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Sonntag, 5. Dezember 2021

Stadt in Angst (Bad Day at Black Rock)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: John Sturges

24 Stunden in Black Rock...

Für die Aufnahmen im Wüstenkaff Black Rock wurde extra für John Sturges 1955 entstandenen Film "Stadt in Angst" eine Kulissensiedlung aufgebaut. Sie lag im Owens Valley,  an der Lone Pine Branch, einer Nebenstrecke der Southern Pacific-Eisenbahngesellschaft.
Der Thriller war auch der erste MGM-Film, der in CinemaScope gedreht wurde und demensprechend imposant ist der Anfang des Film gestaltet, wenn Bilder des fahrenden Zuges eingefangen werde.
Gerade auch durch die Verwendung des CinemaScope Formats gelangen dem Regisseur ausdrucksstarke Bilder, die der Isolation des späteren Helden enormen Ausdruck verleihen.
Die Rede ist von einem gewissen John J. Macreedy (Spencer Tracy), ein älterer, einarmiger Mann, der im Spätsommer 1945, also kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, aus diesem Stromlinienzug steigt. Das erste Mal seit über 4 Jahren an dem der Zug in dieser abgelegenen Kleinstadt Black Rock im Südwesgten der USA wieder anhält.
Fremde lösen aber in dem Kaff nicht nur äusserste Neugier, sondern enorme Feindseligkeit aus. Bereits bei der Suche nach einem Hotelzimmer wird er vom Rezeptionist Pete Wirth (John Ericson) gar nicht mit offenen Armen empfangen. Die Cowboys Coley Trimble (Ernest Borgnine) und Hector David (Lee Marvin) suchen auch gleich Streit mit dem Fremden.
Der Sheriff (Dean Jagger) hat nicht das uneingeschränkte Sagen, dieses Recht nimmt sich der Rancher Reno Smith (Robert Ryan) heraus, der den Fremden ausfragt. Lediglich der Doc (Walter Brennan) ist dem Gast wohlgesonnener. Die Nervosität und Feindseligkeit der Bewohner nimmt spürbar zu, als Macreedy erklärt, er befinde sich auf der Suche nach einem japanischen Farmer namens Kamoko. Was haben die Leute hier zu verbergen ? Jedenfalls sagen sie, dass der Japaner schon lange fortgezogen ist. Als Macreedy von der jungen Liz (Anne Francis) ein Auto mieten kann, fährt er zu der Stelle, wo Kamokos Hof gewesen ist. Doch diesen findet er ausgebrannt vor..


Eine gute Genrearbeit, die vor allem durch Spencer Tracy aufgewertet wird, der eine sehr gute Leistung vollbringt. Ihm gegenüber mit Robert Ryan ein sehr wirkungsvoller Bösewicht, der sehr schnell seine Maske fallen lässt und zum miesen Schurken wird. Die Laufzeit von 81 Minuten gestaltet sich natürlich sehr kurzweilig, das Drehbuch ist klar und schnörkellos konzipiert und beschränkt sich auf das Wesentliche. Auch die internationale Filmkritik honorierte den spannenden Thriller, der Elemente des Westerns und des Film Noir kombiniert. Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen und Spencer Tracy gabs eine Oscarnominierung als bester Hauptdarsteller. 


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Samstag, 27. November 2021

Verfolgt (Pursued)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Raoul Walsh

Film Noir des Westens...

Raoul Walsh wurde eine Regielegende aufgrund seines handwerklichen Könnens in den Sparten des Gangster- und Westernfilms. Er schuf Vorläufer undKlassiker des Film Noirs wie "Die wilden Zwanziger", "Entscheidung in der Sierra" oder "Sprung in den Tod". Seine Western wie "Sein letztes Kommando", "Herr der Silberminen" oder "Vogelfrei" zählen zu den wichtigsten Filmen des Genres. 1947 kreuzte er beide Genres in "Verfolgt" (Original: Pursued) und schuf sogar einen seiner besten Filme überhaupt.
Das lag vor allem an der klasse Besetzung mit Robert Mitchum als Aussenseiter Jeb Rand. Die damals frischgebackene Oscar-Gewinnerin Teresa Wright spielt die weibliche Hauptrolle und die als Miss Danvers in "Rebecca" berühmt gewordene Judith Anderson die tragende Nebenrolle und Schlüsselfigur der Geschichte.
Der Film spielt bereits am Ende des Wilden Westens, der bald ganz verschwunden sein wird. Aber immer noch zählt das Recht des Stärkeren. Der 11jährige Jeb Rand (Ernest Severn) erlebt etwas sehr schreckliches. In der Zukunft wird er sich nicht mehr ganz an das traumatische Erlebnis erinnern können, er weiß nur, dass er Angst hat und er sieht Cowboystiefel mit Sporen in seinen Alpträumen und wird von diesen immer wieder verfolgt. Es war die Nacht als sein Vater zu Tode kam. Die Nachbarin Mrs. Callum (Judith Anderson) holte ihn aus seinem dunklen Versteck in diesem Haus heraus und nahm ihn mit auf ihre Ranch. So wuchs er gemeinsam mit Mrs. Callums Kinder Adam (Charles Bates) und Thor (Peggy Miller) auf. Zwischen den beiden Jungs kam es aber immer wieder zum Streit, da der kleine Adam sehr eifersüchtig war.
Als Erwachsene kümmert sich Adam (John Rodney) um die Ranch, während Jeb (Robert Mitchum) nicht so interessiert daran ist. Er liebt aber Thor (Teresa Wright) und die erwidert seine Gefühle. Als der spanisch-amerikanische Krieg ausbricht, muß einer der Jungs zur Armee. Eine Münze wird geworfen und Jeb zieht in den Krieg. Er kehrt als Kriegsheld zurück. Nun wird Adams Eifersucht wieder wach und aufgestachelt von einem Grand Callum (Dean Jagger), der sich als Verwandter der Familie zu erkennen gibt, lauert Adam Jeb auf und schießt von einem Hinterhalt auf ihn. Jeb wehrt sich und trifft seinen "Bruder" tödlich. Damit wird er zur Hassfigur von Mutter Callum und von Thor....

