Posts mit dem Label 1955 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 1955 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Zwischen zwei Feuern (The Indian Fighter) ....Alternativtitel: Als Vergeltung sieben Kugeln


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Andre de Toth

Zwischen zwei Feuern...

Oregon, kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Immer wieder kommt es trotz ausgehandeltem Friedensvertrag zu Problemen mit den Indianern. Die Konflikte werden vor allem durch die gierigen Goldsucher geschürt, die in den Jagdgründen der Sioux nach dem wertvollen Gold suchen. Immer wieder versuchen sie mit Whisky die Indianer zu bestechen, das Versteck in den Bergen zu verraten. Als der versierte Scout und Indianerjäger Johnny Hawks (Kirk Douglas) den Stamm besucht, wird er vom Grauen Wolf (Harry Landers), dem Bruder seines Freundes Häuptling Rote Wolke (Eduard Franz) nicht sehr freundlich begrüsst. Man mag in diesen Tagen die Bleichgesichter nicht. Hawsk bittet seinen Freund darum, dass ein Treck mit Siedlern das Indianergebiet überqueren darf, ohne dass es zum Kampf kommt. Ausserdem will er Rote Wolke mit dem Chef des Forts, Captain Trask (Walter Abel)I zusammenbringen. Der Empfang der zuerst frostig war, wird zunehmend harmonischer und Rote Wolke lädt Hawks ein, dass er im Lager der Indianer übernachten darf. Dort trifft Hawks auch auf die hübsche Indianerin Onathi (Elsa Martinelli), in die er sich sofort verliebt. In der Nacht kommt es zu einem Zwischenfall. Die beiden Siedler Wes Todd (Walther Matthau) und Chivington (Lon Chaney jr.) erschießen einen Indianer, als der ihnen verweigert Auskunft zu geben, wo der Goldschatz ist.  Der fiese Chivington kann fliehen, doch Todd wird gefangen genommen. Er soll sterben. Hawks setzt sich für ihn ein und kämpft um das Leben des Siedlers. Er gewinnt den Kampf gegen den Grauen Wolf und darf mit Todd zusammen das Dorf verlassen. Ein bedauerlicher Fehler, wie sich später herausstellen soll.
Zwar kommt es zum großen friedlichen Treffen mit den Indianern im Fort und auch zur Gewähr, dass der Treck das Land durchqueren darf. Doch Chivington und Todd sind immer noch scharf auf das Gold...

Mit dem 1956 inszenierten Indianerwestern "Als Vergeltung sieben Kugeln" (Alternativtitel: Zwischen zwei Feuern/ Originaltitel: The Indian Fighter) ist Andre de Toth ein toller, farbenprächtiger Klassiker gelungen, der den Zuschauer fesseln und fasznieren kann. Die Bilder sind alle großartig, die Macher legten sehr viel Wert auf die optische Gestaltung. Am Ende steht eine berühmte Schlußszene des indianischen Angriffs aufs Fort. Alles wirkt auch heute noch sehr spektakulär und spannend durchdacht.
Als Farmersfrau spielt auch Diana Douglas mit, Kirks erste Frau und Mutter von Michael Douglas. Die Witwe könnte sich natürlich auch einen mutigen Johnny Hawks als Mann an ihrer Seite vorstellen, doch Kirk Douglas spielt einen Wanderer, der nirgends so richtig heimisch sein kann. Seine Heimat ist das weite Land, er vergleicht die wunderbare Natur mit einer Frau. Und auf die ist er natürlich eifersüchtig. Johnny Hawks ist ein Typ, der der Eroberung des Wilden Westens nichts abgewinnen kann. So versteht sich "Als Vergeltung sieben Kugeln" auch als großartige Hymne auf die unbändige Natur. Der Film bemüht sich aber gleichzeitig um eine ehrlich und realistische Schilderung der Indianer. Interessanterweise kommt die Erotik nicht zu kurz, was in den Western der 50er Jahre meistens eher versteckt abgehandelt wurde. Hier in Andre de Toths Film wäscht sich Elsa Martinlli nackt in eimem Weiher und der Zuschauer ist amüsiert über die voyeuristische Neigung von Kirk Douglas.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Montag, 27. Dezember 2021

Draußen wartet der Tod (The Last Frontier)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Anthony Mann

Der Mann aus den Bergen...

