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Mittwoch, 5. Januar 2022

Billy the Kid - Einer muss dran glauben (The left handed gun)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Arthur Penn

Der junge Revolverheld...

Arthur Penns später realisierte Western "Little Big Man" (1970) und "Duell am Missouri" (1976) sind vielleicht aufgrund ihres Kassenerfolgs bekannter als sein dritter Western, der gleichzeitig auch sein Filmdebüt war: "Einer muß dran glauben" aus dem Jahr 1958 (Originaltitel: The Left handed gun) bemühte sich eine ungeschminkte Biographie des Revolverhelden Billy the Kid (1859 bis 1881) zu zeigen. Dabei schimmert auch ganz unterbewusst der Eindruck durch, dass der Legendäre Revolverheld auch homosexuelles Interesse und neurotische Züge hatte. Gespielt wird dieser Willam H. Bonney von dem damals gerade mal 33 jährigen Paul Newman, der sich kurz vorher mit dem Welterfolg "Die Katze auf dem heißen Blechdach" als kommender Kinostar beweisen konnte. Wo der junge Reiter herkommt, weiß keiner so reicht. Aber auf seinem Ritt durch die Prärie von New Mexico wird er von einer Gruppe Cowboys, die für den reichen Farmen Tunstall (Colin Keith Johnson) arbeiten. Besonders den beiden Youngstern Charlie Boudrie (James Congdon) und Tom Foliard (James Best) imponiert der neue Mann, der gut mit der Waffe umgehen kann. Auch Rancher Tunstall versucht sich um Billy zu kümmern und gibt ihm einen Job als Cowboy. Er wird sogar sowas wie ein väterlicher Freund und schenkt dem jungen Mann, der nicht lesen kann, eine Bibel. Dann wird Tunstall im Auftrag von drei Konkurrenten mit der Hilfe des Sheriffs hinterrücks ermordet. Billy schwört Rache und tatsächlich erledigt er gemeinsam mit Charlie und Tom zwei der Mörder. Bei dieser Schießerei trifft er auch erstmalig auf Pat Garrett (John Dehner), mit dem er sich ebenfalls ein bisschen anfreudet. Die drei flüchten ins mexikanische Madero. Dort trifft er auf die verheiratete Celsa (Lita Milan), die Frau eines Büchsenmachers, zu der er sich hingezogen fühlt. Er verspricht Garrett Frieden zu halten. Als eine Amnestie erlassen wird, kann Billy mit seinem Freunden nach Lincoln County zurückkehren. Charlie erschießt wenig später den dritten Mörder und wieder ist Flucht angesagt. In Manero feiert Garrett gerade Hochzeit, auch der Sheriff (der vierte Mörder) ist in der Stadt. Garrett ringt Billy das Versprechen ab die Hochzeit nicht durch ein Blutbad zu zerstören. Doch Billys selbstbeherrschung ist nicht gerade die beste. Es kommt wie es kommen muss: Der vierte Mörder ist zwar tot, aber nun haben Billy und seine Freunde einen Todfeind, der unerbittlich Jagd auf sie macht...


Penn inszeniert seinen Western bewusst etwas progressiver und mengt ein bisschen Psychologie in das klassische Genre. Paul Newman üherzeugt als junger Mann, dessen Aggressionen durch den Tod von Tunstall explodieren und somit wird sein weiterer weg von Rache getrieben sein. Dabei stand ihm nur ein geringes Budget zur Verfügung. Von den vielen Billy the Kid Filmen ist Arthur Penns Arbeit neben "Pat Garrett jagt Billy the Kid" von Sam Peckinpah und "Dreckiger kleiner Billy" von Stan Dragoti sicherlich die Überzeugendste.


Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Der Mann aus dem Westen (Man of the West)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Anthony Mann

Von der Vergangenheit eingeholt...

