empfindlich gestört wird. In der Stadt herrscht der selbsternannte Richter und Geschäftemacher Gannon (John McIntire), der Jeff für diese Ordnungswidrigkeit ins Gefängnis steckt und bestrafen wird. Sein Urteil lautet die Einziehung von Jeffs Vieh. Um nicht gehängt zu werden, muss Jeff wohl akzeptieren. Dabei war die Viehherde das Kapital für ihn und seinen Freund für ein Schürfrecht im Goldgebiet von Dawson. Später kann er durch einen Trick seine Tiere wieder bekommen, doch Gannon und seine Männer verfolgen ihm bis zur kanadischen Grenze. Im kanadischen Dawson lernt er viele nette Leute kennen. Die junge Französin Renee Vallon (Corinne Calvet) verliebt sich in ihn. Aber mit Ronda kommt starke Konkurrenz in der Ort. Auch Gannon taucht dort auf und versucht den Leuten mit Furcht und Schrecken die Goldminen wegzunehmen...

 Dabei ist Jeff zunächst ein Mensch, der nur sich selbst vertraut und auch egoistisch seine eigenen Ziele verwirklichen will. Der einzige Mensch, dem er etwas vertraut ist seinem alten Freund Ben, der nicht nur gerne Kaffee trinkt, sondern auch gerne quasselt. Er wird aber im Laufe der Geschichte seine Sichtweise auf die Menschen ändern. Dies geschieht aber nicht von alleine, sondern er wird durch die Realität dazu gezwungen. Einge Szenen sind großartig. So ist auch die Landschaft immer sehr grandios eingefangen, sie strahlt aber gleichzeitig auch immer eine bedrohliche Komponente aus. Beispielsweise als eine Lawine zur tödlichen Gefahr wird. Auch der Moment als Jeff und Ben bei der Flucht über den Fluß plötzlich von Banditen beschossen werden ist sehr gut gelungen. Hinzu kommt die Szene mit dem Jeffs Pferd, dass von den Gangstern deshalb im Dunkel identifiziert wird, weil ein Glöckchen am Sattel befestigt ist, dass man hört. Die Kamerafahrt zeigt die Beine des reiterlosen Pferdes. Dann fährt die Kamera hoch zum Kopf des Tieres, dann zum Sattel und anschließend zum Glöckchen. Von Jeff fehlt jede Spur. Der hat sich eines Tricks bedient und hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Banditen, die ihn vor dem Saloon erwarten.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Freitag, 26. November 2021

Die gebrochene Lanze (Broken Lance)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Edward Dmytryk

Arizona...

Edward Dmytryk hat im Laufe seiner Regie-Karriere in vielen Genres gedreht. Dabei gelangen ihm auch zwei bemerkenswerte psychologische Western. Im Jahre 1959 entstand "Warlock" und fünf Jahre früher das Familiendrama "Die gebrochene Lanze"  - ein Film dessen Drehbuch auf einer Vorlage von Phlip Jordan basiert und gleichzeitig eine Neuverfilmung von Joseph L. Mankiewiczs "Blutfeindschaft" ist.
Der Film beginnt damit, dass ein junger Mann (Robert Wagner) nach 3 Jahren aus dem Gefängnis kommt. Er wird abgeholt, weil er umgehend zum Gouvrneur (E.G. Marshall) kommen soll. Dieser will die Gewalt und den Bruderstreit auf der Devereaux-Ranch endlich beenden und hat Joe ( so heißt der junge Mann) herbestellt, damit er ein Angebot seiner Halbbrüder Ben (Richard Widmark), Mike (Hugh O´Brian) und Denny (Earl Holliman) annehmen soll. Diese wollen, dass er verschwindet...dazu würden sie ihm auch 10.000 Dollar mit auf den Weg geben, mit denen er ein neues Leben in Oregan aufbauen kann. Dies wäre auch dem Gouverneur Recht, denn er will nicht, dass seine Tochter Barbara (Jean Peters) zu ihrer großen Liebe Joe zurückkehrt. Doch Joe ist stolz und wirft das Geld in einen Spucknapf. Er will bleiben. Er kehrt auf die verlassene Ranch des verstorbenen Vaters Matt Deveraux (Spencer Tracy) zurück. Auch Joes Mutter, eine Indianerin (Katy Jurado) ist inzwischen zu ihrem Stamm zurückgekehrt. Alleine im Raum betrachtet er das Gemälde des übergroßen Vaters und der Zuschauer erfährt in einer Rückblende von Schicksal dieser Familie...