Die Geschichte der Familienfehde Callum und Rand wird etwas vernachlässigt, man erfährt nicht ganz soviel. Dafür werden aber die Geheimnisse und Neurosen der Figuren sehr gut herausgearbeitet und die Geschichte steht unter den starken Emotionen - besonders Thor schwankt hin und her zwischen Liebe und Haß. Erst am Ende kann sie sich für eine Seite entscheiden. Vielleicht zu spät ? Das Showdown findet in der verfallenen Ranch der Rands statt - damit ist auch ein Platz gewählt, wo sich Jeb endlich wieder an das schreckliche Ereignis von damals erinnern kann. Und nicht weit von ihm steht auch schon sein größter Feind...bereit ihn zu töten, wie er es schon vor vielen Jahren wollte, aber damals daran gehindert wurde.

Bewertung: 9,5  von 10 Punkten.

Freitag, 26. November 2021

Überfall der Ogalalla (Western Union)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Fritz Lang

Der singende Draht....

Mit seinem zweiten Western "Überfall der Ogalalla" gelang Fritz Lang nach "Rache für Jesse James" ein weiterer großer Erfolg in dem uramerikanischen Genre. Beide Filme haben die Konflikte und Hindernisse von ehemaligen Banditen zum Thema, die versuchen in die bürgerliche Gesellschaft zurückzukehren. Doch der Weg bleibt ihnen versperrt. Denn die eigentliche Hauptfigur des Films ist schon ganz am Anfang mit dem Tod verabredet. Die Kritiker lobten damals die realistische Machart und wunderten sich, warum es gerade einem Europäer so gut gelang den alten Wilden Westen so authentisch wie möglich einzufangen. Lang selbst hat da stets widersprochen, er meinte sogar der Westen der in den Filmen dargestellt wurde wäre nicht wahrheitsgemäß, sondern alles wäre Legende. Das amerikanische Gegenstück sozusagen zu den germanischen Mythen, wie er sie bereits in seinem Stummfilm "Die Nibelungen" abgebildet hätte. Deshalb sei es nicht schwerer für einen Nichtamerikaner die Legende auf die Leinwand zu malen.
 Und das ist ihm allerdings sehr gut gelungen. Die Bilder von den Indianern, die misstrauisch diesen Telegrafen-Draht des weißen Mannes betrachten, bleiben im Gedächtnis haften. Hauptdarsteller Randolph Scott festigte mit diesem Film seinen guten Ruf als einer der großen Westerndarsteller der Filmgeschichte. Der Film basiert auf dem Roman "Der singende Draht" von Zane Grey und wartet gleich mit drei Hauptfiguren auf. Der eine ist der von Randolph Scott gespielte Bandit Vance Shaw, der aber kein schlechter Kerl ist. In der ersten Szene befindet er sich auf der Flucht vor den Gesetzeshütern, denn er hat gemeinsam mit Jack Slade (Barton McLane) und weiteren Galgenvögeln verübt hat. Doch sein geliebtes Pferd lahmt und zum Glück trifft er dort im gebirgigen Gelände den verletzten Edward Creighton (Dean Jagger), den Leiter der Telegrafenstation. Der hat sich durch einen Sturz schwer verletzt. Jack nimmt ihm sein Pferd, doch er bringt es nicht übers Herz den Verletzten einfach seinem Schicksal zu überlassen. Er rettet ihn und fortan werden die beiden zu Freunden. Vance findet bei Edward sogar Arbeit. Dabei verliebt sich Vance auch in Sue (Virginia Gilmore), der Schwester von Edward. Doch die hat mit Richard Blake (Robert Young), ebenfalls Angestellter des Bruders, noch einen weiteren hartnäckigen Verehrer.  Aber viel Zeit für Klärung bleibt nicht, denn schon greifen auch die Indianer an...

Darüberhinaus gibt es auch noch ehemalige Südstaatler, die sich als Indianer verkleiden und Überfälle begehen. Der spannende Film läuft irgendwann auf einen Kampf zwischen zwei ungleichen Brüdern hinaus. Am Ende gibt es viele Verlierer. Gewinner ist aber der Fortschritt, denn die Telegrafenlinie wird am Ende fertiggestellt. Ein Stück Wilder Westen wird zivilisiert gemacht. Diese Geschichte von der Installation der Telegrafenlinie von Omaha bis Salt Lake City ist gut bebildert. Büffel grasen, viele Arbeiter mühen sich ab und immer wieder kommt es zu kriegerischen Konflikten mit den Indianern. Der Häüptling des Stammes Chief Spottet Horse, gespielt von John Big Tree, wird Zeuge welche Macht dieser Draht der Weißen wirklich hat. Leider ist die Vergangenheit der Hauptfigur Vance zu düster, als dass die Liebe wirklich eine Chance hätte.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.