Ich bin Fan alter Western. Ganz faszinierend fand ich immer die drei Ikonen dieser Filme...Jimmy Stewart, der "good guy", John Wayne, der cholerische Übervater und eben Gary Cooper, der schweigsame, nachdenkliche Einzelgänger.
"Der Mann aus dem Westen" ist gleich nach "High Noon" seine beste Vorstellung in diesem Genre und ist einer der letzten Western der Regielegende Anthony Mann, der in den 40er Jahren vor allem Filme der schwarzen Serie drehte und diese düstere Stimmung auch in seine Western übertrug.
Vor allem wird dies in den Filmen "Winchester 73", "Farm der Besessenen" und "Fluch des Blutes" sichtbar.
Der ehemalige Outlaw Link Jones (Gary Cooper) reist von seiner kleinen Stadt, in der er seßhaft wurde und eine Familie gründete, nach Texas um dort eine Lehrerin für seinen Ort zu engagieren. Dazu reist er mit der Bahn - genauso wie die Saloon Sängerin Billie Ellis (Julie London) und der ständig quasselnde Sam Beasley (Arthur O`Connell).
Um Holz aufzuladen wird die Zugfahrt unterbrochen - dies ist der Moment, wo bewaffnete Räuber auftauchen und den Zug angreifen. Der Zug kann entkommen, doch drei Reisende - Link, die Sängerin und der Quassler - bleiben zurück. Viele Meilen weg von dem nächsten Ort. Immerhin kennt Link die Gegend. Er führt seine Begleiter zu einem Bauernhaus, in dem er einst gelebt hat. Dort findet er die Männer, die den Zug ausgeraubt haben. Es ist die Bande von Dock Tobin (Lee J. Cobb). Der war einst sowas wie ein Ziehvater und Mentor von Link und schart heute noch die Banditen Alcutt (J. Williams), Trout (Royal Dano), Claude (John Dehner), Ponch (Robert J. Wilke) und Coaley (Jack Lord) um sich. Die Wiedersehensfreude ist getrübt, zumal Link damals einfach ohne Worte und Ankündigung verschwand. Und die Frau, die Link als seine eigene ausgibt, ist für die ruchlosen Banditen auch sehr attraktiv...

Am Ende kommt es natürlich zur Finalen Abrechnung. Anthony Mann inszenierte dies in einer Geisterstadt - eine perfekte Kulisse für den letzten Dialog, den Link und Doc Tobin führen. Link sieht in Tobin einen Geist, der der neuen Zeit zu weichen hat. Lee J. Cobb ist ein grandioser Konkurrent für den schweigsamen Mann, der von Cooper verkörpert wird. Anthony Mann hat viele bekannte Versatzstücke des Westerns etwas mutiger variiert - so verliebt sich zwar die Frau in Cooper, doch der ist ja verheiratet und so wird das potentielle Liebespaar zwar denken, was gewesen wäre, wenn...aber dies ist eine Theorie.
Bei Manns Western wird die Rache immer großgeschrieben. So wird Cooper auch den Banditen auf die gleiche Art bestrafen, wie er der hilflosen Frau befehlen wollte - Ausziehen. Grandios auch die Landschaftsaufnahmen von "Vom Winde verweht" Kamerachef Ernest Haller.
Erwähnenswert ist auch die Wertschätzung von Jean-Luc Godard für diesen Anthony Mann Western, er bezeichnete ihn damals als seinen persönlichen Film des Jahres. Interessanterweise ist die Kulisse der Geisterstadt sowie auch das Bauernhaus in der Einöde ein bissel hinaufschauen auf die Straße Richtung Zukunft zu dem zeitgenössischen Horrorfilm wue "Texas Chainsaw Massacre" oder "The Hill have Eyes", also auf Clans, die im ausgetrockenten amerikanischen Ödland Touristen quälen.


  Bewertung: 9, 5 von 10 Punkten.

Montag, 13. Dezember 2021

Weites Land (The Big Country)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: William Wyler

James McKay im Wilden Westen..