Spencer Tracy brilliert als Großrancher, der viele Gesichter hat. Einerseits ist er als Großrancher ein Patriarch vom alten Schlag, der das Gesetz gerne selbst in die Hand nimmt und vor allem bei seinen drei ersten Söhnen als Tyrann agiert. Andererseits ist er aber auch ein fürsorglicher Ehemann. Er macht aber keinen Hehl daraus, dass der junge Joe, der Sohn seiner Indianerfrau, auch sein Lieblingssohn ist. Unter seiner Knute stand vor allem immer der älteste Sohn, gespielt von Richard Widmark, zu dem er immer noch kein Vertrauen hat und ihn in seiner Jugend 16 Stunden für sich arbeiten ließ. Unterschwelliger Hass gegen den Vater ist das Ergebnis und vor allem auch das Konkurrenzdenken unter den Brüdern. Die große Stärke des Films sind die ambivalenten Figuren. Alle haben ihre Stärken und Schwächen. Lediglich Joe ist charakterfest. Thematisch steht "Schuld" sehr im Vordergrund der Handlung, aber auch "Rassismus", "Selbstjustiz", "Familienstreit, "politische Verstrickungen" und ein "Umweltskandal durch vergiftetes Wasser" werden beleuchtet. Dabei steht über allem dieser Mann, dessen Zeit schon lange zu Ende ist. Der Mann, der auf seinen "Wilden Westen" besteht und jede Zivilisation rigoros ablehnt. Ben rebelliert gegen den Vater, Dmytryk nutzt auf raffinierte Weise die großformatige Leinwand des Cinemascope Verfahrens aus, um die Schönheit der weiten Ebenen und deren Bedeutung für die Familie zu unterstreichen. Es entsteht ein exaktes Bild dieser gequälten und unnachgiebigen Menschen. Drehbuchautor Philip Yordan und Nebendarstellerin Katy Jurado erhielten eine Oscarnominierung.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Donnerstag, 25. November 2021

Fluß ohne Wiederkehr (River of no Return)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Otto Preminger

Fluß des Lebens...

Sicherlich nicht der beste Western aller Zeiten, jedoch einer der schönsten und Marilyns bester Film nach "Niagara" und "Misfits".
Diese Geschichte ist so einfach, dennoch funktionert sie bestens. Schliesslich ist der Fluß ohne Wiederkehr im übertragenen Sinne die Geschichte des Lebens und daher wirkt die Reise, die Marilyn mit Robert Mitchum und Tommy Rettig antritt, federleicht und doch sehr elementar.
Robert Mitchum spielt den Farmer Matt Calder. Er hat sich um 1875 im Nordwesten der USA und im Indianergebiet eine neue Existenz aufgebaut, denn er war im Knast. Seine Frau zog den gemeinsamen Sohn Mark (Tommy Rettig) alleine auf, doch nun ist sie verstorben. Der Junge kennt seinen Vater nicht, doch er soll bei ihm leben. Ein Mann hat den Jungen in eine Goldgräberstadt gebracht, dort soll die Übergabe an den Vater stattfinden. Doch dem Mann ist der Goldrausch wichtiger, er lädt den Jungen dort ab und verschwindet. Immerhin kümmert sich die Barsängerin Kay Weston (Marilyn Monroe) um das herumirrende Kind. Nebenbei singt sie für die Goldgräber klasse Songs wie "One Silver Dollar", "I´m gonna file my claim", "Running Wild" oder "Down in the Meadow". Die Wiedersehensfreude von Vater und Sohn ist groß und es folgen harmonische Tage auf der kleinen Farm. Doch die Indianer scheinen ihr Kriegsbeil auszugraben. Und Kays Freund, der Glücksspieler Harry Weston (Rory Calhoun) hat beim Kartenspiel eine Goldmine gewonnen. Der will schnell in die nächst größere Stadt Council City, um die Goldmine registrieren zu lassen. Möglicherweise ist ihm der Mann auf den Fersen, der die Mine an ihn verloren hat. Mit ihrem Floß kommen Harry und Kay aber nicht weit. Zum Glück kommen sie an Matts Farm vorbei, der die beiden vor den gefährlichen Stromschnellen warnt, die die Reise noch bietet.
Harry will Matts einziges Pferd ausleihen, doch der sagt Nein. Was Harry schließlich dann mit Gewalt erzwingt. Er haut alleine ab, weil sich Kay um den verletzten Matt kümmern will und schon tauchen auch die Indianer auf. Matt kann im letzten Augenblick mit Kay und Mark mit dem Floß fliehen. Er ist fest entschlossen, sich an Harry zu rächen. Aber zuerst mal müssen sie überhaupt in der Stadt ankommen...

