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Montag, 8. Dezember 2025

Die glorreichen Reiter (The Glory Guys)


Regie: Arnold Laven

 
Opfer für den Ruhm...
 
1961 und 1962 drehte Sam Peckinpah seine ersten Western "Gefährten des Todes" und "Sacramento". Besonders Letzterer wurde ein AllTime Klassiker des Genres und markierte zusammen mit John Fords wehmütigen Abgesang "Der Mann, der Liberty Valance erschoß" den Übergang vom Klassischen Westernfilm zum realistischeren Spätwestern. 1965 entstand mit "Sierra Charriba" sein erster Western mit einem großen Budget. Produzent Jerry Bresler war es der den Film gegen den Wunsch seines Regisseurs umschneiden ließ. Dies ließ sich der eigenwillige Peckinpah nicht gefallen und wehrte sich. Doch das Studio war mächtiger, er kam auf eine inoffizielle "Schwarze Liste" Hollywoods, was zur Folge hatte, dass er keine Aufträge mehr bekam. In dieser Zeit schrieb Peckinpah die Drehbücher zu den Projekten "Pancho Villa reitet" und "Die glorreichen Reiter".
Erst 1969 schaffte er mit "The Wild Bunch" sein totales Comeback im Kino. Sein Drehbuch zu "Die glorreichen Reiter" gefiel zwar, aber man übergab die Regie an Arnold Laven.
Im Original heißt der Western "The Glory Guys" und basiert auf dem Roman "The Dice of God" von Hoffman Birney. Obwohl die Geschichte fiktiv ist, erinnert sie doch an George Armstrong Custers 7. Kavallerieregiment in der Schlacht am Little Big Horn. Genreliebhaber werden sicherlich auch an John Fords Kavalleriewestern "Fort Apache" (Bis zum letzten Mann) erinnert werden.
Und somit sind wir bei einer traurigen Geschichte um den über Leichen gehenden Ehrgeiz General Frederic McCabe (Andrew Duggan) angekommen. Er ist der Befehlshaber des 3. Kavallerie-Regiments und soll mit anderen Regimentern im Feldzug gegen die aufbegehrenden Sioux eine tragende Rolle spielen. Die Militärspitze hat entschieden, dass alle Truppen gemeinsam eine größere Chance gegen die Indianer haben, so soll kein Regiment einen voreiligen Alleingang starten. Captain Deams Harrod (Tom Tryon) kehrt auf Wunsch von McCabe zu seiner alten Einheit zurück, was einigermaßen überrascht. Denn gerade Harrod war es, der das frühere Vorgehen seines Vorgesetzten gegen die Apachen hart und öffentlich kritisierte. Nach Harrods Meinung hat McCabe mit voller Absicht eine Abteilung von Soldaten als Köder benutzt. Die Schlacht wurde dann zwar von McCabe gewonnen, er erntete Ruhm. Aber von dem Regiment, dass durch diese Taktik in den Hinterhalt geriet, überlebte keiner diese Schlacht.
Dementsprechend angespannt sind die Gespräche zwischen McCabe und Harrod, doch der hat zu gehorchen. Doch vor der Schlacht ist noch genug Zeit a) neue, völlig unerfahrene Rekruten auszubilden und b) eine Liebschaft mit der schönen Lou Woodard (Senta Berger) anzufangen. Doch die attraktive Frau hat das Problem, dass sie zwei Männer zur gleichen Zeit liebt. Auch Sol Rogers (Harve Presnell) macht ihr den Hof. Dies bringt der jungen Frau nicht nur bei McCabes Frau Rachael (Jeanne Cooper) einen schlechten Ruf ein. Sie muss sich auch noch für einen der beiden Männer entscheiden...


Am Ende steht dann das unvermeidliche Massaker, denn natürlich will der skrupellose General will natürlich Ruhm und Ehre für sich alleine einstreichen. Doch es wird zum Desaster und zum Grab für viele Soldaten. So gesehen hat dieser Western durch seine harten Bilder immer noch einen gewissen Peckinpah-Touch. Die Actionszenen sind auch sehr geglückt, so begeistern die atemberaubenden Kamerafahrten des James Wong Howe. Peckinpah selbst äusserte sich eher negativ. Er war mit der Besetzung gar nicht einverstanden, denn er hielt zwar alle für gute Schauspieler, aber alle fehlbesetzt. In einer Nebenrolle ist Westernurgestein Slim Pickens zu sehen.
 

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 25. November 2021

El Dorado (El Dorado)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Howard Hawks

Klapprige Helden starten durch...