Kurz vor seinem größten Filmerfolg "Ben Hur" im Jahr 1959 drehte Regisseur William Wyler zwei Filme, die sich mit der amerikanischen Geschichte befassen. "Lockende Versuchung" aus dem Jahr 1956 war ein Drama, das in Indiana während des Bürgerkrieges spielte und bei dem 1958 entstandenen "Weites Land" handelt es sich sogar um einen echten Western. Allerdings ein Genrevertreter, der mit den gängigen Mustern und Klischees aufräumt und einen pazifistischen Anspruch erhebt. Dieser Mut zum Traditionsbruch macht bis heute den Reiz des Films aus. Man weiß nie, wie Gregory Peck ragiert und hat keine Ahnung wie die nächste Szene enden wird. Burl Ives wurde für seine Rolle als Rufus Hannassey sogar mit dem Oscar ausgezeichnet. Eine weitere Nominierung ging an den furiosen Soundtrack von Jerome Moross. Somit viel zu wenig Würdigung für diesen Hollywood Klassiker, dessen Kameramann Franz F. Planer eine perfektes Auge für die grandiosen Einstellungen hat, die das "weite Land" immer wieder spürbar werden lassen. Es zeigt sich dann eindrücklich wie klein der Mensch tatsächlich ist inmitten dieser fantastischen Natur.
Auch die Darstellerleistungen sind allesamt exzellent und nicht nur der ausgezeichnete Burl Ives, der in diesem Oscarjahr sogar noch eine weitere, mindestens gleich gute Rolle in Richard Brooks "Die Katze auf dem heißen Bleichdach" spielte. Gregory Peck als der Mann, den die Leute im wilden Westen für einen feinen Pinkel und auch für einen Feigling halten, agiert ebenso hervorragend. Ein Mann, der der Meinung ist, dass er nur sich selbst etwas beweisen muss, aber keinesfalls den Anderen.
So findet die berühmte Prügelszene mit Charlton Heston sozusagen auch unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Gregory Peck und Charlton Heston tragen ihren Faustkampf im Halbdunkel in der offenen Prärie aus. Planers Kamera bleibt dabei diskret auf Distanz.
James Mac Kay (Gregory Peck) kommt von der Ostküste der Vereinigten Staaten und ist als Sohn eines Reeders auch begeisterter Seemann. Als er dort die hübsche Patricia Terrill (Carroll Baker), die Tochter des Ranchers Major Henry Terrill (Charles Bickford) kennenlernt, ist es "Liebe auf den ersten Blick". Die beiden wollen unbedingt heiraten und so hat sich der Städter und feine Pinkel McKay entschlossen mit seiner zukünftigen Braut im Wilden Westen auf deren Vaters Ranch zu leben. Gleich bei der Ankunft mit der Postkutsche machen sich die wilden Hannassey Jungs (Chuck Connors, Chuck Hayward, Buff Brady und Jim Burke) lustig über den schicken Hut des Fremden, der ja überhaupt nicht zum Bild des Cowboys passt. So wird ihm und seiner Braut auch gleich aufgelauert, als die beiden von der Stadt zur Ladder Ranch fahren. McKay wird von den Rüpeln angegangen, doch der wehrt sich zum Entsetzen seiner Braut gar nicht. Im Gegenteil: Er findet diese Angelegenheit kaum der Rede wert. Auch will er partout nicht auf dem wilden Pferd "Old Thunder" reiten. Ein Ritual, dass der Vormann Steve Leech (Charlton Heston) jedem Neuling anbietet. Zur Belustigung aller soll er natürlich im Staub landen. Und bei McKay macht es Leech doppelt so viel Spass, denn schließlich hat der "Stutzer" ihm sein Mädchen vor der Nase weggeschnappt. Auch dort verweigert sich der sonderbare Mann aus dem Osten seinen männlichen Verpflichtungen. Der Braut ist aber diese Mannesehre schon wichtig. Insgeheim fürchtet Patricia, die sich nie von ihrem mächtigen Vater lösen könnte, dass ihr Zukünftiger ein Feigling sein könnte. Ganz anders denkt da ihre Freundin, die Lehrerin Julie Maragon (Jean Simmons). Sie ist die Besitzerin der Big Muddy Ranch. Ein kleines Anwesen mit ganz wichtiger Wasserstelle, wo auch der von Major Terrill gehasste Todfeind Rufus Hannassey (Burl Ives) sein Vieh tränken konnte. Durch den unschönen Zwischenfall, dem McKay und Patricia ausgesetzt waren, spitzt sich dieser uralte Konflikt der beiden Kontrahenten wieder zu. Denn der Major hat entschieden die Rüpel von seinen Männern verprügeln zu lassen. Währenddessen versucht sich McKay heimlich an "Old Thunder" und hat vor für seine schmollende Braut ein Hochzeitsgeschenk zu erwerben. Mit seinem Pferd und einem Kompass reitet er los...

Dieser Ausflug führt dann zu weiteren Missverständnissen und am Ende von "Weites Land" erreicht nicht nur die Feindschaft zweier Rivalen den Höhepunkt und auch das Ende. Auch die Karten in der Liebe wurden neu gemischt in diesem prachtvollen Film, der wie viele andere Klassiker zu den Meisterwerken des Ausnahmeregisseurs William Wyler gezählt werden muss. Mit einer Laufzeit von 165 Minuten lässt sich Wyler viel Zeit die Figuren vorzustellen, die alle sehr interessant und facettenreich dargestellt werden. "Weites Land" spielte in den USA 3,5 Millionen Dollar ein und erreichte damit Platz 10 der Kinojahrescharts. Das Filmdrehbuch enstand nach dem dem gleichnamigen Roman von Donald Hamilton.

