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Montag, 27. Dezember 2021

Draußen wartet der Tod (The Last Frontier)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Anthony Mann

Der Mann aus den Bergen...

Als Regisseur drehte Anthony Mann in den frühen 40er Jahren zunächst B-Pictures, darunter auch einige inzwischen sehr anerkannte Film Noir Beiträge wie "Geheimagent T", "'Flucht ohne Ausweg", "Schritte in der Nacht" oder der ungewöhnlich düstere Historien-Noir "Der Dämon von Paris". Seine große Zeit kam 1950 als er mit "Winchester 73" seinen ersten Western mit James Stewart realisierte. Die Zusammenarbeit von Mann mit seinem Hauptdarsteller dauerte lange Jahre an und brachte Westernklassiker wie "Meuterei am Schlangenfluß", "Über dem Todespass", "Der Mann von Laramie" oder "Nackte Gewalt" hervor. Mit "Fluch des Blutes", "Der Mann aus dem Western" oder "Stern des Gesetzes" schuf er weitere klassische Genrearbeiten, die seinen Ruf als einer der besten Westernregisseure nur noch bestätigten.
Im gleichen Jahr wie "Der Mann von Laramie" inszenierte Mann den eher unbekannten "Draußen wartet der Tod" (Original: The Last Frontier) mit Victor Mature als wenig zivilisierter Trapper Jed Cooper.
Darin erzählt Anthony Mann einmal mehr von der grenzenlosen Dummheit und Selbstüberschätzung eitler Offiziere der amerikanischen Armee.
Der in Technicolor und Cinema Scope gedrehte opulente Film entstand nach einem Drehbuch von Philyp Jordan und Russell S. Hughes. Besonders Jordans Drehbücher waren bekannt dafür, dass sie sehr viel Kritik am Krieg, an der Zivilisation und am amerikanischen Traum enthielten, was in "Draußen wartet der Tod" deutlich sichtbar wird, auch wenn der mit der Amee versöhnliche Schluß fast schon so wirkt als wären die Macher vom Studio dazu genötigt worden.
Erzählt wird die Geschichte von den Waldläufern und Trappern Jed Cooper (Victor Mature), Gus (James Whitmore) und Mungo (Pat Hogan), die schon lange in der Wildnis leben. Mit den Indianern hatten sie bisher keine großen Probleme. Dies ändert sich schlagartig, als die US-Armee mitten im Gebiet der Indinaer ein Fort gebaut haben. Dort in Fort Shallan hat während der Abwesenheit von Colonel Frank Marston (Robert Preston) der junge Captain Riordan (Guy Madison) das Sagen. Da Riordan sehr gut einige mutige Männer brauchen kann, die sich im Indianergebiet gut auskennen, rekrutiert er die drei Männer als Kundschafter. Der ungehobelte und vorlaute Jed ist dabei sehr neugierig auf das Leben als Soldat. Ausserdem verguckt er sich spontan in Corinna Marston (Anne Bancroft), die unglücklich verheiratete Frau des Captains. Dieser wird von Jed gerettet, doch im Fort selbst erweist sich der Vorgesetzte schnell als der absolute Tyrann. Er hat sich auch in der Vergangenheit bei der Schlacht bei Shiloh einen denkwürdigen Ruf geschaffen. Aufgrund seines risikoreichen Befehls wurden mehr als 1.000 seiner Männer unnötig abgeschlachtet. Und natürlich lernt der unbelehrbare Marston nichts aus seinem Fehler. Im Gegenteil. Mit einem Großangriff gegen die Indianer unter der Führung von Roter Wolke will er seinen ehemals guten Ruf wiederherstellen...

Zwar fehlt James Stewart - dennoch ist "Draußen wartet der Tod" ein äusserst spannender Western. Mann stellt dieser grenzenlosen Freiheit der Trapper in der freien Natur die begrenzte Festung der Soldaten gegenüber. Victor Mature, der zwar manchmal zum Overacting neigt, ist dennoch die ideale Besetzung für den naiven, etwas törichten Mann der Berge, der überhaupt keine Bildung hat. Er hat aber das Herz auf dem rechten Fleck und muss schmerzhaft lernen, dass die Zugehörigkeit zur Armee auch den Verzicht der Freiheit bedeuten kann und auch die Unterwerfung an sonderbare Regeln.
Sehr gut besetzt ist auch die Rolle des Colonels durch Robert Preston, der als Seelenverwandter von Lieutenatn Colonel Owen Thursday in John Fords "Fort Apache" agiert. Immer wieder tauchten diese Männer auf mit ihren katastrophalen Befehlen. Sie befehlen im Geist von General Custer und sind Tradition in den Western, von "Raoul Walshs "Sein letztes Kommando" bis hin zu Sam Peckinpahs "Sierra Charriba".
Zwei tolle Szenen sollten nicht unerwähnt bleiben. Am Anfang streifen die drei Trapper durch die Wildnis, der Zuschauer bemerkt noch vor den Männern, dass diese langsam von allen Seiten von den Indianern eingekreist werden.
Auch eine Kampfszene ist spektakulär. Jed klettert auf einen Baum und wird von der Kamera vertikal verfolgt, bis die versteckten Indianer im Vordergrund auftauchen und nur warten bis sie die Kavallerie angreifen können. Einer der Krieger spannt seinen Bogen und will den Vorreiter Gus damit töten, die Kamera geht auf Cooper zurück, der zielgenau mit seinem Gewehr den Tod des Freundes verhindert, indem er den Indianer anvisiert.
Fast nicht zu erkennen ist Anne Bancroft - mit blondem Haar.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Dienstag, 30. November 2021

Chuka (Chuka)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Gordon Douglas

Alleingang am Fort Glendannon...

