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Sonntag, 12. Dezember 2021

Bravados (The Bravados)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry King

Die Mörder müssen hängen...

Gregory Peck muss einer der bevorzugten Schauspielern des Hollywood-Regisseurs Henry King (1886-1982) gewesen sein. Mit ihm drehte der Filmemacher Klassiker wie "Schnee am Kilimandscharo", "Die Krone des Lebens" oder "Der Kommandeur". Auch zwei Western entstanden in dieser Zusammenarbeit und sowohl "Scharfschütze Jimmy Ringo" als auch der 1958 gedrehte "Bravados" kann man zur Kategorie der klassischen Edelwestern zählen. King drehte bereits in den Anfängen der Stummfilmzeit und schuf in jeder Dekade bekannte Klassiker wie "Jesse James, Mann ohne Gesetz" (30er), "Das Lied von Bernadette" (40er) oder "Alle Herrlichkeit auf Erden" (50er Jahre). Für "Das Lied von Bernadette" erhielt er eine seiner beiden Oscarnominierungen und "Alle Herrlichkeit auf Erden" war vielleicht sein kassenträchtigster Erfolg. Der Film belegte Platz 1 in den Kinojahrescharts des Jahres 1955. In "Bravados" geht es um ein sehr beliebtes und immer wiederkehrendes Thema des Westerns: Die Rache. Und von diesem Motiv wird auch der Rancher Jim Douglas (Gregory Peck) getrieben, der bereits im Vorspann durch die Nacht reitet und man erkennt sofort, dass er eine Mission zu erfüllen hat. Und diese Mission ist sehr persönlich. Sie führt ihn in die Kleinstadt Rio Arriba, wo vier Banditen am anderen Morgen gehängt werden sollen. Daher sieht man es auch nicht gerne, wenn gerade zu diesem Zeitpunkt Fremde in die Stadt reiten, denn man fürchtet, dass Komplizen das Quartett befreien könnten. Sheriff Eloy Sanchez (Herbert Rudley) und Deputy Primo (Ben Scott) sind daher sehr vorsichtig beim Bewachen der Gefangenen Alfonso Parral (Lee van Cleef), Zachary Bill (Stephen Boyd), Ed Taylor (Albert Salmi) und Lujan (Henry Silva), die nun im Gefängnis auf ihre Hinrichtung am anderen Morgen um 6 Uhr warten. In der Stadt trifft Douglas auf Josefa Velarde (Joan Collins), die vor vielen Jahren seine Jugendliebe war. Und Josefa vertraut Douglas an, dass er diese vier Halunken deshalb verfolgt hat, weil sie seine Ranch niederbrannten und seine geliebte Frau vergewaltigt und getötet hatten. Zurück blieb seine kleine Tochter (Maria Garcia Fletcher), die während der Abwesenheit des Vaters von Nachbarn aufgenommen wurde. In einer Nebenhandlung tauchen auch andere Städter auf. Gus Steinmetz (George Voscovez). seine Tochter Emma (Kathleen Gallant) und ihr Verlobter (Barry Coe). Und auch der Henker (Joe DeRita) trifft ein. Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen und die Mörder können ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Doch während des Gottesdienstes geschieht unglaubliches..


Und dies ist dann der Auftakt für ein gnadenlose Jagd ohne Erbarmen und damit wird auch Gregory Peck zum erbitterten Racheengel, den nicht mal das Flehen der Mörder umstimmen kann diese in Selbstjustiz zu töten. Obwohl die Banditen - jeder für sich - schwören sie hätten mit dem Tod seiner Frau nichts zu tun. Am Ende steht eine neue Erkenntnis. Die Aussenaufnahmen entstanden in Mexico und begeistern durch die perfekte Ausnutzung des Cinemacope-Formats. Kein Wunder, denn Art Director war Lyle R. Wheeler, ein fünfach Oscarnominierter seiner Zunft. Auch Ausstatter Walter M. Scott brachte es auf 6 Oscarnominierungen und die Kostüme von Charles LeMaire waren dreimal AcademyAward-verdächtig. Natürlich machte auch Kameramann Leon Shamroy ( Der König und ich, South Pacific, Porgy and Bess) wieder einen exzellenten Job. Er arbeitete oft mit Henry King zusammen und bekam in seiner aktiven Laufbahn sogar viermal den Oscar (Der Seeräuber, Wilson - beide von King, Todsünde und Cleopatra).

