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Mittwoch, 29. Dezember 2021

Der Mann aus dem Westen (Man of the West)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Anthony Mann

Von der Vergangenheit eingeholt...

Ich bin Fan alter Western. Ganz faszinierend fand ich immer die drei Ikonen dieser Filme...Jimmy Stewart, der "good guy", John Wayne, der cholerische Übervater und eben Gary Cooper, der schweigsame, nachdenkliche Einzelgänger.
"Der Mann aus dem Westen" ist gleich nach "High Noon" seine beste Vorstellung in diesem Genre und ist einer der letzten Western der Regielegende Anthony Mann, der in den 40er Jahren vor allem Filme der schwarzen Serie drehte und diese düstere Stimmung auch in seine Western übertrug.
Vor allem wird dies in den Filmen "Winchester 73", "Farm der Besessenen" und "Fluch des Blutes" sichtbar.
Der ehemalige Outlaw Link Jones (Gary Cooper) reist von seiner kleinen Stadt, in der er seßhaft wurde und eine Familie gründete, nach Texas um dort eine Lehrerin für seinen Ort zu engagieren. Dazu reist er mit der Bahn - genauso wie die Saloon Sängerin Billie Ellis (Julie London) und der ständig quasselnde Sam Beasley (Arthur O`Connell).
Um Holz aufzuladen wird die Zugfahrt unterbrochen - dies ist der Moment, wo bewaffnete Räuber auftauchen und den Zug angreifen. Der Zug kann entkommen, doch drei Reisende - Link, die Sängerin und der Quassler - bleiben zurück. Viele Meilen weg von dem nächsten Ort. Immerhin kennt Link die Gegend. Er führt seine Begleiter zu einem Bauernhaus, in dem er einst gelebt hat. Dort findet er die Männer, die den Zug ausgeraubt haben. Es ist die Bande von Dock Tobin (Lee J. Cobb). Der war einst sowas wie ein Ziehvater und Mentor von Link und schart heute noch die Banditen Alcutt (J. Williams), Trout (Royal Dano), Claude (John Dehner), Ponch (Robert J. Wilke) und Coaley (Jack Lord) um sich. Die Wiedersehensfreude ist getrübt, zumal Link damals einfach ohne Worte und Ankündigung verschwand. Und die Frau, die Link als seine eigene ausgibt, ist für die ruchlosen Banditen auch sehr attraktiv...

Am Ende kommt es natürlich zur Finalen Abrechnung. Anthony Mann inszenierte dies in einer Geisterstadt - eine perfekte Kulisse für den letzten Dialog, den Link und Doc Tobin führen. Link sieht in Tobin einen Geist, der der neuen Zeit zu weichen hat. Lee J. Cobb ist ein grandioser Konkurrent für den schweigsamen Mann, der von Cooper verkörpert wird. Anthony Mann hat viele bekannte Versatzstücke des Westerns etwas mutiger variiert - so verliebt sich zwar die Frau in Cooper, doch der ist ja verheiratet und so wird das potentielle Liebespaar zwar denken, was gewesen wäre, wenn...aber dies ist eine Theorie.
Bei Manns Western wird die Rache immer großgeschrieben. So wird Cooper auch den Banditen auf die gleiche Art bestrafen, wie er der hilflosen Frau befehlen wollte - Ausziehen. Grandios auch die Landschaftsaufnahmen von "Vom Winde verweht" Kamerachef Ernest Haller.
Erwähnenswert ist auch die Wertschätzung von Jean-Luc Godard für diesen Anthony Mann Western, er bezeichnete ihn damals als seinen persönlichen Film des Jahres. Interessanterweise ist die Kulisse der Geisterstadt sowie auch das Bauernhaus in der Einöde ein bissel hinaufschauen auf die Straße Richtung Zukunft zu dem zeitgenössischen Horrorfilm wue "Texas Chainsaw Massacre" oder "The Hill have Eyes", also auf Clans, die im ausgetrockenten amerikanischen Ödland Touristen quälen.


  Bewertung: 9, 5 von 10 Punkten.

Freitag, 17. Dezember 2021

Die Teufelsbrigade (Distant Drums)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Raoul Walsh

Im Sumpfland der Seminolen...