"Bei den Dreharbeiten zu "Rio Bravo" kamen wir an einen Punkt, wo wir die Wahl hatten, die Geschichte in die eine oder in die andere Richtung zu entwickeln. Wir entschieden uns die eine Richtung, aber wir haben uns immer Notizen gemacht, weil wir uns sagten, diese andere Idee ist so gut, die könnten wir ein andermal gebrauchen" - und so kam es zum Beinahe-Remake "El Dorado". Da wurde dann aus dem Jungen, der super schießen konnte (Ricky Nelson als "Colorado" in Rio Bravo) ein Junge, der überhaupt nicht schießen konnte, dafür aber prima mit dem Messer umgehen konnte: Alan Bourdillon Traherne oder besser Mississippi, gespielt vom jungen James Caan. John Wayne spielte in "Rio Bravo" den Sheriff und in "El Dorado" bekam Robert Mitchum diesen Part. Es sollte auch noch zu einem 3. Teil dieser sehr ähnlichen Hawks Western kommen. Vor den Dreharbeiten zu "Rio Lobo" meinte Wayne "Diesmal sollte ich den Trunkenbold spielen".
Während "Rio Lobo" sowohl in seiner Qualität als auch in der Gunst des Publikums nicht etwas abfiel, wurden "Rio Bravo" und "El Dorado" echte Kinohits und gehören zu den ganz großen Klassikern des Westerngenres.
"Rio Bravo" spielte 5,8 Millionen Dollar in den USA ein und war einer der erfolgreichsten 10 Filme des Jahres 1959. "El Dorado" brachte es im Filmjahr 1966 auf 6 Millionen Dollar Einspielergebnis und wurde so der sechsterfolgreichste Kassenschlager des Jahres.
Das Drehbuch wurde wieder von Leigh Brackett geschrieben. Gefilmt wurde in Arizona und Utah in schönstem Technicolor. Musikalisch kam ein Song von Nelson Riddle (gesungen von George Alexander) zum Einsatz, der die schön gefilmte Western-Gemälde Titelsequenz perfekt untermalt.
Erzählt wird die Geschichte eines Rancherkrieges. Der brutale Viehbaron Bart Jason (Ed Asner) hat es sich in den Kopf gesetzt, die in El Dorado schon lange ansässige Siederfamilie der McDonalds zu vertreiben, weil er das Wasser will. Dazu versucht er den alternden Revolverhelden Cole Thornton (John Wayne) zu engagieren, doch der lehnt ab als er von seinem Freund J.P Harrah (Robert Mitchum), dem Sheriff von El Dorado hört, dass das Recht auf der Seite der McDonalds ist. Dennoch kommt es zu einem Unglück. Da die McDonalds bereits erfahren haben, dass Bart jason einen Auftragskiller engagiert hat, wird der jüngste Sohn Luke (Johnny Crawford) beauftragt auf einem Felsen zu warten und Schüsse abzugeben, wenn der gefährliche Thornton dort vorbeireitet. Als Luke schießt, greift Thornton in Notwehr zur Waffe. Der Junge stirbt und Thornton reitet mit der Leiche zur Farm der McDonalds. Während der Vater (R.G. Armstrong) seinen Worten Glauben schenkt, ist die wilde Tochter Joey (Michelle Carey) hasserfüllt und schießt erfolgreich auf Thornton, als er zur Stadt zurückkehrt. Die Folge davon ist, dass er nun eine Kugel im Rücken stecken hat, die er bald operativ entfernen sollte. Doch es treibt ihn weiter. In einem Grenzstädtchen trifft Thornton auf den berüchtigten Revolverhelden Nelse McLeod (Christopher George), der von Bart Jason für den Konflikt in El Dorado engagiert wurde und auf den Jungen Mississippi (James Caan), der den letzten Mörder seines besten Freundes rächt. Von McLeod erfährt er, dass der Sheriff von El Dorado ein echter Trunkenbold geworden ist, von dem keine große Gefahr ausgeht. Natürlich kehrt Cole nach El Dorado zurück. Dort trifft er auf seine alten Freunde Maudie (Charlene Holt) und auf den alten Indianerkämpfer Bull Harris (Arthur Hunnicut). Gemeinsam mit Mississippi machen sie den besoffenen Sheriff (wurde zum Säufer wegen eines Flittchens) wieder fit. Ein altes Hausrezept von Mississippi soll dabei helfen....

Natürlich setzt Howard Hawks auf eine perfekte Mischung aus Spannung, Action und Humor. Und wie üblich sind ihm die Figuren viel wichtiger als die Handlung selbst. Die Helden in "El Dorado" sind müde geworden, aber immer noch gut genug, um den Kampf gegen die Bösen erfolgreich aufzunehmen und den am Ende auch für sich zu entscheiden. Schöne Szene am Schluß. Der Oberbandit und beste Revolverheld wird vom Duke unfein erledigt. Sterbend sagt McLeod "Thornton, du hast mir ja gar keine Chance gegeben" und bekommt zur Antwort "Du bist zu gut, als dass man dir eine Chance geben könnte". Humpelnd und auf Krücken sind die beiden Haudegen Wayne und Mitchum ein erfolgreiches Gespann gewesen. "Rio Bravo" ist ein Klassewestern und "El Dorado" steht dem in nichts nach. Die beiden Edelwestern sind gleichwertig...auch wenn Walter Brennan als Stumpy gefehlt hat. 
Großartige Cinematographie von Harold Rosson (Asphalt Dschungel, Johnny Eager, Duell in der Sonne, Böse Saat, Singin in the Rain).

Bewertung: 10 von 10 Punkten.