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Samstag, 27. November 2021

Schatz der Gehenkten (The Law and Jake Wade)


Regie: John Sturges

Showdown in Ghosttown....

Der deutsche Titel des Sturges Western "The Law and Jake Wade" ist schon ein bisschen irreführend. Alles dreht sich zwar um diesen einen vergrabenen Schatz (Geld von einem Bankraub) auf den zwei Männer, die dem Henker entrinnen konnten, Anspruch erheben könnten. Die beiden sind insofern schicksalhaft miteinander verbunden, weil jeder den Anderen aus dem Gefängnis befreit hat und so vor dem Galgen bewahrt hat.
Einer davon ist Jake Wade (Robert Taylor), der sein Leben als Outlaw inzwischen aufgegeben hat und das Ende dieser Zeit symbolisch vollzogen hat, indem er das gestohlene Geld aus dem letzten Bankraub nie anrührte und es irgendwo im Indianergebiet verbrabenhat. Er führt nun ein bürgerliches Leben und ist sogar Sheriff einer kleinen Stadt.
Clint Holister (Richard Widmark) ist der Andere. Der Mann, der in der Anfangssequenz des Edelwestern von John Sturges von seinem ehemaligen Weggefährten aus dem Gefängnis befreit wird...die beiden ehemaligen Komplizen haben sich Jahre nicht gesehen und es wird in dieser ersten Begegnung sofort klar, dass sie nun zu Kontrahenten und Feinden wurden. Mit der Befreiung sind wir quitt, meint Sheriff Jake Wade. Doch da irrt er sich, denn die Befreiung war ein Fehler, wie sich bald herausstellt. Clint will den Schatz und er will Rache und eine Unachtsamkeit von Jake führt seine ehemalige Gang auf die richtige Spur.
Clint ist natürlich Boss der Gang, zu der auch Ortero (Robert Middleton), Wexler (DeForrest Kelley), Burke (Eddie Firestone) und der junge wilde Rennie (Henry Silva) gehören.  Sie zwingen Jake dazu zum vergrabenen Geld zu führen.
Somit reitet kurz darauf eine zwangsweise zusammengewürfelte Gruppe in die Wüste, die fünf Gangster sowie Jake und als Geisel und Druckmittel Jakes Verlobte Peggy (Patrica Owens), die von der unrühmlichen Vergangenheit ihres Liebsten nichts wusste. Der Schatz befindet sich in der Nähe einer kleinen Geisterstadt in der Wüste mitten im Gebiet der Komantschen....

"Schatz der Gehenkten" unterstreicht das grosse Können von Sturges im Westerngenre und teilt ähnlich wie Sturges "Verrat in Fort Bravo" das Schicksal nicht ganz so populär zu sein wie "Die glorreichen Sieben", "Zwei rechnen ab" oder Beide Filme gelten als Genreperlen, auch wenn beide Filme nicht ganz so bekannt und erfolgreich sind wie Sturges Western-Meisterwerke "Die glorreichen Sieben", "Der letzte Zug von Gun Hill" oder "Der letzte Zug nach Gun Hill".
Dabei sind sie genauso gut.
Die Charaktere, denen wir im Film begegnen sind wohlbekannt: Taylor als der gute Sheriff, ein aufrechter Held mit Vergangenheit, der er sich stellen muss und mit einer Schuld konfrontiert ist, die er zu bearbeiten hat. Widmark spielt gekonnt wie immer den Fiesling, ein Dreckskerl scheinbar ohne Skrupel. Aber hinter der Fassade steckt ein enttäuschter Mann, der zwischen einer Art Liebe zu Jake schwankt, aber seine Hass- und Rachegelüste nicht aufgeben kann.
Es ist vielleicht neben der Darstellung des Komantschen-Todd in "Der letzte Wagen" Widmarks besteŽPerformance in einem Western.
Die heute fast vergessene Patricia Owens spielt die Verlobte Peggy.
Die Wüstensequenzen wurden im Death Valley in Kalifornien gedreht, überhaupt kann der Film mit ausgezeichneten Landschaftsbildern glänzen. Kein Wunder, denn der Kameramann war Robert Surtees. "The Law and Jake Wade" spielte damals fast 3 Millionen Dollar an der Kasse ein. Damals ein gutes Ergebnis.

Bewertung: 8 von 10 Punkten