Als Regisseur drehte Anthony Mann in den frühen 40er Jahren zunächst B-Pictures, darunter auch einige inzwischen sehr anerkannte Film Noir Beiträge wie "Geheimagent T", "'Flucht ohne Ausweg", "Schritte in der Nacht" oder der ungewöhnlich düstere Historien-Noir "Der Dämon von Paris". Seine große Zeit kam 1950 als er mit "Winchester 73" seinen ersten Western mit James Stewart realisierte. Die Zusammenarbeit von Mann mit seinem Hauptdarsteller dauerte lange Jahre an und brachte Westernklassiker wie "Meuterei am Schlangenfluß", "Über dem Todespass", "Der Mann von Laramie" oder "Nackte Gewalt" hervor. Mit "Fluch des Blutes", "Der Mann aus dem Western" oder "Stern des Gesetzes" schuf er weitere klassische Genrearbeiten, die seinen Ruf als einer der besten Westernregisseure nur noch bestätigten.
Im gleichen Jahr wie "Der Mann von Laramie" inszenierte Mann den eher unbekannten "Draußen wartet der Tod" (Original: The Last Frontier) mit Victor Mature als wenig zivilisierter Trapper Jed Cooper.
Darin erzählt Anthony Mann einmal mehr von der grenzenlosen Dummheit und Selbstüberschätzung eitler Offiziere der amerikanischen Armee.
Der in Technicolor und Cinema Scope gedrehte opulente Film entstand nach einem Drehbuch von Philyp Jordan und Russell S. Hughes. Besonders Jordans Drehbücher waren bekannt dafür, dass sie sehr viel Kritik am Krieg, an der Zivilisation und am amerikanischen Traum enthielten, was in "Draußen wartet der Tod" deutlich sichtbar wird, auch wenn der mit der Amee versöhnliche Schluß fast schon so wirkt als wären die Macher vom Studio dazu genötigt worden.
Erzählt wird die Geschichte von den Waldläufern und Trappern Jed Cooper (Victor Mature), Gus (James Whitmore) und Mungo (Pat Hogan), die schon lange in der Wildnis leben. Mit den Indianern hatten sie bisher keine großen Probleme. Dies ändert sich schlagartig, als die US-Armee mitten im Gebiet der Indinaer ein Fort gebaut haben. Dort in Fort Shallan hat während der Abwesenheit von Colonel Frank Marston (Robert Preston) der junge Captain Riordan (Guy Madison) das Sagen. Da Riordan sehr gut einige mutige Männer brauchen kann, die sich im Indianergebiet gut auskennen, rekrutiert er die drei Männer als Kundschafter. Der ungehobelte und vorlaute Jed ist dabei sehr neugierig auf das Leben als Soldat. Ausserdem verguckt er sich spontan in Corinna Marston (Anne Bancroft), die unglücklich verheiratete Frau des Captains. Dieser wird von Jed gerettet, doch im Fort selbst erweist sich der Vorgesetzte schnell als der absolute Tyrann. Er hat sich auch in der Vergangenheit bei der Schlacht bei Shiloh einen denkwürdigen Ruf geschaffen. Aufgrund seines risikoreichen Befehls wurden mehr als 1.000 seiner Männer unnötig abgeschlachtet. Und natürlich lernt der unbelehrbare Marston nichts aus seinem Fehler. Im Gegenteil. Mit einem Großangriff gegen die Indianer unter der Führung von Roter Wolke will er seinen ehemals guten Ruf wiederherstellen...