40 Jahre lang drehte Hollywood Regisseur Gordon Douglas Filme, er war zuhause in diversen Genres und galt bei den Produzenten als verlässlicher und solider Regisseur, der auch die Qualität nicht ausser Acht ließ. Einige seiner Filme sind sogar zu echten Klassikern geworden. Am bekanntesten ist vielleicht der Monsterfilm "Formicula" aus dem Jahr 1954, in dem gezeigt wird, dass Ameisen durch Atömversuche in der Wüste auf Monstergröße mutieren können und somit zur echten Gefahr für die Menschen werden. Sein bester Western ist wahrscheinlich der 1964 inszenierte "Rio Conchos" - aber auch "Barquero" (1970), "Im Höllentempo nach Fort Dobbs" (1958) oder "Man nannte ihn Kelly" (1959) zählen zu den Klassikern des Western.  Dabei ist der 1966 realsierte Western "Chuka" leider etwas in Vergessenheit geraten, was eigentlich sehr bedauerlich ist. Denn mit Rod Taylor und John Mills tauchen zwei Schauspieler in den Hauptrollen auf, die man ansonsten mit dem Genre nicht in Verbindung bringt. Rod Taylor hat sich sogar an der Produktion beteiligt und spielt den Tramp und Pistolero Chuka.
Der Film erinnert sehr stark an einen früheren Film von Gordon Douglas, man könnte beinahe von einem Remake des 1951 gedrehten "Bis zum letzten Atemzug" ausgehen. "Chuka", der auch unter dem Titel "Alleingang am Fort Clendannon" bekannt ist, setzt natürlich auch ein bisschen auf die Härte des Italo Western, der in den 60ern seine Blütezeit hatte und am Ende wird es in der Geschichte auch nur wenige Menschen geben, die den Überfall der Indianer auf das Fort überleben.
Der Film spielt im Jahr 1876. In der ersten Szene trifft Chuka (Rod Taylor) in einem winterlichen Gebiet auf hungernde Arapaho Indianer, die gerade einen ihrer verstorbenen Stammesbrüder begraben müssen. Der Revolverheld setzt sich zu den Indianern und schenkt ihnen ein Stück Fleisch. Diese Geste rettet ihm vermutlich am anderen Tag das Leben, als er auf eine Postkutsche trifft, die in Not geraten ist. In der Kutsche befindet sich Helena Chavez (Angela Dorian alias Victoria Vetri), die mit ihrer Tante Senora Veronica Kleitz (Lucianna Paluzzi) auf dem Weg zu Helenas zukünftigen Mann ist. Die schöne Helena soll gegen ihren Wunsch mit einem einflussreichen Mann vermählt werden. Als die beiden Frauen aussteigen, bemerkt der Zuschauer, dass sich Chuka und Veronica von früher kennen müssen. Dann ist die Reisegruppe auch schon von Indianern auf dem Kriegspfad umzingelt. Als der Häuptling Hanu (Marco Lopez) den Mann erkennt, der ihm Nahrung angeboten hat, verschont er die Reisegruppe. Im Fort angekommen wird Chuka von dem dort stationierten Colonel Stuart Valois (John Mills) und dessen rechter Hand Sergeant Hansback (Ernest Borgnine) misstrauisch beobachtet. Es herrschen raue Sitten im Fort, bei der Ankunft wird ein junger Mann (Michael Cole) gerade ausgepeitscht, auch sonst scheinen die Soldaten des Forts alle wegen irgendwelchen Vergehen oder Verfehlungen dort strafversetzt zu sein. Der erfahrene Major Benson (Louis Hayward) hat auch eine indianische Geliebte (Herlinda del Carmen) in seiner Unterkunft versteckt. Chukas alte Liebe zu Veronica wird wieder wach. Als der Scout Lou Trent (James Whitmore) Hilfe holen soll, fälllt er in die Hände der Indianer und wird gefoltert. Chuka gelingt es den Mann zu befreien und wieder ins Fort zu bringen. Dort muss man sich aber nun auf den Angriff des Stammes vorbereiten...

Und dieser endet dann tödlich und blutig. Chuka selbst wird durch einen Speerwurf schwer verletzt. Auch in der letzten Szene gibt es eine Auge um Auge Begegnung zwischen dem Pistolero und dem Indianerhäuptling, der ihn ein weiteres Mal verschont. Veronica stirbt durch einen tödlichen Pfeil, genauso wie Hansback, Valois und Trent. Lediglich Helena überlebt das Massaker. Am Ende sieht man einen einzelnen Grabhügel innerhalb des Forts. Der Film lässt offen, ob dies das Grab von Chuka ist, beerdigt durch Helena. Es könnte aber auch sein, dass Chuka seine große Liebe Veronica dort bestattet hat und zusammen mit Helena das Fort verlassen konnte. Gordon Douglas gelang mit "Chuka" ein kompromissloser Westernbeitrag, der sich auch kritisch mit der Haltung der Armee auseinandersetzt. Durch Hunger waren die Indianer gezwungen auf Kriegspfad zu gehen, man hätte das Blutbad sicherlich verhindern können.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.