Marilyn als Barsängerin singt diese bereits unverwüstlichen Klassiker des Films, am Ende hört man sogar den Filmsong "River of no return" in ihrer Version.
Die lebensgefährliche Fahrt auf dem Floß ist unausweichlich und dort setzt auch die wunderbare Liebesgeschichte zwischen Mitchum und Monroe ein, die sich dann am Schluss nach vielen Verwirrungen und noch mehr Gefahren, auch "bekommen".
Aber zuerst müssen alle Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Wilde Indianer, ein gefährlicher Puma und einige miese Halunken. Kameramann Joseph LaShelle wurde insgesamt 9 Mal für den Oscar nominiert. Für Premigers "Laura" erhielt er die Trophäe. Hier begeistert er mit wunderschönen Einstellungen in Technicolor. Die Kulisse ist so fabelhaft und imposant, auch heute begeistert Otto Premingers einziger Western noch.
Die Tingeltangel-Schuhe werden dann am Ende fortgeschmissen - sie wählt Liebe und Ehe in diesem "River of no Return"....sagenhaft schön ist das Alles. Mit 3,8 Millionen Dollar erzielte man ein Top-Ergebnis an der Kasse.

Bewertung: 10 von 10 Punkten

Garten des Bösen (Garden of Evil)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Regie: Henry Hathaway

Ballade von Opfer und Gewissen...

In den 40er Jahren drehte Henry Hathaway mit "Dark Corner", "Der Todeskuß" oder "Kennwort 777" einige Filme der schwarzen Serie die zu Klassikern wurde - in der Folgezeit gelang ihm aber vor allem im Westerngenre der große Erfolg. "Die 4 Söhne der Katie Elder", "Der Marshall", "Nevada Smith" oder "Das war der Wilde Western" heißen seine großen Klassiker. Aus den 50er Jahren stammt "Der Garten des Bösen" - vielleicht sein ungewöhnlichster Beitrag für das Genre. obwohl die Zutaten dieses Films klassisch und wohlbekannt daherkommen. Es ist aber vielleicht die ungewöhnliche Machart und eine hervorragende Kameraarbeit durch Milton R. Krasner und Jorge Stahl die den Film zu einem sehr besonderen Vertreter seiner Gattung machten.
Ausgangspunkt des Films ist eine kleine Kneipe in dem verlassenen mexikanischen Nest Puerto Miguel. In diesem Fischerdorf stranden die drei Abenteurer Hooker (Gary Cooper), Fiske (Richard Widmark) und Luke Daly (Cameron Mitchell) in einem reparaturbedürftigen Boot. Sie sitzen dort aber nicht lange fest, denn kurz nachdem die Glücksritter in der Kneipe ihre Zeit vertreiben, taucht auch schon eine Frau namens Leah (Susan Hayward) dort auf, die dringend männliche Hilfe braucht, weil ihr Mann in seiner Goldmine verschüttet wurde und schwer verletzt scheint. Zu dem Quartett, das durch feindliches Indianergebiet in den Bergen reiten muss, gesellt sich auch noch der Mexikaner Vincente (Victor Manuel Mendoza), der kurz zuvor noch die Barsängerin (Rita Moreno) angehimmelt hat. Leider liegt auch die Mine des verletzten John Fuller (Hugh Marlowe) auf dem heiligen Land der Indianer, das Gebiet wird von den Ureinwohnern "Garten des Bösen" genannt...
 
Hathaway ist ein sehr düsterer Western gelungen, dessen Figuren allesamt mit Geheimnissen versehen sind und die sich nicht groß erklären - egal ob der schweigsame Mann oder der Kartenspieler oder das junge Großmaul. Der Film macht aber von Anfang an klar, dass zwischen diesen Figuren immer eine gewisse Beziehung besteht, sie sind abwechselnd Täter und Opfer und ihr Aufeinandertreffen legt etwas Elementares frei. Einer der Männer kann sich gänzlich von seiner ihm zugedachten Rolle lösen und darf sich mit großer Lust und Todessehnsucht für die Anderen opfern. Dies alles geschieht in opulenter Kulisse, vor engem labyrinthhaftem Gebirge oder vulkanischer Wüste. Die Landschaft ist wunderschön und ist ein Gegengewicht zu den Aktionen der Menschen, die sich jagen und töten."Garten des Bösen" gehört zweifelsohne zu den großen Westernklassikern der 50er Jahre

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.