Zwar fehlt James Stewart - dennoch ist "Draußen wartet der Tod" ein äusserst spannender Western. Mann stellt dieser grenzenlosen Freiheit der Trapper in der freien Natur die begrenzte Festung der Soldaten gegenüber. Victor Mature, der zwar manchmal zum Overacting neigt, ist dennoch die ideale Besetzung für den naiven, etwas törichten Mann der Berge, der überhaupt keine Bildung hat. Er hat aber das Herz auf dem rechten Fleck und muss schmerzhaft lernen, dass die Zugehörigkeit zur Armee auch den Verzicht der Freiheit bedeuten kann und auch die Unterwerfung an sonderbare Regeln.
Sehr gut besetzt ist auch die Rolle des Colonels durch Robert Preston, der als Seelenverwandter von Lieutenatn Colonel Owen Thursday in John Fords "Fort Apache" agiert. Immer wieder tauchten diese Männer auf mit ihren katastrophalen Befehlen. Sie befehlen im Geist von General Custer und sind Tradition in den Western, von "Raoul Walshs "Sein letztes Kommando" bis hin zu Sam Peckinpahs "Sierra Charriba".
Zwei tolle Szenen sollten nicht unerwähnt bleiben. Am Anfang streifen die drei Trapper durch die Wildnis, der Zuschauer bemerkt noch vor den Männern, dass diese langsam von allen Seiten von den Indianern eingekreist werden.
Auch eine Kampfszene ist spektakulär. Jed klettert auf einen Baum und wird von der Kamera vertikal verfolgt, bis die versteckten Indianer im Vordergrund auftauchen und nur warten bis sie die Kavallerie angreifen können. Einer der Krieger spannt seinen Bogen und will den Vorreiter Gus damit töten, die Kamera geht auf Cooper zurück, der zielgenau mit seinem Gewehr den Tod des Freundes verhindert, indem er den Indianer anvisiert.
Fast nicht zu erkennen ist Anne Bancroft - mit blondem Haar.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Freitag, 17. Dezember 2021

Der Mann von Laramie (The Man from Laramie)


Regie: Anthony Mann

Auf der Suche nach dem Mörder...

Leider wurde "Der Mann aus Laramie" aus dem Jahr 1955 zur letzten gemeinsamen Arbeit von Regisseur Anthony Mann und seinem Hauptdarsteller James Stewart. Erstmalig nutzte Mann dabei das Cinemascope Verfahren. Damit sahen die herrlichen Landschaftsaufnahmen in Technicolor, die man schon in "Meuterei am Schlangenfluß", "Nackte Gewalt" und in "Über den Todespass" bewundert konnte noch großartiger aus. Leider kam es bei dem nächsten geplanten Projekt "Die Uhr ist abgelaufen" zum Bruch zwischen Mann und Stewart. Filmhistorisch kann man aber auf fünf der besten Western der Filmgeschichte blicken, der mit dem noch in düsteren schwarz weiß Bildern gedrehte "Winchester 73" begonnen hatte.
Auch hier spielt James Stewart einen Mann, der von Rache getrieben wird. Er hat aber diesmal keine düstere Vergangenheit vorzuweisen oder schon einen gesellschaftlichen Bruch machen müssen...Will Lockhart (James Stewart) wird deshalb zum Rächer, weil er den Mörder seines Bruders sucht. Zwar wurde der von den Indianern massakriert, aber Lockhart sucht den skrupellosen Waffenhändler, der dem Indianerstamm Repetiergewehre verkauft hat. Durch diese frevelhaften Geschäftemacher verlor er sein Leben. Als Captain der US-Armee aus Laramie ließ er sich auf unbestimmte Zeit beurlauben und führt eine Warenkolonne nach New Mexiko. Dort in der Nähe des Städtchens Coronado muss das Verbrechen geschehen sein. In der ersten Szene erreicht er mit seinen Männern, darunter der alte Halbindianer Charley O´Leary (Wallace Ford),  dieses Schlachtfeld und die Kamera schenkt über einen beeindruckenden Horizont. "Wir haben zwar kaum 10 Worte während der Reise miteinander geredet, aber ich vertraue ihnen" sagt dieser alte Trapper zu dem Mann aus Laramie, von dem er vermutet, dass er in einer geheimen Mission unterwegs sein könnte. Im Ort selbst lernt er die hübsche Ladenbesitzerin Barbara Waggoman (Kathy O´Donnell) kennen, die Nichte des alten Ranchers Alec Waggoman (Donald Crisp), dem das ganze Land und vermutlich auch die Stadt gehört. Dieser hat einen völlig missratenen Sohn Dave (Alec Nicol), der Lockharts Maulesel tötet und die Wagen in Brand steckt, als dieser ausserhalb der Stadt Salz aufladen will. Alecs Vorarbeiter Vic Hansboro (Arthur Kennedy) kommt in letzter Sekunde dazu und kann Dave bändigen. Er empfielt dem Fremden aber so schnell wie möglich wieder die Stadt zu verlassen. Der alte Alec Waggoman begleicht Lockharts Schaden und gibt ebenfalls zu verstehen, dass Fremde hier in Coronado nicht willkommen sind. Der indianische Angestellte (John War Eagle) von Barbara, die mit Vic liiert ist, aber auch mit Will ein bisschen flirtet, benimmt sich auch reichlich verdächtig und ein anderer Mann (Jack Elam) beobachtet Will, der immer mehr in die Nähe der Waffenhändler rückt. Mit Kate Canaday (Aline MacMahon), der resoluten Nachbarin von Waggoman, findet er immerhin eine Verbündete...