1945 realisierte Altmeister Raoul Walsh mit "Der Held von Burma" einen äusserst dynamischen Kriegsfilm mit Kinolegende Errol Flynn, sechs Jahre später verlegte er die Handlung in den Wilden Westen und so machte der Zuschauer Bekanntschaft mit Gary Coopers "Teufelsbrigade". Das Drehbuch von Niven Busch und Martin Rackin nahm dessen Archetypen auf und verlagerte diesen Kriegsschauplatz zwischen Amis und Japanern in die Everglades nach Florida. Raoul Walsh sagte anschließend "Das ist ein Film, den ich in Florida gemacht habe, dort, wo noch nie jemand zum Drehen hingegangen ist, auf dem Territorium der Seminolen. Diese Sümpfe hatte noch nie jemand gefilmt. Und die Seminolen sind die einzigen Indianer, die nie ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet haben. Das sind Leute mit denen nicht leicht auszukommen ist. Gehen sie mal hin und versuchen Sie mit denen zu diskutieren. Sie haben versucht, mich umzubringen". Vielleicht kommen die Seminolen in "Die Teufelsbrigade" deshalb so schlecht weg. Sie werden von Walsh als stereotype Wilde gezeigt, die auf Mord und Totschlag aus sind. Der berühmte Seminolen Anführer Osceola wird unbenannt in Oscala und wird als fieser Bösewicht dargestelt, der durch seine unstillbare Blutlust, seine Gefangenen an gefrässige Alligatoren verfütterte. Es war Budd Boetticher, der zwei Jahre später  in "Seminola", einem weiteren Florida-Western,  das Bild des Häuptlings durch Anthony Quinn differenzierter darstellte. In "Die Teufelsbrigade" wird er von Raymond Kentro verkörpert.
Der Film spielt um 1840. Captain Quincy Wyatt (Gary Cooper) ist ein Kenner dieses Gebietes mit den gefährlichen Sümpfen. Er hat seine indianische Frau durch den Krieg verloren und der fünfjährige Sohn ist sein Ein und Alles. Er wird von General Zachary Taylor (Robert Barrat) zur Führung eines Kommandos gegen die feindseligen Seminolen bestimmt. Ihm zur Seite wird der junge Marine-Offizier Tufts (Richard Webb) gestellt. Auch der Scout Monk (Arthur Hunnicut) begleitet die Brigade. Nach langem Marsch erreichen die Männer die Festung der Seminolen und zerstören diese. Dort befreien sie auch einige Weiße, darunter die hübsche Judy Beckett (Mari Aldon). Doch die Indianer verfolgen sie und es bleibt dem Kommando nichts anderes übrig als durch das Sumpfgebiet den Rückzug anzutreten. Dort erwarten sie Schlangen und eine Vielzahl von Krokodilen. Und die Indianer kommen immer näher um die Soldaten zu skalpieren...

Kameramann Sidney Hickox berichtete, es habe so viele Krokodile vor Ort gegeben, dass er das Stativ seiner Kamera mühelos auf dem Rücken eines dieser Echsen hätte aufbauen können. Doch die Mühe hat sich gelohnt, denn "Distant Drums" - so der Originaltitel des Films - gehört sicherlich zu den Klassikern des Genres und ist von Anfang bis Ende ungeheuer dicht und spannend inszeniert. Die Autoren Bouineau-Charlot und Frimbois zählen diesen FloridaWestern auch zu den besten 100 Western aller Zeiten und für Raoul Walsh war es ein weiterer Kinoerfolg in seiner Karriere, der zwischen seinen farbenprächtigen Abenteuerfilmen "Des Königs Admiral" und "Sturmfahrt nach Alaska" entstand.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Montag, 13. Dezember 2021

12 Uhr mittags (High Noon)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Fred Zinnemann

Der einsame Kämpfer....

