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Montag, 27. Dezember 2021

Mein großer Freund Shane (Shane)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Stevens

Comes a Horseman...

"Shane" von George Stevens ist schon sehr erstaunlich. Die relativ einfache Geschichte, die sich vor einem gewaltigen Naturpanormama auf einer kleinen Farm und im nahegelegenen Westernkaff abspielt, hatte filmgeschichtlich wie genrebezogen bis Heute einen extrem nachhaltigen Einfluss und eine grosse Inspiration nach sich gezogen, vor allem bezogen auf den Prototyp des "lonesome Rider".
Clint Eastwood drehte sogar mit "Pale Rider" vor einigen Jahren eine Art düstere Variante für das heutige, mehr Brutalität erwartende Kinopublikum.
Es blieb der einzige Western des Filmemachers Stevens, der bekannt dafür war, ein ausgesprochener Perfektionist zu sein, einer der jede Szene sorgfältig plante und die Schauspieler teilweise mit endlosen Wiederholungen der Einstellungen marterte. Trotzdem konnte er für "Shane" die grosse Jean Arthur noch einmal ins Filmgeschäft zurückholen, die notorisch schüchterne Darstellerin hatte seit Wilders "A foreign Affair" keine Rolle mehr angenommen.
"Shane" ist die Geschichte dieses einsamen Reiters, der einfach aus dem Nichts auftaucht und der am Ende seiner "Mission" auf sein Pferd steigt (vermutlich tödlich getroffen) und im Sonnenuntergang verschwindet.

B
Tage vorher ritt der geheimnisvolle Fremde zufällig an der Farm von Jo Starret (Van Heflin) und dessen Frau (Jean Arthur) vorbei. Joey, der kleine Sohn der Beiden (Brandon de Wille, fast vergessener Kinderstar, der 1974 tödlich verunglückte) vergöttert schon nach kurzer Zeit Aufenthalt diesen von Alan Ladd gespielten "Shane", weil sein Idol mit der Pistole extrem gut umgehen kann und dem Vater in einer brenzligen Situation mit dem Feind, Grossgrundbesitzer Rufus Ryker (Emile Meyer) beisteht.
Ryker will diese vielen lästigen Kuhbauern loswerden, die sich inzwischen auf dem weiten Land niedergelassen haben.
Er schreckt auch nicht davor zurück, einen Revolverhelden (Jack Palance) zu engagieren, um die Farmer einzuschüchtern.
Der Streit eskaliert und wird lebensgefährlich...
"Shane" ist alles andere als ein dialogreicher Film, er zeichnet sich dadurch aus, dass längst nicht alles ausgesprochen wird, vor allem die Beziehungen, die die Figuren zueinander haben - er bringt den Zuschauer in die Positiion, über die Gefühle und Motive nachzudenken...dies geschieht durch Bildsprache und sehr treffende emotionale Dialoge, die andererseits voller Rätsel stecken.
So bleibt Shane schweigsam, der Zuschauer kennt aber längst sein Geheimnis, ohne dass es ausgesprochen wird. Ein gebrochener Revolverheld, der vor seiner Vergangenheit, vor den vielen toten Duellgegnern flüchtet, im Innern aber genau weiss, dass diese Flucht vor der eigenen Identität niemals gelingt...der aber gerne sesshaft und von der Familie geliebt wie sein Freund Starett wäre. Im entscheiden Moment überwältigt er Starett und tritt so für den ausgeschalteten Freund das alles entscheidende Duell mit den Gegnern an..

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Die gefürchteten Vier (The Professionals)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Richard Brooks

Zynismus und Moral...

"Die gefürchteten Vier" von 'Richard Brooks entstand 1966 und markiert einen Wendepunkt im Genre. Der Film steht zwar noch für den klassischen Western, aber er deutet auch gleichzeitig schon auf sein Ende. Denn zu dieser Zeit war der Spaghetti-Western auf dem Höhepunkt und die Geschichte, die in Mexiko spielt, beleuchtet auch das Thema des zu Ende gehenden alten Westens. Insgesamt drehte der Regisseur drei wichtige Western: Neben "Die gefürchteten Vier" den 10 Jahre früher entstandenen "Die letzte Jagd" und 1975 den unterschätzten "700 Meilen westwärts".
Die Geschichte spielt in Mexiko des Jahres 1917. Der Millionär und Großgrundbesitzer  J. W. Grant (Ralph Bellamy) heuert vier Haudegen an, die seine junge und attraktive Frau Maria (Claudia Cardinale) suchen, finden und heimbringen sollen. Die Frau soll Gefangene des Revolutionärs Capitan Jesus Raza (Jack Palance) sein. Die vier Männer sind die arbeitslosen Glücksritter Rico Fardan (Lee Marvin), ein Söldner, der an der Seite von Pancho Villa für die Revolution gekämpft hat sowie der Pferdeexperte Hans Ehrengard (Robert Ryan), der Fährtenleser und Bogenschütze Jake Sharp (Woody Stroode) und der leichtfertige und skrupellose Bombenexperte Bill Dollworth (Burt Lanchaster). Jeder soll von Grant 10.000 Dollar bekommen, wenn die Befreiung von Maria gelingt. Doch das Unternehmen ist gefährlich und Mexiko ist sowieso ein heißes Pflaster. Besonders Dollworth hat ein ungutes Gefühl und wartet auf einen doppelten Boden. Der wird erst sichtbar, nachdem die Männer ihren Weg hundert Meilen durchs Gebirge gegangen sind und endlich zum Schlupfwinkel von Raza vordringen. Hier müssen sie feststellen, dass Raza bereits über ihr Kommen informiert wurde und dass die entführte schöne Frau sich freiwillig bei den Banditen aufhält. Man überlegt die Mission abzubrechen, doch dann ziehen die Vier es doch durch. Nun werden sie aber gnadenlos von Raza und seinen Leuten verfolgt. Darunter auch die attraktive Soldatin Chiquita (Marie Gomez) - eine begehrenswerte Frau, die noch nie "nein" gesagt hat...


Was lange als gerechte Mission läuft, wird im Laufe der Handlung immer mehr zu einer Geschichte um Loyalität und Moral. So zynisch Brooks Helden sind, am Ende entscheiden sie sich für ihren Ehrenkodex. Es gab 1967 drei Oscar-Nominierungen - was für einen Western erstaunlich ist. Der Film erwies sich auch als großer Kassenerfolg - kein Wunder bei dieser Besetzung mit Zugpferden wie Lee Marvin, Burt Lancaster, Robert Ryan, Claudia Cardinale und Jack Palance.  Der faszinierende Western wird durch die Bilder von Kameramann Conrad Lee Hall veredelt, der dreimal (Butch Cassidy und Sundance Kid, American Beauty und Road to Perdition) den Oscar gewinnen konnte. Für "Die gefürchteten Vier" bekam er eine seiner weiteren sieben Nominierungen.

 Bewertung: 8 von 10 Punkten.