Einmal mehr begeistert Anthony Mann mit dieser beleibten Geschichte eines Mannes, der von irgendwoher kommt und am Ende auch wieder irgendwohin geht, einer der verzweifelt seinen inneren Frieden versucht mit dem Rachegedanken zu stillen. Diesen Typus hat James Stewart immer genial gespielt. Er ist als Will Lockhart ein ruhiger und besonnener Westernheld, der keinen Streit sucht und sich friedlich umsieht. Aber wenn er bedroht ist, wird er zum gefährlichsten Mann des Wilden Westens. Unvergessen die Szene, in der James Stewart von zwei Cowboys festgehalten wird, während ihm Alex Nicol als Dave die Hand durchschießt. Das Geheimnis des Erfolgs liegt auch in der guten Besetzung von Stewarts Widersachern. Da wäre einmal ein übergroßer Patriarch, gespielt von Donald Crisp (So grün war mein Tal), der langsam sein Augenlicht verliert und an seinem ichschwachen Sohn verzweifelt. Immer wieder wird er von dem gleichen bösen Traum geplagt, das ein Mann in die Stadt kommt, der seinen Dave dann erschießt. In Lockhart meint er diesen Mann aus seinem Traum zu erkennen. Auch Arthur Kennedy als Vic ist wie bereits schon in "Meuterei auf dem Schlangenfluß" ein für Stewart ebenbürtiger Kontrahent. Ein toller Filmschurke, der nicht ins Schema "Nur böse" passt und auch gefühlsorientierte Motive für sein Handeln abliefert, warum er ins Verbrechen ableitet. Kathy O´Donnell ist wie in ihren anderen Filmrollen bezaubernd und vielleicht ist sie am Ende ja auch frei für Will, der vielleicht wiederkommt.

Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Montag, 13. Dezember 2021

Im Schatten des Galgen (Run for Cover)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Nicholas Ray

Der Ziehsohn von Matt Rowe....