Bereits das Intro in Fred Zinnemanns "High Noon" nimmt die Handlung vorweg: Zu den Klängen von "Do not forsake me oh my Darling" von Tex Ritter, der zu einem der berühmtesten Filmsongs aller Zeiten wurde, sieht der Zuschauer wie sich drei Männer in der Prärie treffen. Es sind Ben Miller (Sheb Wooley), Jack Colby (Lee van Cleef) und Jim Pierce (Robert J. Wilke), die dann gemeinsam weiterreiten. Der Ritt verrät, dass sie ein bestimmtes Ziel haben: Die aufstrebende Kleinstadt Hadleyville, wo gerade der verdienstvolle Sheriff Will Kane (Gary Cooper) in seiner Amtsstube die Quäkerin Amy Fowler (Grace Kelly) standesamtlich geheiratet hat. Ihm gilt dieser Song, in dem er bittet, dass seine große Liebe ihn nicht verlassen soll. Denn sein größter Feind schwor im Staatsgefängnis bittere und tödliche Rache und nun  muss er sich ihm stellen. Mit diesen 3 Reitern wird die Gefahr auch real. Als sie an diesem Sonntagmorgen, kurz vor 10 Uhr, die Stadt erreicht haben ziehen sie die überraschten und teilweise geschockten Blicke der Bewohner auf sich. Eine Frau begreuzigt sich als sie die drei reitenden Halunken sieht. Im Saloon wird deren Eintreffen auch wahr genommen, der Saloonbesitzer (Larry J. Blake) ist sogar begeistert, denn er erwartet dadurch einen gewinnbringenden Tag für seinen Laden. Die drei reiten zum Bahnhof runter, wo der Bahnhofvorsteher (Ted Stanhope) gerade ein Telegramm in den Händen hält, aus dem er erfährt, dass der Gangster Frank Miller (Ian McDonald) überraschend begnadigt wurde. Da die drei Galgenvögel sich nach dem Mittagszug erkundigen, wird klar, dass in diesem Zug, der weiter nach St. Louis fährt, der besagte Frank Miller aussteigen wird. Der Vorsteher rennt schnell mit der Neuigkeit in die Stadt und gibt dem Gesetzeshüter die bittere Nachricht, gerade eben hat Kane aber seinen Sheriffstern schon an den Nagel gehängt. Die Stadt wird morgen einen neuen Sheriff bekommen und am heutigen Sonntag ist man davon ausgegangen, dass man einige Stunden ohne Gesetzeshüter klar kommt. Immerhin hat man ja noch den jungen und hitzköpfigen Deputy Harvey Pell (Lloyd Bridges), der sich zu dieser Zeit bei seiner neuen Freundin Helen Ramirez (Katy Jurado), der Besitzerin des örtlichen Hotels, aufhält. Er hat eine große Wut auf Kane, denn er glaubt, dass Kane dafür gesorgt hat, dass er den Sheriffposten nicht bekommen hat und ein Mann von Auswärts ihm vorgezogen wurde, ausserdem plagt ihn eine Eifersucht. Helen Ramirez war vor ihm mit Kane liiert und die Frau zieht ihn immer damit auf, dass er noch ein grüner Junge ist, während sie Kane als ganzen Mann betrachtet. Die Freunde von Kane raten ihm sofort mit seiner Amy die Stadt zu verlassen. Der Bürgermeister (Thomas Mitchell), der Richter (Otto Kruger) und auch Martin Howe (Lon Chaney jr.) , der ehemalige Sheriff wissen um die Gefahr, sie sind sich sicher, dass es zum tödlichen Duell kommen wird. So verabschieden sie die Brautleute um 10 Uhr, Kane hat nicht mal eine Waffe - die Kutsche wird sie aber in den nächsten 2 Stunden hoffentlich weit genug weg bringen, dass sie für das Gangster-Quartett unerrichbar sein wird. Doch es wird nicht lange dauern, bis Kane sich besinnt und der Flucht und der damit verbundenen ständigen Angst vor seinen Verfolgern eine Absage erteilt. Er kehrt - trotz Protest seiner jungen Frau - in den Ort zurück. Dort hat er noch etwas Zeit, um Freiwillige zu finden, die ihn in seinem Kampf gegen die Banditen unterstützen. Doch diese Suche führt zur bitteren Erkenntniss, dass er am Ende völlig alleine auf sich gestellt ist. Es kommt zum Showdown um 12 Uhr mittags...


Für viele Filmfans ist und bleibt "High Noon" ein elementares Meisterwerk des Western, auch wenn es immer wieder negative Stimmen gab. Für viele Amerikaner war die Aussage dieses Films viel zu pessimistisch und auch unamerikanisch. Für den sehr konservativen John Wayne war "High Noon" sogar das "unamerikanischste Ding, das er jemals in seinem Leben gesehen habe"  und er war froh, dass Drehbuchautor Carl Foreman der USA wieder den Rücken kehrte. Auch Howard Hawks drehte später mit "Rio Bravo" eine Art Gegenentwurf zu "High Noon". Hawks konnte nichts mit der Story anfangen - ihm missfiel die tragische Geschichte, dass ein Mann Hilfe sucht und jeder im Ort diese Hilfe ihm dann verweigert.  Er hielt es für unmöglich, dass ein guter Marshall feige im Ort herumrennen würde, um andere Leute zu bitten, ihm bei seinem Job zu helfen. Auch Kritikerpapst Roger Ebert mochte den Film nicht. Dennoch ist gerade "High Noon" so sehr und überzeugend nach den gängigen Regeln des Westerns aufgebaut. Die Charaktere sind aus vielen anderen Filmen bekannt. Es ist die Geschichte eines Einzelgängers, der erkennt, dass es besser ist sich seinem Konflikt sofort zu stellen, da die Alternative ein Leben in Angst und Furcht bedeutet. Hinzu kommt mit seiner jungen Braut Amy, die zweifelnde Braut, die aber am Ende die Einzige ist, die ihm in seiner schwersten Stunde beisteht und ihm hilft die Banditen zu erledigen. Gerade dieser Aspekt, dass das Zusammenstehen eines Paars auch in der dunkelsten Stunde funktioniert, weil man zueinander hält, ist doch eine der schönsten Aussagen der Filmgeschichte und wenn Gary Cooper und Grace Kelly sich am Ende umarmen, dann wird eine der schönsten Filmszenen überhaupt offenbar. Diese Facette des Zusammenhalts gibt dem Film am Ende nicht nur die Verbitterung über die Leute in der Stadt, über diese angeblichen Freunde, die sich aus dem Staub gemacht haben, sondern auch eine schöne Poesie - man soll sich eben nicht immer auf die Gemeinschaft verlassen, aber es ist vielleicht wahrscheinlicher, viel schöner und auch eher möglich, dass zwei Menschen, die etwas für einander empfinden, in der schwersten Stunde zusammenhalten. Natürlich kommt auch noch der Aspekt dazu, dass das Duell zwischen Kane und den Gangstern auch tatsächlich etwas ganz persönliches hat - es wäre zwar toll gewesen, wenn er von den Menschen Hilfe bekommen hätte. Aber die Rache von Frank Miller galt vor allem ihm und am Ende wird ihm dies auch klar, dass er diesen Job alleine machen muss.  Diese Verzweiflung und Verbitterung machen Kane zu einem sehr authentischen Kämpfer. Er ist einerseits Sheriff - ein Mann des Gesetzes, andererseits auch ein Mensch mit vielen Stärken und Schwächen.

Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Vera Cruz (Vera Cruz)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Aldrich

Unter der heißen Sonne von Mexiko....

Im Filmjahr 1954 gelang Robert Aldrich mit seinem Mexiko-Western "Vera Cruz" ein sagenhafter Erfolg. Der Film spielt4e alleine in den USA 11 Millionen Dollar ein und landete auf 6. Platz in den Kino-Jahrescharts. Man kann also durchaus von einem Blockbuster sprechen. Darüberhinaus hatte "Vera Cruz" aufgrund seiner zynischen Haltung und den vielen amoralischen Charaktere, die im Film einen Hauptrolle spielen, einen riesigen Einfluss auf die Zukunft des Westernfilms. Dies galt zwar im Erscheinungsjahr fast noch schockierend, aber spätere Meisterwerke wie "Die glorreichen Sieben" (John Sturges), "Die gefürchteten Vier" (Richard Brooks), "Wild Bunch" (Sam Peckinpah" und natürlich die Western von Sergio Leone orientierten sich an diese zwielichtigen Figuren.
"Vera Cruz" war Aldrichs erster Western, es folgte kurze Zeit später "Massai" (ebenfalls mit Burt Lanchaster) und in seiner weiteren Laufbahn "El Perdito", "Vier für Texas", "Keine Gnade für Ulzana" sowie das komödiantische Sptäwerk "Ein Rabbi im wilden Westen".
Die Geschichte ereignet sich nach dem amerikanischen Bürgerkrieg, der natürlich viele problematische Existenzen zur Folge hatte. So ist auch der Südstaatler und ehemalige Soldat Ben Trane (Gary Cooper) einer dieser Männer, die nach dem Krieg nie wieder so richtig Fuß fassen konnte. Seine Plantage hat er durch den Krieg verloren. Und nun sucht er im benachbarten Mexiko einen Job als Söldner. Denn dort ist immer noch Krieg. Obwohl die Konservativen in Mexiko den Bürgerkrieg eigentlich schon verloren haben, mischt sich Frankreich in die Angelegenheiten von Mexiko und interveniert mit em Ziel den Konservativen nachträglich zur Macht zu verhelfen und eine von Frankreich abhängige Monarchie zu installieren. Die konservative Junta proklamierte nun ein "Kaiserreich Mexiko" und die Krone wurde Erzerzog Maximilian (George MacReady) angeboten, der unter der Bedingung annahm, dass in Mexiko eine Volksabstimmung stattfinden solle, bei der sein Name zur Wahl stünde. Er wusste nicht, dass diese Wahl von den konservativen Kräften gefälscht wurde und so war in seinem Glauben bestärkt seine Herrschaft sei vom Volk Mexikos gewollt. Doch das Volk will Reformen und Veränderung und verehrt Benito Juarez.
Inmitten dieser Spannungen zwischen Regierung und Rebellen sollten doch Männer in Mexiko gebraucht werden, die für gutes Geld auch kämpfen können. Auf seinem Weg trifft er den Revolverhelden Joe Erin (Burt Lancaster). Da Ben Trane ein Pferd braucht, kauft er Erin eines ab. Das Problem ist nur, dass es sich um ein gestohlenes Pferd handelt, dass der mexikanischen Armee gehört. Dies merkt Trane aber erst, als er gemeinsam mit Erin vor den schießenden Truppen flüchten muss. Die beiden Männer reiten später weiterhin zusammen. Erin hat eine Bande (u.a. Ernest Borgnine, Jack Elam, Charles Bronson, Archie Savage), die ihn unterstützt. Die beiden Männer treffen danach sowohl die Rebellen als auch die Regierungstruppen und da Letztere besser bezahlen können als die armen Juarez Anhänger, nehmen sie das Angebot des Marquis Henri de Labordere (Cesar Romero) einen gefährlichen Auftrag für den Kaiser zu übernehmen. Die Gräfin Duvarre (Denise Darcel) soll von der Hauptstadt in die Hafenstadt Vera Cruz begleitet werden. Der Lohn hört sich gut an: 50.000 Dollar für diese Mission. Doch dies ist nicht der wahre Grund für die Begleitung der Söldner. Die sollen nur nicht erfahren, dass in der kutsche 3 Millionen Dollar in Gold mit auf die Reise gehen sollen. Die gefährliche Reise hat natürlich Tücken, denn die Juaristen lauern überall und die Gräfin hat mit dem Gold eigene Pläne....

