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Samstag, 4. Dezember 2021

Rache für Jesse James (The Return of Frank James)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Fritz Lang

Was nach dem Mord an Jesse James geschah..

Henry Kings Verfilmung von "Jesse James" aus dem Jahr 1939 war ein riesiger Publikumserfolg und einer der kassenträchtigsten Filme seines Jahrgangs. Kein Wunder, dass die Twentieth Century Fox eine Fortsetzung nachschob. Und hier kommt der deutsche Hollywood Regisseur Fritz Lang ins Spiel, der mit "Rache für Jesse James" seinen ersten Western machte. Mit "Überfall der Ogallalla" sollte noch ein weiterer guter Genrevertreter nachfolgen.
Die Geschichte spielt nach dem Mord an Jesse James, der von den beiden Brüdern Charlie (Charles Tannen) und Robert Ford (John Carradine) hinterrücks erschossen wurde. Jesses Bruder Frank (Henry Fonda) hat sich unter einem anderen Namen als Farmer niedergelassen. Mit ihm bewirtschaften seine Freunde Clem (Jackie Cooper) und Pinky (Ernest Whitman) den Hof. Er trauert um seinen Bruder, hat aber das Gefühl, dass die beiden Mörder keine Belohnung für den feigen Mord erhalten, sondern ist überzeugt, dass sie am Galgen baumeln werden. Doch das Gericht kommt zum Schluß die beiden Übeltäter freizusprechen. Ein großen Anteil an diesem Urteil hat der Eisenbahnchef McCoy (Donald Meek), der sich nichts sehnlichster herbeiwünscht als die Festnahme von Frank James. Als Frank vom Freispruch erfährt, schwört er Rache zu üben. Der junge Clem will Frank unbedingt begleiten. Doch dazu brauchen die beiden Rächer Geld - ein Raub von Geldern, die der Eisenbahngesellschaft gehören wird durchgeführt. Dabei kommt der Vorsteher einer Bahnstation ums Leben. Es war zwar nicht die Kugel von Frank und seinen Freunden, der tödliche Schuß wurde von den Bürgern, die sich draußen befanden, ausgelöst. Aber fortan wird Frank auch als Mörder gesucht. Unterwegs lernt er die hübsche Zeitungsreporterin Eleanor Stone (Gene Tierney) kennen, die für das Blatt ihres Vaters (Lloyd Corrigan) schreibt. Ihr erster großer Exklusivbericht handelt von Frank James. Und von seinem tragischen Tod...Frank und Clem haben selbst das Gerücht gestreut. Dadurch fühlen sich die Ford Brüder in Sicherheit und spielen ungeniert mit bei einem Theaterstück, dass die Ermordung von Jesse James auf der Bühne nachspielt. Natürlich völlig falsch. In dieser Inszenierung werden die Fords zu unerschrockenen Helden hochstilisiert und die James Brüder werden als Widerlinge dargestellt, die sogar wehrlose Frauen erschießen. Während der Aufführung erkennt Robert Ford aber seinen Verfolger und nun ist die Jagd eröffnet. Dabei stirbt Charlie Ford. Robert kann entkommen und Frank erfährt von der Reporterin, dass man in seiner Heimat den unschuldigen Pinky zum Tod verurteilt hat. Angeblich wegen Mittäterschaft. Nun muss sich Frank entscheiden: Den Bruder rächen oder aber den Freund vor dem Galgen zu bewahren...

Für Fritz Lang war es nicht nur der erste Western, sondern auch der erste Farbfilm. Dabei gelingt ihm ein sehr unterhaltsamer Western mit vielen guten Szenen. So zum Beispiel die Begegnung im örtlichen Theater, wo diie Geschichte der Ermordung von Jesse als verlogene Schmierenkomödie zur Aufführung kommt oder wenn der erste Ford in einen reißenden Sturzbach stürzt und dabei zu Tode kommt. Gene Tierney absolvierte mit diesem Film ihr Debüt und gemeinsam mit Jackie Cooper steht sie für den jugendlichen Touch des Films. Für einige Lacher sorgt Henry Hull als Major Rufus Todd, der Frank am Ende vor Gericht vertritt.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Sonntag, 28. November 2021

In die Falle gelockt (The Westerner)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: William Wyler

Der Westerner....