Regisseur Nicholas Ray drehte im Laufe seiner Karriere drei Western, von denen der 1954 inszenierte "Johnny Guitar" mit Joan Crawford und Mercedes McCambridge sicherlich der bekannteste ist. Der Nachfolgefilm hieß "Im Schatten des Galgens" (Original: Run for cover) und zeigte James Cagney als Held der Geschichte. Der dritte Western befasste sich mit dem tragischen Westernhelden Jesse James und hieß "Rächer der Enterbten". Vor allem "Im Schatten des Galgens" ist ein ausgezeichneter Genrevertreter in Technicolor und VistaVision und wie in vielen Filmen von Nicholas Ray spielt auch ein jugendlicher Rebell eine tragende Hauptrolle. Die Figur des jungen Davey Bishop wird von John Derek gespielt - bereits 1949 hatte er neben Humphrey Bogart eine ähnliche Rolle in Rays Thriller "Vor verschlossenen Türen" gespielt.
James Cagney spielt den ehemaligen Banditen Matt Dow, der lange Jahre im Knast saß und nun ein neues Leben anfangen möchte. Er versucht in irgendeiner kleinen Stadt seßhaft zu werden. Auf seinem Weg trifft er auf den jungen Cowboy Davey Bishop. Dieser hat schon früh seine Eltern verloren, wurde aber in seiner kleinen Heimatstadt als Waise mitversorgt und hat mal hier und mal dort gewohnt. Die beiden mustern sich zuerst misstrauisch, dann beschließen sie zusammen in die Stadt zu reiten. Der Junge erinnert Matt an seinen verstorbenen Sohn. Unfreiwillig werden die beiden kurze Zeit später vom Eisenbahnpersonal für Banditen gehalten, die ängstlichen Männer werfen den beiden Reitern sozusagen die Tasche mit Geld aus dem Zug vor deren Füße. Für einen kurzen Moment denkt der junge Davey daran das Geld zu behalten, doch Matt bestimmt, dass das Geld auf dem schnellsten Wege zurückgegeben werden muss. Doch schnell hat sich "der Überfall" herumgesprochen. Der Sheriff lauert den beiden Männern auf und schießt aus dem Hinterhalt. Davey wird so schwer verletzt, dass er sein Bein nie wieder 100% ig bewegen kann. Matt versucht dem Jungen Hoffnung zu geben, während dieser auf der Farm des schwedischen Einwanderers Swenson (Jean Hersholt) und ganz besonders von dessen Tochter Helga (Viveca Lindfors) sich erholt. Kurz darauf tragen die Farmer Matt den Posten als Sheriff an. Und Matt beschließt, dass Davey ihm dabei helfen soll...

Dies führt aber zu weiteren Problemen. Denn der junge Mann zweifelt an sich und hadert mit seinem Schicksal dauerhaft behindert zu sein. Dann wird auch Matt von seiner Vergangenheit eingeholt. Mit "Im Schatten des Galgens" gelang Ray ein hervorragender Genrebeitrag mit dem klassischen Thema vom Einzelgänger, der gegen Recht und Ordnung rebelliert und von einem Einzelgänger, der versucht den Weg des Guten zu gehen, aber immer wieder mit dem Bösen konfrontiert wird. Ernest Borgnine hat eine Nebenrolle, kurze Zeit später erhielt er für "Marty" den Oscar als bester Hauptdarsteller des Jahres 1955.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Sonntag, 12. Dezember 2021

Mit stahlharter Faust (Man without a star)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie. King Vidor

Wandering Banjo Man...