Bewertung: 10 von 10 Punkten

Sonntag, 12. Dezember 2021

Bravados (The Bravados)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry King

Die Mörder müssen hängen...

Gregory Peck muss einer der bevorzugten Schauspielern des Hollywood-Regisseurs Henry King (1886-1982) gewesen sein. Mit ihm drehte der Filmemacher Klassiker wie "Schnee am Kilimandscharo", "Die Krone des Lebens" oder "Der Kommandeur". Auch zwei Western entstanden in dieser Zusammenarbeit und sowohl "Scharfschütze Jimmy Ringo" als auch der 1958 gedrehte "Bravados" kann man zur Kategorie der klassischen Edelwestern zählen. King drehte bereits in den Anfängen der Stummfilmzeit und schuf in jeder Dekade bekannte Klassiker wie "Jesse James, Mann ohne Gesetz" (30er), "Das Lied von Bernadette" (40er) oder "Alle Herrlichkeit auf Erden" (50er Jahre). Für "Das Lied von Bernadette" erhielt er eine seiner beiden Oscarnominierungen und "Alle Herrlichkeit auf Erden" war vielleicht sein kassenträchtigster Erfolg. Der Film belegte Platz 1 in den Kinojahrescharts des Jahres 1955. In "Bravados" geht es um ein sehr beliebtes und immer wiederkehrendes Thema des Westerns: Die Rache. Und von diesem Motiv wird auch der Rancher Jim Douglas (Gregory Peck) getrieben, der bereits im Vorspann durch die Nacht reitet und man erkennt sofort, dass er eine Mission zu erfüllen hat. Und diese Mission ist sehr persönlich. Sie führt ihn in die Kleinstadt Rio Arriba, wo vier Banditen am anderen Morgen gehängt werden sollen. Daher sieht man es auch nicht gerne, wenn gerade zu diesem Zeitpunkt Fremde in die Stadt reiten, denn man fürchtet, dass Komplizen das Quartett befreien könnten. Sheriff Eloy Sanchez (Herbert Rudley) und Deputy Primo (Ben Scott) sind daher sehr vorsichtig beim Bewachen der Gefangenen Alfonso Parral (Lee van Cleef), Zachary Bill (Stephen Boyd), Ed Taylor (Albert Salmi) und Lujan (Henry Silva), die nun im Gefängnis auf ihre Hinrichtung am anderen Morgen um 6 Uhr warten. In der Stadt trifft Douglas auf Josefa Velarde (Joan Collins), die vor vielen Jahren seine Jugendliebe war. Und Josefa vertraut Douglas an, dass er diese vier Halunken deshalb verfolgt hat, weil sie seine Ranch niederbrannten und seine geliebte Frau vergewaltigt und getötet hatten. Zurück blieb seine kleine Tochter (Maria Garcia Fletcher), die während der Abwesenheit des Vaters von Nachbarn aufgenommen wurde. In einer Nebenhandlung tauchen auch andere Städter auf. Gus Steinmetz (George Voscovez). seine Tochter Emma (Kathleen Gallant) und ihr Verlobter (Barry Coe). Und auch der Henker (Joe DeRita) trifft ein. Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen und die Mörder können ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Doch während des Gottesdienstes geschieht unglaubliches..


Und dies ist dann der Auftakt für ein gnadenlose Jagd ohne Erbarmen und damit wird auch Gregory Peck zum erbitterten Racheengel, den nicht mal das Flehen der Mörder umstimmen kann diese in Selbstjustiz zu töten. Obwohl die Banditen - jeder für sich - schwören sie hätten mit dem Tod seiner Frau nichts zu tun. Am Ende steht eine neue Erkenntnis. Die Aussenaufnahmen entstanden in Mexico und begeistern durch die perfekte Ausnutzung des Cinemacope-Formats. Kein Wunder, denn Art Director war Lyle R. Wheeler, ein fünfach Oscarnominierter seiner Zunft. Auch Ausstatter Walter M. Scott brachte es auf 6 Oscarnominierungen und die Kostüme von Charles LeMaire waren dreimal AcademyAward-verdächtig. Natürlich machte auch Kameramann Leon Shamroy ( Der König und ich, South Pacific, Porgy and Bess) wieder einen exzellenten Job. Er arbeitete oft mit Henry King zusammen und bekam in seiner aktiven Laufbahn sogar viermal den Oscar (Der Seeräuber, Wilson - beide von King, Todsünde und Cleopatra).

