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Samstag, 8. Januar 2022

Zähl bis drei und bete (3:10 to Yuma)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Delmer Daves

Der 3 Uhr 10 Zug nach Yuma...

Arizona um 1880: Dort lebt der Rancher Dan Evans (VAn Heflin) mit seiner Frau Alice (Leora Dana) und den beiden Söhnen. Die Arbeit ist hart und zusätzlich macht den Farmern in dieser Gegend die langanhaltende Dürre zu schaffen, wenn es nur endlich regnen würde. Als Dan und seine Kinder die eigene Viehherde wieder einfangen will, die wohl entführt worden sind, werden sie Zeuge eines Überfalls auf die Postkutsche. Es ist der berüchtigte Ben Wade (Glenn Ford) und seine Bande. Bei dieser Aktion erschießt der Outlaw kaltschnäuzig zwei Männer. Dan hält sich zurück, weil er sein Leben und das Leben seiner Söhne nicht gefährden will. Die Bande kann entkommen. Als Dan nach Hause kommt hat er das Gefühl, dass seine Frau etwas enttäuscht reagiert, weil er nicht mutiger eingeschritten ist.
Auf ihrer Flucht macht die Bande Halt in Bisbee und geben sich dort als Cowboys aus, die den Überfall beobachten konnten. Wade ist sehr interessiert an der hübschen Bardame Emmy (Felicia Farr), die im Saloon bedient und so bleibt er als Einziger im Ort, während seine Männer schon lange losgeritten sind. Dadurch kann der Bandit mit Hilfe von Dan überwältigt werden. Der Postkutschenbesitzer Mr. Butterfield (Robert Erhardt) bietet 200 Dollar für den Transport des Gefangenen nach Contention City, wo ein Zug um 3 Uhr 10 den Gangster in das größere Yuma bringen soll, dort soll ihm der Prozess gemacht werden. Lediglich Dan und der Alkoholiker Alex Potter (Henry Jones) haben den Mut dieses Risiko auf sich zu nehmen, denn Wades Bande will natürlich ohne Rücksicht auf Verluste den Boss befreien...

Der Fillm von Delmer Daves entstand 1957 und wurde in schwarz-weiß gedreht, dies verleiht ihm eine nüchterne Atmosphäre und man erinnert sich manchmal an bisschen an Zinnemanns Meisterwerk "High Noon". Dabei erweist sich der Bandit als sehr gerissen, intelligent und geblidet. In der besten Szene des Films wird sehr viel über seine Sehnsüchte offenbart. Die Bardame Emmy erinnert ihn für Momente daran, dass er liebend gerne auch seßhaft sein würde, gemeinsam mit einer Frau, die zu ihm hält. Dies hat ihm Dan voraus, dessen Frau in einer ähnlich guten Szene beweist, dass sie sich um ihren Mann sorgt und felsenfest zu ihm hält. In dieser Konstellation verändert sich die Skrupellosigkeit von Ben Wade, denn zu irgend einem Zeitpunkt versucht er nciht nur Dan auf seine Seite zu ziehen, sondern er erweist sich schon beinahe - zum eigenen Schaden - als Schutzengel des einfachen Farmers. Ein schöner Western. 

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Montag, 27. Dezember 2021

Mein großer Freund Shane (Shane)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Stevens

Comes a Horseman...

"Shane" von George Stevens ist schon sehr erstaunlich. Die relativ einfache Geschichte, die sich vor einem gewaltigen Naturpanormama auf einer kleinen Farm und im nahegelegenen Westernkaff abspielt, hatte filmgeschichtlich wie genrebezogen bis Heute einen extrem nachhaltigen Einfluss und eine grosse Inspiration nach sich gezogen, vor allem bezogen auf den Prototyp des "lonesome Rider".
Clint Eastwood drehte sogar mit "Pale Rider" vor einigen Jahren eine Art düstere Variante für das heutige, mehr Brutalität erwartende Kinopublikum.
Es blieb der einzige Western des Filmemachers Stevens, der bekannt dafür war, ein ausgesprochener Perfektionist zu sein, einer der jede Szene sorgfältig plante und die Schauspieler teilweise mit endlosen Wiederholungen der Einstellungen marterte. Trotzdem konnte er für "Shane" die grosse Jean Arthur noch einmal ins Filmgeschäft zurückholen, die notorisch schüchterne Darstellerin hatte seit Wilders "A foreign Affair" keine Rolle mehr angenommen.
"Shane" ist die Geschichte dieses einsamen Reiters, der einfach aus dem Nichts auftaucht und der am Ende seiner "Mission" auf sein Pferd steigt (vermutlich tödlich getroffen) und im Sonnenuntergang verschwindet.

B
Tage vorher ritt der geheimnisvolle Fremde zufällig an der Farm von Jo Starret (Van Heflin) und dessen Frau (Jean Arthur) vorbei. Joey, der kleine Sohn der Beiden (Brandon de Wille, fast vergessener Kinderstar, der 1974 tödlich verunglückte) vergöttert schon nach kurzer Zeit Aufenthalt diesen von Alan Ladd gespielten "Shane", weil sein Idol mit der Pistole extrem gut umgehen kann und dem Vater in einer brenzligen Situation mit dem Feind, Grossgrundbesitzer Rufus Ryker (Emile Meyer) beisteht.
Ryker will diese vielen lästigen Kuhbauern loswerden, die sich inzwischen auf dem weiten Land niedergelassen haben.
Er schreckt auch nicht davor zurück, einen Revolverhelden (Jack Palance) zu engagieren, um die Farmer einzuschüchtern.
Der Streit eskaliert und wird lebensgefährlich...
"Shane" ist alles andere als ein dialogreicher Film, er zeichnet sich dadurch aus, dass längst nicht alles ausgesprochen wird, vor allem die Beziehungen, die die Figuren zueinander haben - er bringt den Zuschauer in die Positiion, über die Gefühle und Motive nachzudenken...dies geschieht durch Bildsprache und sehr treffende emotionale Dialoge, die andererseits voller Rätsel stecken.
So bleibt Shane schweigsam, der Zuschauer kennt aber längst sein Geheimnis, ohne dass es ausgesprochen wird. Ein gebrochener Revolverheld, der vor seiner Vergangenheit, vor den vielen toten Duellgegnern flüchtet, im Innern aber genau weiss, dass diese Flucht vor der eigenen Identität niemals gelingt...der aber gerne sesshaft und von der Familie geliebt wie sein Freund Starett wäre. Im entscheiden Moment überwältigt er Starett und tritt so für den ausgeschalteten Freund das alles entscheidende Duell mit den Gegnern an..

Bewertung: 8 von 10 Punkten.