Der US-Regisseur King Vidor hat bereits in der Stummfilmzeit Klassiker wie "Die große Parade" oder "Ein Mensch in der Masse gedreht". Er konnte seine Erfolge auch in der Tonfilmzeit fortsetzen, hatte in den 30er Jahren Erfolge mit "Die Zitadelle" oder "Stella Dallas" und schuf mit "Duell in der Sonne" in den 40er Jahren einen der kassenträchtigsten Western überhaupt. In den letzten Jahren seiner aktiven Laufbahn widmete er sich dem Monumentalfilm zu und konnte mit Werken wie "Krieg und Frieden" oder "Salomon und die Königin von Saba" das Publikum ebenfalls überzeugen.
Einer seiner interessantesten Filme ist vielleicht sogar der Western "Mit stahlharter Faust" - viele Kritiker meinten, dass es kaum einen anderen Western gäbe, in dem die Existenzfrage so brutal dargestellt wird wie in "Man without a star" - so der Originaltitel, der besser zum Thema des Films passt. Denn dieser Dempsey Rae verfügt über keinen Leitstern in seinem Leben. Es fehlt ihm immer noch an Orientierung und sowandert er durch den Wilden Westen, hält es nirgends lange aus. Immer wieder bleibt er für kurze Zeit an einem Ort, verdient sich als Cowboy ein bisschen Geld und zeiht dann wieder weiter. Er hat sich vorgenommen das Leben eher leicht zu nehmen. Er ist auch ein sehr guter Banjospieler. Er hat aber nicht mal ein Pferd, nur noch ein Sattel erinnert ihn ans Reiten. In der Anfangsszene braust eine Lokomotive heran und wird im Bild immer größer – der Zug dahinter transportiert Vieh und auch die Hauptfigur Dempsey Rae ist als blinder Passagier - wie andere Herumtreiber auch - an Bord. Zu diesen nicht zahlenden Passagieren zählt auch der Junge Jeff Timson (William Campbell), der von einen Bahnbediensteten aufgespürt, geschlagen und vom Zug vertrieben wird. Es ist Dempsey der dem jungen Mann hilft wieder in den fahrenden Zug zu kommen. In der Nacht werden die beiden Zeuge wie ein Bremer von einem weiteren Herumtreiner (Jack Elam) ermordet wird. Man verdächtigt Jeff und will ihn verhaften, doch Dempseys Aussage bewirkt, dass der Youngster seinen Hals aus der Schlinge ziehen kann. Fortan bleiben die Beiden zusammen und Dempsey macht seinen jüngeren Partner fit für das raue Leben im Wilden Westen. Gemeinsam werden sie als Cowboys auf der Triangle Ranch engagiert. Es ist eine riesige Ranch mit einem Bestand von 10.000 Rindern. Einige Nachbarn verfolgen mit Sorge die expandierenden Pläne der Ranchbesitzerin Reed Bowman (Jeanne Crain), sie überlegen ob sie ihr Land einzäunen müssen, damit sie das Gras darauf als Winterfutter mähen können um ihre Tiere durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Doch Reed Bowman hat skrupellose Pläne. Sie will ihren Viehbestand auf bis zu 30.000 Rinder ausbauen. Dies wäre der Untergang für alle kleineren Rancher in der Umgebung. Als Reed auch noch fiese Revolverhelden (u.a. Richard Boone) anheuert muss Dempsey seine Loyalität zu seiner attraktiven Chefin prüfen...


Ein Film auch über das Wechseln der Seiten und ein Film über das Ende des Wilden Westens. Denn die Rancherin Reed Bowman - gespielt von Jeanne Crain, die gegen ihr Image besetzt wurde - hat vor ein paar Jahre große Herden zu züchten, in kurzer Zeit viel Kasse machen und dann verschwinden. Sie pfeift auf die Rücksicht gegenüber Anderen. Eine Vertreterin des ungezügelten Kapitalismus. Parallelen solcher Ambitionen zur heutigen Systemkrise sind augenfällig. Auf dem Höhepunkt des Films muss das Land durch Stacheldraht reguliert wreden, damit es von den ausbeuterischen Absichten der Großunternehmer geschützt bleibt. Kirk Douglas gelingt mit Stärke und Humor eine tolle Westernfigur abzuliefern. Das Spiel mit dem jungen William Campbell gestaltet sich anfangs als heiteres Buddy-Movie Motiv, wird aber auf dem Höhepunkt noch richtig dramatisch, denn die berechnende Frau treibt einen Keil in die Freundschaft. Der Stacheldraht hat eine unterschiedliche Bedeutungen. Einmal widerspricht es dem Ideal von Freiheit, wie Dempsey sie sich erträumt. Der Draht nützt aber im Laufe der Handlung den reichen Besitzern nützt. So wird der Held der Geschichte unfreiwillig Gesinnungsgenosse und Helfeshelfer der reichen Viehbaronin. Somit ist "Mit stahlharter Faust" auch ein Film über den notwendigen Verrat von eigenen Idealen, damit er seine anderen Ideale in Punkto Freundschaft und Loyalität noch erfüllen kann. Am Ende ist klar, dass er mit diesem Widerspruch nur die eine Möglichkeit hat: Er muss weiterziehen. Drehbuchautor war Borden Chase (Red River, Winchester 73, Über den Todespass, Der weiße Teufel von Arkansas). In weiteren Nebenrollen sind Claire Trevor und Jay C. Flippen zu sehen. 