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Samstag, 27. November 2021

Schatz der Gehengten (The Law and Jake Wade)


Regie: John Sturges

Showdown in Ghosttown....

Der deutsche Titel des Sturges Western "The Law and Jake Wade" ist schon ein bisschen irreführend. Alles dreht sich zwar um diesen einen vergrabenen Schatz (Geld von einem Bankraub) auf den zwei Männer, die dem Henker entrinnen konnten, Anspruch erheben könnten. Die beiden sind insofern schicksalhaft miteinander verbunden, weil jeder den Anderen aus dem Gefängnis befreit hat und so vor dem Galgen bewahrt hat.
Einer davon ist Jake Wade (Robert Taylor), der sein Leben als Outlaw inzwischen aufgegeben hat und das Ende dieser Zeit symbolisch vollzogen hat, indem er das gestohlene Geld aus dem letzten Bankraub nie anrührte und es irgendwo im Indianergebiet verbrabenhat. Er führt nun ein bürgerliches Leben und ist sogar Sheriff einer kleinen Stadt.
Clint Holister (Richard Widmark) ist der Andere. Der Mann, der in der Anfangssequenz des Edelwestern von John Sturges von seinem ehemaligen Weggefährten aus dem Gefängnis befreit wird...die beiden ehemaligen Komplizen haben sich Jahre nicht gesehen und es wird in dieser ersten Begegnung sofort klar, dass sie nun zu Kontrahenten und Feinden wurden. Mit der Befreiung sind wir quitt, meint Sheriff Jake Wade. Doch da irrt er sich, denn die Befreiung war ein Fehler, wie sich bald herausstellt. Clint will den Schatz und er will Rache und eine Unachtsamkeit von Jake führt seine ehemalige Gang auf die richtige Spur.
Clint ist natürlich Boss der Gang, zu der auch Ortero (Robert Middleton), Wexler (DeForrest Kelley), Burke (Eddie Firestone) und der junge wilde Rennie (Henry Silva) gehören.  Sie zwingen Jake dazu zum vergrabenen Geld zu führen.
Somit reitet kurz darauf eine zwangsweise zusammengewürfelte Gruppe in die Wüste, die fünf Gangster sowie Jake und als Geisel und Druckmittel Jakes Verlobte Peggy (Patrica Owens), die von der unrühmlichen Vergangenheit ihres Liebsten nichts wusste. Der Schatz befindet sich in der Nähe einer kleinen Geisterstadt in der Wüste mitten im Gebiet der Komantschen....

"Schatz der Gehenkten" unterstreicht das grosse Können von Sturges im Westerngenre und teilt ähnlich wie Sturges "Verrat in Fort Bravo" das Schicksal nicht ganz so populär zu sein wie "Die glorreichen Sieben", "Zwei rechnen ab" oder Beide Filme gelten als Genreperlen, auch wenn beide Filme nicht ganz so bekannt und erfolgreich sind wie Sturges Western-Meisterwerke "Die glorreichen Sieben", "Der letzte Zug von Gun Hill" oder "Der letzte Zug nach Gun Hill".
Dabei sind sie genauso gut.
Die Charaktere, denen wir im Film begegnen sind wohlbekannt: Taylor als der gute Sheriff, ein aufrechter Held mit Vergangenheit, der er sich stellen muss und mit einer Schuld konfrontiert ist, die er zu bearbeiten hat. Widmark spielt gekonnt wie immer den Fiesling, ein Dreckskerl scheinbar ohne Skrupel. Aber hinter der Fassade steckt ein enttäuschter Mann, der zwischen einer Art Liebe zu Jake schwankt, aber seine Hass- und Rachegelüste nicht aufgeben kann.
Es ist vielleicht neben der Darstellung des Komantschen-Todd in "Der letzte Wagen" Widmarks besteŽPerformance in einem Western.
Die heute fast vergessene Patricia Owens spielt die Verlobte Peggy.
Die Wüstensequenzen wurden im Death Valley in Kalifornien gedreht, überhaupt kann der Film mit ausgezeichneten Landschaftsbildern glänzen. Kein Wunder, denn der Kameramann war Robert Surtees. "The Law and Jake Wade" spielte damals fast 3 Millionen Dollar an der Kasse ein. Damals ein gutes Ergebnis.

Bewertung: 8 von 10 Punkten