Natürlich erfahren die beiden neuen Freunde von dem Goldschatz und spätestens ab hier traut keiner mehr dem anderen. Und das ist auch gut so. Denn alle Figuren des Films scheinen große Egoisten zu sein. Am fiesesten darf Burt Lancaster agieren. Und das Trio wird im Laufe der Geschichte noch zum Quartett vergrößert, als sich die Diebin Nina, gespielt von Sara Montiel, dem Unternehmen noch anschließt. Am Ende kommt es zum unvermeidlichen Duell. "Vera Cruz" ist dank der straffen Inszenierung von Robert Aldrich ein äusserst spannender Film und auch die Kameraarbeit von Oscarpreisträger Ernest Laszlo (Auszeichnung im Jahr 1966 für Stanley Kramers "Das Narrenschiff") ist vorzüglich.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Montag, 29. November 2021

Die Unbesiegten (Unconquered)


Regie: Cecil B. DeMille

Abbys Schicksal...

Cecil B. DeMilles Pionierepos "Die Unbesiegten" war mit 5,3 Millionen Dollar Einnahmen für damalige Verhältnisse ein sehr guter Kassenerfolg, doch der Film kostete auch sehr viel. Allein die Szene von der Belagerung des Fort Pitt verschlang 300.000 Dollar und wurde mehrere Monate lang vorbereitet. Am Ende beliefen sich die Ausgaben auf fast 4 Millionen Dollar.
DeMilles Film ist natürlich genauso wie seine 30er Jahre Westernklassiker "Held der Prärie" und "Union Pacific" ein großes Spektakel, aber das war nun mal sein Markenzeichen. Ausserdem war "Die Unbesiegten" als Starfilm angelegt. Der Regisseur musste also die beiden Filmgrößen Gary Cooper und Paulette Goddard möglichst effektiv in Szene setzen.
Mit Paulette Goddard hatte deMille bereits durch "Piraten im karibischen Meer" Erfahrungen, ebenso mit Gary Cooper, der schon in "Die scharlachroten Reiter" die Hauptrolle hatte.
Erzählt wird von den gewaltsamen Kämpfen zwischen amerikanischen Kilonisten und den Ureinwohnern an der Westgrenze Mitte des 18. Jahrhundert während der Zeit von Pontiacs Rebellion und den Kämpfen um Fort Pitt.
Die Macher ließen sich durch Neil H. Swansons Roman "The Judas Tree" inspirieren, der auch teilweise auf Tatsachen beruht durch ein historisches Dokument, geschrieben von der Familie Holden von Virginia. Darin wird erwähnt, dass die Großmutter Sklavin war und aus England kam. Als 17jähriges Mädchen wurde sie in ihrem Heimatland unschuldig zu Tode verurteilt. Sie hatte aber die Wahl der Todesstrafe zu entgehen als Sklavin für die Kolonien. Für diese Alternative entschied sich die junge Abby, die von der attraktiven Paulette Goddard gespielt wird.
Bereits auf dem Schiff wetteifern zwei Männer darum die Frau als Besitz zu bekommen. Der eine ist Captain Christopher Holden (Gary Cooper),  sein Konkurrent heißt Martin Garth (Howard de Silva), der bereits mit der Indianerin (Katherine deMille) verheiratet ist. Holden gewinnt und schenkt dem Mädchen die Freiheit. Doch die hält nicht lange an, denn Garth ist ein Gauner, der es schafft den Sklavenhändler zu bestechen. Er will die junge Frau unbedingt besitzen und gibt sie zuerst in die Obhut seines Handlangers (Mike Mazurki). Währenddessen unterstützt er die Indianer unter der Führung von Senecca Häuptling Chief Guyasuta (Boris Karloff) mit illegal gelieferten Feuerwaffen. 18 Stämme schließen sich zusammen um gegen den weißen Eindringling zu siegen. Da braucht es natürlich einen Gary Cooper und eine Paulette Goddard um dies erfolgreich zu verhindern...

Der Film beschwört unterhaltsam den Pioniergeist der Einwanderer und deren siegreicher Kampf gegen wilde Rothäute. Die sind natürlich in einem Western von 1947 wild, brutal und böse. DeMille war aber ein Regisseur mit einer markanten eigenen Handschrift - sie durchzieht seine vielen Stummfilme wie auch die erfolgreiche Fortsetzung in der Tonfilmära. Er hat mit "Die 10 Gebote" die Bibel einem Kino Millionenpublikum näher gebracht oder setzte erfolgreich auf die Faszination der Zirkuswelt in seinem Oscar-Erfolg "Die größte Geschichte der Welt". Auch in Sachen Spezialeffekte ließ sich die Paramount nicht lumpen - es gab den verdienten Oscar. Die Regielegende selbst bekam 1950 einen Ehrenoscar zugesprochen, drei Jahre später wurde er auch mit dem Irving G. Thalberg Memorial Award ausgezeichnet.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Der Galgenbaum (The Hanging Tree)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Delmer Daves

Rivalen am Gold River...