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Sonntag, 5. Dezember 2021

Stadt in Angst (Bad Day at Black Rock)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: John Sturges

24 Stunden in Black Rock...

Für die Aufnahmen im Wüstenkaff Black Rock wurde extra für John Sturges 1955 entstandenen Film "Stadt in Angst" eine Kulissensiedlung aufgebaut. Sie lag im Owens Valley,  an der Lone Pine Branch, einer Nebenstrecke der Southern Pacific-Eisenbahngesellschaft.
Der Thriller war auch der erste MGM-Film, der in CinemaScope gedreht wurde und demensprechend imposant ist der Anfang des Film gestaltet, wenn Bilder des fahrenden Zuges eingefangen werde.
Gerade auch durch die Verwendung des CinemaScope Formats gelangen dem Regisseur ausdrucksstarke Bilder, die der Isolation des späteren Helden enormen Ausdruck verleihen.
Die Rede ist von einem gewissen John J. Macreedy (Spencer Tracy), ein älterer, einarmiger Mann, der im Spätsommer 1945, also kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, aus diesem Stromlinienzug steigt. Das erste Mal seit über 4 Jahren an dem der Zug in dieser abgelegenen Kleinstadt Black Rock im Südwesgten der USA wieder anhält.
Fremde lösen aber in dem Kaff nicht nur äusserste Neugier, sondern enorme Feindseligkeit aus. Bereits bei der Suche nach einem Hotelzimmer wird er vom Rezeptionist Pete Wirth (John Ericson) gar nicht mit offenen Armen empfangen. Die Cowboys Coley Trimble (Ernest Borgnine) und Hector David (Lee Marvin) suchen auch gleich Streit mit dem Fremden.
Der Sheriff (Dean Jagger) hat nicht das uneingeschränkte Sagen, dieses Recht nimmt sich der Rancher Reno Smith (Robert Ryan) heraus, der den Fremden ausfragt. Lediglich der Doc (Walter Brennan) ist dem Gast wohlgesonnener. Die Nervosität und Feindseligkeit der Bewohner nimmt spürbar zu, als Macreedy erklärt, er befinde sich auf der Suche nach einem japanischen Farmer namens Kamoko. Was haben die Leute hier zu verbergen ? Jedenfalls sagen sie, dass der Japaner schon lange fortgezogen ist. Als Macreedy von der jungen Liz (Anne Francis) ein Auto mieten kann, fährt er zu der Stelle, wo Kamokos Hof gewesen ist. Doch diesen findet er ausgebrannt vor..


Eine gute Genrearbeit, die vor allem durch Spencer Tracy aufgewertet wird, der eine sehr gute Leistung vollbringt. Ihm gegenüber mit Robert Ryan ein sehr wirkungsvoller Bösewicht, der sehr schnell seine Maske fallen lässt und zum miesen Schurken wird. Die Laufzeit von 81 Minuten gestaltet sich natürlich sehr kurzweilig, das Drehbuch ist klar und schnörkellos konzipiert und beschränkt sich auf das Wesentliche. Auch die internationale Filmkritik honorierte den spannenden Thriller, der Elemente des Westerns und des Film Noir kombiniert. Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen und Spencer Tracy gabs eine Oscarnominierung als bester Hauptdarsteller. 


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.