Roy Bean, der selbsternannte Richter, der seine Verhandlungen in seinem eigenen Saloon "The Jersey Lilly" abhielt und nahe vom Pecos in Texas lebte - er gehört zu den legendären Gestalten dieser Zeit. Zweimal wurde seine Geschichte verfilmt. 1972 spielte Paul Newman den umstrittenen Mann des Gesetzes in  John Hustons "Das war Roy Bean", aber bereits 1940 gab es ebenfalls eine sehr erfolgreiche Kinoversion durch den aus dem elsässischen Mülhausen stammenden Weltklasseregisseur William Wyler.  In Deutschland bekam der Film den Verleihtitel "In die Falle gelockt" - der Originalfilm heißt "The Westerner" und Wyler geht im Gegensatz zu Huston ein bisschen anders vor, der Roy Bean als Hauptfigur offeriert. In "The Westerner" wird der Richter von Walter Brennan gespielt - dieser legendäre Nebendarsteller, der dreimal den Oscar erhielt und damit gleichauf mit Jack Nicholson und Daniel Day Lewis an der Spitze der Schauspieler mit den meisten gewonnen Academy Awards steht.  Für "The Westerner" bekam er diese Auszeichnung - allerdings wie bereits angedeutet als bester Nebendarsteller. Siegreich war Brennan auch 1937 für Howard Hawks "Nimm was du kriegen kannst" und den Erfolg wiederholte er zwei Jahre später in "Die goldene Peitsche" von David Butler.
Schon in sehr frühen Jahren wurde Walter Brennan gerne als "kauziger Alter" - vor allem im Western - eingesetzt. Wyler stellte ihm aber den Superstar Gary Cooper zur Seite, der als herumziehender Cowboy Cole Hardin gleich am Anfang der Story sehr unschön die Bekanntschaft des Richters macht. Roy Bean lässt jeden Pferdedieb sofort aufhängen und genau das wirft man dem Fremden vor. Der bemerkt auch gleich während der Gerichtsverhandlung, dass das Urteil eigentlich schon gefällt scheint, aber die Farmerin Jane Ellen Matthews (Doris Davenport) verteidigt ihn. Die Farmer, die sich hier niederließen und Mais anbauen wollen, sind für die Viehrancher ein Dorn im Auge und die haben mit Roy Bean einen Gesetzesmann an ihrer Spitze, der es zulässt, dass die Farmer immer wieder mit Gewalt und Aggression konfrontiert werden - man will sie so zur Aufgabe zwingen. Obwohl der wahre Pferdedieb ermittelt wird, rettet Coles glühendes Statement für die Sängerin Lillie Langtry (Lilian Bond) das Leben. Ausserdem erwähnt Cole, dass er eine Haarsträhne von der Frau besitzt und dies stimmt den Richter, der von sich behauptet der größte Langtry Fan zu sein, milde. Es kommt vorübergehend sogar dazu, dass beide ziemlich beste Freunde werden. Doch der Richter spielt falsch und am Ende kommt es zur Konfrontation der beiden Männer...

Walter Brennan bekam zu Recht seinen Oscar und die Schlußszene des Films ist berühmt geworden. Der Richter hat das ganze Theater von Fort Davis für sich alleine gemietet, da er alle vorhandenen Karten selbst gekauft hat. Endlich ist die Möglichkeit gegeben, dass er sein Idol persönlich kennenlernen könnte. Doch als sich der Vorhang hebt, ist die Überraschung sehr groß.
Auch heute noch überzeugt Wylers Western. Während der Stummfilmzeit drehte der Regisseur viele Western, als der Tonfilm aufkam machte er sich vor allem als Filmemacher einen Namen, der in vielen Genres Meisterwerke abliefern konnte. Erst 1956 ging es wieder in die Richtung. "Lockende Versuchung" war zwar kein echter Western, aber er spielte immerhin schon zur Zeit des Sezessionskrieges und dessen Nachfolgefilm "Weites Land" war dann wieder Wilder Westen in Reinform. "The Westerner" besicht auch die wunderbare Kamera-Arbeit von Gregg Toland und wurde für zwei weitere Academy Awards nominiert: Bestes Szenenbild und beste Originalgeschichte.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.