Nach dem gleichnamigen Roman von Dorothy M. Johnson drehte Regisseur Delmer Daves im Jahr 1959 den Film "Der Galgenbaum", der in Deutschland auch unter dem Titel "Rivalen am Gold River" bekannt ist. Bei der 32. Verleihung der Academy Awards wurde er immerhin für den einprägsamen Titelsong von Marty Robbis nominiert. Man kann "Der Galgenbaum" vielleicht als einen Vorläufer von Robert Altmans "McCabe & Mrs. Miller" sehen, weil auch Delmer Daves einen sehr düsteren und verkommenen Ort für seine Geschichte ausgewählt hat. Ein aus dem Boden gestampftes Dorf irgendwo in Montana, weil sich durch den Goldrausch viele gierige Gestalten dort niedergelassen haben. Glücksritter, Banditen oder ganz normale Bürger, die dort eine Existenz aufbauen wollen. Natürlich dürfen auch die leichten Mädchen nicht fehlen, die hier gut zu tun haben, jedoch zu den moralisch geächteten Gemeindemitgliedern gehören. Auch die Figuren in Delmer Daves Film sind Menschen mit Vergangenheit oder mit Geheimnissen.
So wie der Mediziner Joseph Frail (Gary Cooper), der eines Tages in das kleine Nest Skull Creek kommt. Er hat wohl eine schräge, dunkle Vergangenheit und hat sich als Spieler und Revolverheld bereits einen zweifelhaften Namen gemacht. Aber ein Arzt fehlt in diesem Ort und so kauft er zu einem Spottpreis ein Haus, von dem man ins Dorf herunterschauen kann. Das Haus liegt auf einem Hügel. In der ersten Szene des Films sah er diese alte Eiche mit einem dicken Ast, über den ein Seil mit einem ausgefransten Ende gewickelt war, vermutlich eine ehemalige Schlinge und nicht gerade einladend für Fremde. In dieser Gegend ist man schnell dabei einen Mitbürger aufzuknüpfen. Als der junge Rune (Ben Piazza) von Goldsucher Frenchy (Karl Malden) angeschossen wurde, weil der versuchte Gold zus stehlen, kann er ihn verstecken, die kugel entfernen und ihn gesund pflegen. Doch der Doktor tat dies nicht nur aus reiner Nächstenliebe, sondern zwingt den jungen Mann für ihn zu arbeiten, solange bis er die Schuld abgetragen hat. Die Bevölkerung ist dem neuen Arzt misstrauisch gesinnt, der selbsternannte Prediger und Arzt Dr. George Grubb (George C. Scott) macht sogar öffentlich Stimmung gegen seinen Berufskollegen, er bezichtigt ihn als Abgesandten des Teufels. Als eine Postkutsche ausgeraubt wird, werden der Kutscher und ein männlicher Passagier getötet. Dessen Tochter Elizabeth (Maria Schell), eine Schwedin, ist verschwunden. Ein Suchtrupp wird gebildet und man kann die Frau tatsächlich schwer verletzt zum Doktor bringen. Sie hat Verbrennungen am Körper, ist wohl vorübergehend blind und braucht lange Zeit um sich zu erholen. Dadurch entsteht im Dorf Gerede - was hat eine junge Frau so lange beim Arzt zu suchen und wer weiß was der für die Pflege verlangt. Als sie gesund ist sucht sie gemeinsam mit dem lüsternen Frenchy und Rune Gold, die drei kaufen einen Claim. Und tatsächlich stoßen sie auf eine riesige Goldader...

Dieser Reichtum bewirkt bei einigen Figuren in "Der Galgenbaum" das die ganz schlechten Eigenschaften plötzlich herausgekehrt werden und das ganze Dorf feiert mit, es fließt Alkohol in Strömen und Delmer Daves Film ist natürlich bis zum Schluß so düster, dass man die nahende Katastrophe schon erahnt. Die Musik stammt von Max Steiner und die Kameraarbeit stammt von Ted McCord, der schon einige Jahre vorher für "Der Schatz der Sierra Madre" perfekte Bilder schuf. 


Bewertung:  9 von 10 Punkten. 

 

Sonntag, 28. November 2021

In die Falle gelockt (The Westerner)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: William Wyler

Der Westerner....

Roy Bean, der selbsternannte Richter, der seine Verhandlungen in seinem eigenen Saloon "The Jersey Lilly" abhielt und nahe vom Pecos in Texas lebte - er gehört zu den legendären Gestalten dieser Zeit. Zweimal wurde seine Geschichte verfilmt. 1972 spielte Paul Newman den umstrittenen Mann des Gesetzes in  John Hustons "Das war Roy Bean", aber bereits 1940 gab es ebenfalls eine sehr erfolgreiche Kinoversion durch den aus dem elsässischen Mülhausen stammenden Weltklasseregisseur William Wyler.  In Deutschland bekam der Film den Verleihtitel "In die Falle gelockt" - der Originalfilm heißt "The Westerner" und Wyler geht im Gegensatz zu Huston ein bisschen anders vor, der Roy Bean als Hauptfigur offeriert. In "The Westerner" wird der Richter von Walter Brennan gespielt - dieser legendäre Nebendarsteller, der dreimal den Oscar erhielt und damit gleichauf mit Jack Nicholson und Daniel Day Lewis an der Spitze der Schauspieler mit den meisten gewonnen Academy Awards steht.  Für "The Westerner" bekam er diese Auszeichnung - allerdings wie bereits angedeutet als bester Nebendarsteller. Siegreich war Brennan auch 1937 für Howard Hawks "Nimm was du kriegen kannst" und den Erfolg wiederholte er zwei Jahre später in "Die goldene Peitsche" von David Butler.
Schon in sehr frühen Jahren wurde Walter Brennan gerne als "kauziger Alter" - vor allem im Western - eingesetzt. Wyler stellte ihm aber den Superstar Gary Cooper zur Seite, der als herumziehender Cowboy Cole Hardin gleich am Anfang der Story sehr unschön die Bekanntschaft des Richters macht. Roy Bean lässt jeden Pferdedieb sofort aufhängen und genau das wirft man dem Fremden vor. Der bemerkt auch gleich während der Gerichtsverhandlung, dass das Urteil eigentlich schon gefällt scheint, aber die Farmerin Jane Ellen Matthews (Doris Davenport) verteidigt ihn. Die Farmer, die sich hier niederließen und Mais anbauen wollen, sind für die Viehrancher ein Dorn im Auge und die haben mit Roy Bean einen Gesetzesmann an ihrer Spitze, der es zulässt, dass die Farmer immer wieder mit Gewalt und Aggression konfrontiert werden - man will sie so zur Aufgabe zwingen. Obwohl der wahre Pferdedieb ermittelt wird, rettet Coles glühendes Statement für die Sängerin Lillie Langtry (Lilian Bond) das Leben. Ausserdem erwähnt Cole, dass er eine Haarsträhne von der Frau besitzt und dies stimmt den Richter, der von sich behauptet der größte Langtry Fan zu sein, milde. Es kommt vorübergehend sogar dazu, dass beide ziemlich beste Freunde werden. Doch der Richter spielt falsch und am Ende kommt es zur Konfrontation der beiden Männer...

Walter Brennan bekam zu Recht seinen Oscar und die Schlußszene des Films ist berühmt geworden. Der Richter hat das ganze Theater von Fort Davis für sich alleine gemietet, da er alle vorhandenen Karten selbst gekauft hat. Endlich ist die Möglichkeit gegeben, dass er sein Idol persönlich kennenlernen könnte. Doch als sich der Vorhang hebt, ist die Überraschung sehr groß.
Auch heute noch überzeugt Wylers Western. Während der Stummfilmzeit drehte der Regisseur viele Western, als der Tonfilm aufkam machte er sich vor allem als Filmemacher einen Namen, der in vielen Genres Meisterwerke abliefern konnte. Erst 1956 ging es wieder in die Richtung. "Lockende Versuchung" war zwar kein echter Western, aber er spielte immerhin schon zur Zeit des Sezessionskrieges und dessen Nachfolgefilm "Weites Land" war dann wieder Wilder Westen in Reinform. "The Westerner" besicht auch die wunderbare Kamera-Arbeit von Gregg Toland und wurde für zwei weitere Academy Awards nominiert: Bestes Szenenbild und beste Originalgeschichte.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Freitag, 26. November 2021

Held der Prärie (The Plainsman)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Cecil B. DeMille

DeMilles Westernhappening...

Cecil B. De Milles erfolgreichster Film ist sicherlich das Monumentalepos "Die 10 Gebote", sein größer Oscarerfolg war der Zirkusfilm "Die größte Geschichte der Welt". Beide Filme wirken irgendwie wie ein riesiges Happening und dies wurde auch ein bisschen zur persönlichen Handschrift des legendären Hollywood-Regisseurs, der bereits zu Stummfilmzeiten aktiv war und zu den Pionieren des Hollywoodkinos gehört. Die meisten seiner Filme tragen diesen extravaganten Stil, der mit dem heutigen Popcorn Kino verwandt ist. Seine Kritiker bemängelten regelmässig die teilweise absurden Interpretationen der Geschichte in seinen Epen. Mit dem Wahrheitsgehalt nahm er es nicht so genau, so ist auch sein Western "Held der Prärie" (Original: The Plainsman) auf seine Art ein Märchen, denn so wie deMille die Eroberung des Wilden Westen beschreibt, hat es sich nie zugetragen. Er hatte auch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass es ihm vor allem um den Unterhaltungswert und das große Happening geht - dieses Ziel erreicht er natürlich spielend, auch wenn er einige Wildwesthelden wie Wild Bill Hickock, Calamity Jane und Bill Cody gemeinsam auftreten lässt als untrennbare Freundesgang. Am Schluß von "Held der Prärie" stirbt gar Wild Bill Hickock in den Armen seiner geliebten Calamity Jane, während Buffalo Bill - beider Freund - dem Abgang gerührt beiwohnt. Und damit nicht genug: Auch Abraham Lincoln kommt in seinen Pionierepos vor und General Custer darf natürlich auch nicht fehlen. In "Held der Prärie" fällt auch der berühmte Ausspruch "Go West, young Man", der zum Motto des gesamten Genres der klassichen Ära wurde. Die Eroberung des Wilden Westens - deMilles Film wurde ein riesiger Erfolg, so dass er noch weitere Western nach ähnlichem Muster drehte. Es folgten "Union Pacific", "Die Unbesigten" oder "Die scharlachroten Reiter", allesamt echte Happening-Western.
Am Ende von "The Plainsman" glaubt der Zuschauer den ermordeten, aber ewig lebendigen Bill Hickok an der Seite seines Freundes Buffalo Bill über das wogende Präriegras reiten zu sehen. Der Film spielt mit den Mythen des Wilden Westens, setzt zwar die Wahrheiten etwas ausser Kraft, kann aber durch den Prunk der Inszenierung und der perfekten Detailarbeit eine gewisse Magie aufkommen lassen.
Held der Geschichte ist natürlich der Scout Bill Hickok (Gary Cooper), der nach dem Bürgerkrieg in die Dienste des Militärs geht und mit Custer gegen die Indianer kämpft. Er wird dabei geliebt von Calamity jane (Jean Arthur) und ist mit Buffalo Bill (James Ellison) befreundet, der aber das Wanderleben nach seiner Heirat mit Louisa (Helen Burgess) sesshaft werden will. Dabei kämpfen die Guten gegen die Machenschaften des fiesen Waffenhändlers Lattimer (Charles Bickford), der den Indianern Waffen liefert. 

"Held der Prärie" macht riesigen Spass und hat einige sehr guten Szenen. Vor allem die Szene in der die beiden Frauen überraschend von einer Indianerhorde besucht und bedrängt werden. Ein bisschen überzogen ist die Reaktion des grundguten, edlen Bill auf der Verrat von Calamity Jane. Sie rettete ihm zwar damit das Leben, aber dies hätte der amerikanische Held natürlich gerne geopfert, weil dafür weniger Menschen ihr Leben verloren hätten. Einige Filmminuten schmollt der deshalb mit der schwachen Frau. Auch das Ende ist gelungen, denn beide Liebende ahnen etwas von dem kommenden Unheil. 

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Donnerstag, 25. November 2021

Garten des Bösen (Garden of Evil)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Regie: Henry Hathaway

Ballade von Opfer und Gewissen...

In den 40er Jahren drehte Henry Hathaway mit "Dark Corner", "Der Todeskuß" oder "Kennwort 777" einige Filme der schwarzen Serie die zu Klassikern wurde - in der Folgezeit gelang ihm aber vor allem im Westerngenre der große Erfolg. "Die 4 Söhne der Katie Elder", "Der Marshall", "Nevada Smith" oder "Das war der Wilde Western" heißen seine großen Klassiker. Aus den 50er Jahren stammt "Der Garten des Bösen" - vielleicht sein ungewöhnlichster Beitrag für das Genre. obwohl die Zutaten dieses Films klassisch und wohlbekannt daherkommen. Es ist aber vielleicht die ungewöhnliche Machart und eine hervorragende Kameraarbeit durch Milton R. Krasner und Jorge Stahl die den Film zu einem sehr besonderen Vertreter seiner Gattung machten.
Ausgangspunkt des Films ist eine kleine Kneipe in dem verlassenen mexikanischen Nest Puerto Miguel. In diesem Fischerdorf stranden die drei Abenteurer Hooker (Gary Cooper), Fiske (Richard Widmark) und Luke Daly (Cameron Mitchell) in einem reparaturbedürftigen Boot. Sie sitzen dort aber nicht lange fest, denn kurz nachdem die Glücksritter in der Kneipe ihre Zeit vertreiben, taucht auch schon eine Frau namens Leah (Susan Hayward) dort auf, die dringend männliche Hilfe braucht, weil ihr Mann in seiner Goldmine verschüttet wurde und schwer verletzt scheint. Zu dem Quartett, das durch feindliches Indianergebiet in den Bergen reiten muss, gesellt sich auch noch der Mexikaner Vincente (Victor Manuel Mendoza), der kurz zuvor noch die Barsängerin (Rita Moreno) angehimmelt hat. Leider liegt auch die Mine des verletzten John Fuller (Hugh Marlowe) auf dem heiligen Land der Indianer, das Gebiet wird von den Ureinwohnern "Garten des Bösen" genannt...
 
Hathaway ist ein sehr düsterer Western gelungen, dessen Figuren allesamt mit Geheimnissen versehen sind und die sich nicht groß erklären - egal ob der schweigsame Mann oder der Kartenspieler oder das junge Großmaul. Der Film macht aber von Anfang an klar, dass zwischen diesen Figuren immer eine gewisse Beziehung besteht, sie sind abwechselnd Täter und Opfer und ihr Aufeinandertreffen legt etwas Elementares frei. Einer der Männer kann sich gänzlich von seiner ihm zugedachten Rolle lösen und darf sich mit großer Lust und Todessehnsucht für die Anderen opfern. Dies alles geschieht in opulenter Kulisse, vor engem labyrinthhaftem Gebirge oder vulkanischer Wüste. Die Landschaft ist wunderschön und ist ein Gegengewicht zu den Aktionen der Menschen, die sich jagen und töten."Garten des Bösen" gehört zweifelsohne zu den großen Westernklassikern der 50er Jahre

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.